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Freitag, 4. Januar 2019

Summer Summary 2018 Teil 3

Hier die verbliebenen wichtigen und besonders unterhaltsamen Nachrichten aus dem Mai:

21.05. Zibbz, die Vertreter der Schweiz beim ESC 2018, haben eine Englische Version des portugiesischen Songs "O Jardim" veröffentlicht. Ihre Motivation dafür sei dass manchmal richtige Kunst bei großen Shows wie der Eurovision nicht genug Aufmerksamkeit bekomme. Portugal wurde Letzter als pre-qualifizierter Finalist. Ich finde das Cover überaus gelungen und hörenswert:


21.05. "Together" von Ryan O'Shaughnessy hat es in den heimischen Charts auf die #17 geschafft. Das ist die beste Platzierung seit dem LGBT-Evergreen "Only Love survives" aus dem Jahre 2013 für einen irischen ESC-Beitrag in den eigenen Charts. Als einziger weiterer ESC-Song in den Top 50 von Irland hat es Zypern mit "Fuego" gerade so auf den 50. Platz geschafft.

23.05. Das israelische Kommunikationsministerium plant "Nationen wie Saudi-Arabien, die VAE, Tunesien und andere Länder" für den ESC einzuladen. Tunesien ist sartberechtigt, Saudi-Arabien wäre es wenn es Mitglied der EBU wollen werden würde, was ohne Probleme möglich ist, die VAE liegen außerhalb der EBU Grenzen und könnten demnach rein theoretisch nicht antreten. Mal schauen was sich daraus entwickelt.

23.05. 186 Millionen Menschen sahen das Finale des Eurovision Song Contests 2018. Der durchschnittliche Marktanteil betrug 35,8%. Den besten Marktanteil hatte mal wieder Island, mit 95,3%, auch wenn dies ein sehr enttäuschender Wert für RÜV ist. Auch Grund dafür war sicherlich das Ausscheiden Islands im Halbfinale. Über den eigenen Sieg freuten sich eine Millionen live Zuschauer in Israel. Die Show hatte dort 50,9% Marktanteil. Beim zweitplatzierten in Zypern waren es sogar 77,4% und 250.000 Zuschauer. Im Gastgeberland Portugal zog es 1,5 Millionen messbare Zuschauer vor die Fernsehgeräte (43,1% Marktanteil). 6,6 Millionen Menschen aus 198 Ländern sahen den ESC im Livestream. Obwohl Russland wieder antrat und den Wettbewerb live ausstrahlte gab es im Livestream einen bemerkenswerten Zuschaueranstieg von 10%! Wer mochte konnte den ESC auch einfach nur in 13 verschiedenen Radiosendern (darunter auch in der Slowakei) hören, ohne sich von den großen Showeinlagen ablenken zu lassen. Insgesamt ist die Einschaltquote im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken - trotz der Teilnahme von Russland. Es ist schwer zu erklären woran das lag. Mit fast 200 Millionen Zuschauern steht der ESC aber keineswegs vor einem Untergang. Kein Grund zur Panik.

24.05. In Österreich erobern ESC-Songs die Charts:
#1 Österreich
#9 Tschechien
#15 Israel
#23 Deutschland
#35 Zypern
#49 Dänemark

25.05. BHRT, die Rundfunkanstalt von Bosnien-Herzegowina wird von der EBU von allen Dienstleistungen der Union auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Bosnien-Herzegowina wird auch für eine Teilnahme am JESC 2018 und am ESC 2019 gesperrt. Auch die Fußball WM darf BHRT nicht übertragen. Grund dafür ist der immer größer werdende Schuldenberg von BHRT bei der EBU. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat es in seinem Land sehr schwer, die Regierung sieht ihn schon lange als überflüssig an und weigert sich den Sender ausreichend zu finanzieren. Seit Jahren steht BHRT vor der Aufgabe des Senders. Damit hätte das Land keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr. Eine besorgniserregende Entwicklung. Den Eintritt in die Europäische Union kann sich Bosnien-Herzegowina dann auch abschminken. Wir werden wohl noch einige Jahre warten müssen bis wir Bosnien-Herzegowina wieder beim ESC sehen werden. 2019 ist das Land leider definitiv wieder nicht dabei. Es lässt sich nur hoffen dass die Politiker verstehen wie wichtig ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist. Bosnien-Herzegowina ist das erste feststehende Land das 2019 nicht dabei ist.

27.05. Es gibt ein neues meistgeklicktes Video auf dem offiziellen YouTube Kanal vom Eurovision Song Contest. Das Preview Video vom Siegersong "Toy" von Netta ist nun das erfolgreichste YouTube Video vom ESC. Für die 59 Millionen Klicks hat das Video nur 76 Tage gebraucht. Toy löste das Preview Video von Frankreich 2011 ("Allez! Ola! Olé!") ab, das erst vor kurzem den Rekordplatz von Lena mit dem Preview Video zu Sattelite (Deutschland 2010) übernahm.

27.05. Selten veröffentlicht ein Sender wie viel Geld ihm eine ESC-Teilnahme gekostet hat. Der ukrainische Rundfunk UA:PBC tat dies für das Jahr 2018. Unterm Strich stehen auf der Rechnung 2,3 Millionen Euro. Da wurde alles mitgerechnet, von der Teilnahmegebühr, über den Vorentscheid, bis hin zu Hotelkosten und das Transportierens des Bühnenbildes.

28.05. Doron Medalie, der Komponist von "Toy", "Golden Boy" und "Made of Stars" (Israel 2018, 2015 und 2016) zeigt sich abgehoben und wird dafür kritisiert, so gab er die Aussage von sich dass er der wahre Sieger der ESCs sei und Netta nur als Mittel zum Zweck benutzt hätte. Er habe in den letzten Jahren die Größten Hits des Landes geschrieben und ratet den verbitterten Leuten dass sie aufhören ihre Songs zu schreiben und zu versuchen etwas besseres zu leisten als seine fantastische Arbeit. Von allen Seiten wird er dafür verurteilt. Dass er jetzt nochmal einen Song für Israel beim ESC schreiben darf ist zweifelhaft. Auch ich kann einen Menschen nicht verstehen der andere dazu auffordert aufzuhören Kunst zu machen - erst recht wenn er selber Künstler ist.

28.05. Litauen entschuldigt sich dafür dass sie Website dem Besucheransturm für den Livestream des ersten Halbfinals nicht standhalten konnte. Nachdem 53.000 Menschen den Stream aufgerufen haben konnten weitere Zuschauer das Halbfinale von LRT online nicht mehr verfolgen. Die Rundfunkanstalt hatte einen solchen Ansturm nicht eingeplant und schon am folgenden Tage die Kapazitäten der Website stark erweitert, auch im Hinblick auf die Fußball WM.

29.05. Kasia Mos und Norma John, die Künstler von Polen und Finnland beim ESC 2017 haben gemeinsam eine Single veröffentlicht:



29.05. In sämtlichen Nationen gibt es Bestrebungen den ESC zu boykottieren weil er im politisch aufgeladenen Israel stattfindet. Ich kann diese Bestrebungen keineswegs verstehen. Wenn man auf Missstände aufmerksam machen möchte geht das am besten mit einer Teilnahme. Bei der Teilnahme kann man dann darüber sprechen. Die beste Argumentation für eine Teilnahme in Israel legte die Senatsabgeordnete für die Grünen in Australien, Lee Rhiannon, dar: "Bei der Eurovision geht es darum die Politik zu vergessen. All dies zu vergessen und eine Einheit zu bilden und Länder zusammen zu bringen, im Sinne eines Liedes, einer Feier und im Sinne der Kultur. (…) die Europäische Rundfunkunion vereint Menschen und Gemeinschaften, sie ist nicht dafür da um zu spalten und der Eurovision Song Contest ist etwas das die Politik übersteigt."

29.05. RTVE hat entschieden dass durch die nächste Staffel der Operation Triunfo die Kandidaten für den ESC 2019 ausgewählt werden können. Was auch immer das genau bedeutet. Dank der Neuauflage der alten Castingshow hatte der Sender auch beim ESC Rekordeinschaltquoten. 7,1 Millionen Zuschauer sahen die Show. Ein Marktanteil von 43,5%.

30.05. Eneda Tarifa, die 2016 für Albanien sang wird wohl die erste ESC-Teilnehmerin die auch bei der Türkvizyon performt. RTSH meldete sie für den Wettbewerb an. Albanien nimmt das dritte mal an der Türkvizyon teil.

30.05. Katar debütiert 2018 beim ABU TV Song Festival. Die Qatat Media Corporation beabsichtigte ihre Teilnahme bei der ABU. Dabei handelt es sich um eine ESC-ähnliche Veranstaltung, die jedoch keinen Wettbewerb beinhaltet. Es repräsentieren lediglich Interpreten mit Songs ihre Nationen.

30.05. Netta trat im Sommer 2018 auf zahlreichen Christopher Street Days in ganz Europa auf, darunter auch in Köln. Nichts anderes habe ich von der Queen of Eurovision erwartet die für die Rechte von Minderheiten kämpft. Leider war sie nicht auf dem CSD in Hamburg, es wäre für mich ein unvergessliches Erlebnis gewesen sie zu treffen. Stattdessen konnte ich dort mit einem ähnlich inspirierenden Sänger reden, dem DSDS Sieger Prince Damien.

30.05. Nach dem Ausschluss von Bosnien-Herzegowina flattert nun die erste Absage in den Briefkasten der EBU. Die Slowakei gab bekannt dass sie die Teilnahme 2019 finanziell nicht stemmen könne. Allerdings wird ein allgemeines Desinteresse am Wettbewerb im Land die entscheidendere Rolle für die Absage von RTVS gespielt haben. 2012 war die Rundfunkanstalt letztmalig beim Wettbewerb dabei.

31.05. Es gibt große Diskussionen darüber in welcher Stadt und Halle der ESC ausgetragen werden sollte. Dabei macht nun die Basketballabteilung des Vereins Hapoel Jerusalem die größten Probleme. Für zwei Heimspiele würden sie die Pais Arena in Jerusalem nur für zwei, aber nicht für nötige fünf Heimspiele räumen würde. Soll daran scheitern dass der ESC in Israel ausgetragen wird?

Zeit sich in den Juni zu stürzen.

Sonntag, 15. Oktober 2017

News Kompakt September Teil 2/3

Nur noch ein Monat liegt vor uns, dann ist der Berg an Nachrichten, der in diesem Jahr überraschend groß ausfiel, bewältigt. Mitte September wurden schon die ersten konkreten Entscheidungen für die ersten Beiträge an sich, die im Mai von der MEO Arena in alle Welt ausgestrahlt werden, getroffen. Damit wird klar dass der ESC doch gar nicht mal so weit weg ist, und der Geburtstag von Eurovision Passion doch schon einige Zeit zurück liegt.

11. September: Da das letzte mal 2014 ein Vorentscheid für Frankreich stattfand und ich ungefähr in einer Woche, vor drei Jahren damit anfing mich auch mit Nachrichten um diesen wunderschönen Wettbewerb zu beschäftigen, kenne ich Frankreich nur als Land der internen Auswahl, von dem es ein mal im Jahr die Teilnahmebestätigung, ein mal im Jahr die Songpräsentation und sonst keinerlei Meldungen gibt. Entsprechend freue ich mich immer mehr Anzeichen dahingehend zu vernehmen, dass mein ehemaliges Lieblingsland (heute ist es Japan) plant einen Vorentscheid zu veranstalten. Die online-Zeitung ouest-france.fr hat einen Artikel veröffentlicht in dem von einem Vorentscheid mit zwei Halbfinals und einem Finale die Rede ist. An diesem sollen etwa 15 Beiträge teilnehmen. In den Halbfinals entscheidet eine Jury über weiterkommen und Ausscheiden, während im Finale das Publikum mitentscheiden darf. Offizielle Bestätigungen oder Statements von France 2 gibt es noch keine. Der Sender aus unserem Nachbarland hat sich außer mit einer Teilnahmebestätigung für 2018 noch nicht zur Ausgabe von Lissabon geäußert.

11. September: Kroatien konnte 2014 und 2015 aus finanziellen Gründen nicht am ESC teilnehmen. Letztes Jahr kehrte man zurück. Auch dieses Jahr sind die Zahlen auf dem Konto von HRT so groß, dass wir 2018 den 24. Beitrag des ehemals jugoslawischen Staates an der Adria erleben werden.

11. September: Sehr traurige Nachrichten aus der Slowakei! All die Fans die auf ein Comeback gehofft haben werden abermals enttäuscht. Weil es auch mir in meiner eurovisionären Seele weh tut, möchte ich nicht weiter über die Geschichte von diesem Land schreiben. Zuletzt war die Slowakei 2012 dabei. 1996 erreichte man mit dem 18. Platz das beste Ergebnis aller Zeiten. Wenn man die ESC Fangemeinde in seiner Gesamtheit befragt, ist "Horehronie" von Kristina Pelakova (Slowakei, 2010) eindeutig der most underrated song of all time! Es wurde in Oslo nur #36. von 39. Das Preview Video ist aber unter den Top 20 meistgesehenen Videos auf dem offiziellen ESC-Kanal. Dieser Song ist inzwischen ein großer Klassiker und sowas wie das Aushängeschild von der Slowakei. Entsprechend lasse ich es mir nicht nehmen ihn an dieser Stelle anzufügen:


12. September: Der größte aller ESC-Sender, die BBC, hat sich dann auch endlich mal dazu entschließen können Lissabon eine Zusage zu erteilen. Damit wird Großbritannien und Nordirland sich auch 2018 wieder abrackern nicht im Keller der Finaltabelle zu landen, aber man soll ja bekanntlich nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt...

12. September: Juhuuu! Los geht's wieder mit den nichtssagenden Bewerberzahlen bei denen jeder versucht stolz einen neuen Rekord zu erzielen. Den Anfang macht, wie mit fast allem in dieser Saison Norwegen, die sich ja schon seit Januar 2017 um den Beitrag von 2018 kümmern... Bisher gingen 1.200 Beiträge bei NRK ein. Das ist ein neuer Rekord! Stig Karlsen, der Produktionsleiter vom Melodi Grand Prix sagte zu den vielen Bewerbern: "Es gibt so viele junge und talentierte Menschen, die am nächsten Melodi Grand Prix teilnehmen möchten, sodass es ziemlich schwierig wird, nur zehn von ihnen auszuwählen." Ich weiß nicht wie ernst diese Aussage zu vernehmen ist, trotzdem glaube ich dass wir im Januar, wenn die zehn MGP-Kandidaten verkündet werden, zehn sehr gute Songs haben werden, die alle mindestens ein passables Ergebnis beim ESC schaffen würden. Ich wünsche meinerseits allen viel Glück, dass ihre großen Bemühungen für den Song mit einem Auftritt beim Vorentscheid belohnt werden. Zahlen sind immer nur Striche auf Papier. Man sollte sich aber wirklich mal bewusst machen wie viele es gibt, die alles versuchen um ein mal auf der ESC-Bühne zu stehen. Wie groß die Konkurrenz ist... Nicht mal jeder 120. der Bewerber schafft es zum Vorentscheid! Und nur ein einziger zum ESC! In anderen Ländern haben wir noch viel höhere Bewerberzahlen...

14. September: RTÉ hat dazu aufgerufen sich bis zum 6. November für den ESC zu bewerben. Jeder Komponist darf nur einen Titel einreichen. Da kein Wort über einen Vorentscheid verloren wurde gilt eine interne Auswahl in Irland für wahrscheinlich.

15. September: ERLEICHTERUNG! Ich hatte schon richtig Angst bekommen, dass mein Lieblings-ESC-Land nicht teilnehmen könnte. Schon vor Ewigkeiten hat RTVSlo die Bewerbungsbedingungen für die EMA 2018 bekannt gegeben. Jetzt gibt es auch endlich die Teilnahmebestätigung. Noch bis zum 15. November kann man sich bewerben. Spätestens am 8. Dezember wird dann endgültig entschieden, wer zum Vorentscheid fahren darf. Dann können wir nur noch hoffen, dass dieses mal nicht wieder irgendein komischer Song in Slowenien gewinnt und der eigentliche Favorit unerklärlich zu Hause bleiben muss. Vielleicht geschieht ja wirklich ein Wunder und wir werden nicht, wie meistens, alle von den Ereignissen in Ljubljana schockiert sein. Ich persönlich hoffe natürlich wieder auf einen Song von Maraaya :D

15. September: 2016 und 2017 hat der schwedische Starkomponist die Songs für Zypern komponiert. Dieses Jahr hat CyBC jemand neues engagiert. Dabei handelt es sich aber keineswegs um einen NoName! Alex Papaconstantinou hat z.B. mit "vivir mi vida" von Marc Anthony, "I like how it feels" von Enrique Iglesias, oder "Live it up" von Jennifer Lopez viele kommerzielle Erfolge gefeiert. Auch in der Eurovision ist er nicht unerfahren. Er weiß wie man einen Erfolgssong komponiert. Sein Debut gab er 2007 mit "Yassou Maria" für Griechenland, was einen #7. Platz(!) zur Folge hatte. 2009 engagierte ihn Aserbaidschan, denen er mit "Always" die Bronzemedaille sicherte! "Always" gehört zu den Klassikern im ESC und wird noch heute von den Fans sehr oft gehört. Man könnte fast denken dieser Song hat mal gewonnen. 2012 durfte er schließlich für sein eigenes Land ran und hat diesem durch "La La Love" den 16. Platz und somit das drittbeste Ergebnis aller Zeiten gebracht. Darauf hofft man jetzt auch. Zypern ist in den letzten Jahren verhältnismäßig extrem erfolgreich gewesen. Man fährt damit gute Komponisten zu bezahlen offensichtlich eine gute Schiene, aber Vorsicht - ein guter Komponist muss nicht automatisch einen Erfolg bringen. Diese Erfahrung mussten schon viele machen. Trotzdem hoffen wir natürlich alle auf einen großartigen Hit aus Zypern.


15. September: Nach den Mega-Rekorden, die Italien dieses Jahr dieses Jahr beim ESC im eigenen Land verbuchen konnte, wundert es mich schon, dass erst jetzt die Zusage aus dem Land kommt, in das ich in genau einem Jahr meine Studienfahrt im Namen des Geographieprofils unternehmen werde. Natürlich wird wieder dem Gewinner des San Remo-Festivals das Angebot gemacht Italien mit dem Siegersong beim ESC zu vertreten. Falls dieser ablehnen sollte, was ab und zu vorkommt, dürfte RAI darauf entscheiden, das der Zweitplatzierte nachrückt. Bis wenige Stunden vor dem Finale im Mai hatte ich noch erwartet, dass ich an dieser Stelle vom Titelverteidiger schreibe. Italien wurde aber "nur" #6.. Somit ist die Big Five zum 8. mal in Folge vollständig beim ESC vertreten. Des weiteren nähern wir uns langsam der 40 Teilnehmer Marke. Jetzt wird es richtig spannend, wer tatsächlich eine Delegation nach Lissabon entsendet und wer leider aussetzen wird.

16. September: Malta vermeldet 129 eingesendete Beiträge, von denen 30 in die nähere Auswahl genommen wurden. 16 von ihnen werden beim "Malta Song For Europe" von TVM antreten dürfen.

17. September: BNT hatte seine Teilnahme schon bestätigt, zog diese dann aber doch zurück, weil der neue Generaldirektor, der erst noch gewählt werden musste, drüber entscheiden sollte. Nachdem Konstantin Kamenarov alle wichtigen Formalien erledigt hatte, konnte er sich auch nach einer kurzen (und überflüssigen) Debatte im Sender für die Teilnahme von Bulgarien für Lissabon aussprechen. Auch wenn das Land am schwarzen Meer nicht im Geld schwimmt, wäre es doch wirklich eine große Überraschung gewesen wenn das neue Aserbaidschan aussetzt. Nun wird man wieder alles daran setzen Europa erneut zu flashen.

17. September: Die beiden Rundfunkanstalten der Malediven streiten sich regelrecht darum wer von ihnen am Eurovision Asia Song Contest teilnehmen darf. VTV wird privat betrieben, während TVM staatlich ist und letztes Jahr mit "Maldivian Idols" sogar eine Castingshow veranstaltete. Alleine dies zeigt dass TVM deutlich höhere Chancen auf einen Erfolg hat, als VTV. Was auch immer aus diesem Konflikt wird, wir können davon ausgehen, dass die Malediven beim ersten EASC dabei sind.

18. September: Ich hatte es schon befürchtet, aber "Hope never dies" und die Hoffnung bleibt bestehen, dass Bosnien-Herzegowina 2019 wieder zurückkehren kann. BHRT gab aufgrund der Engpässe in der Kasse des Senders endgültig bekannt 2018 nicht dabei sein zu können. Irgendwo ist es auch vernünftig erst einmal nach einem Weg zu suchen die Gehälter der Angestellten von Juni, Juli und August zu zahlen, anstatt aus den leeren Taschen irgendwie doch noch Geld zu ziehen um einen 3 Minuten Auftritt auf die Beine zu stellen. Die ESC-Fan-Gemeinde trauert also weiterhin um den Sender auf dem Balkan, der uns oft gute Beiträge lieferte.

19. September: Dieses Jahr sind 2.771 Beiträge als Bewerbung für die legendären Melodifestivalen von Schweden eingegangen. Das sind etwa 300 mehr als im Vorjahr und somit ein neuer Rekord. Nun gilt es für SVT von diesen 27 auszuwählen und sich zu überlegen was für einen Song man Stiko Per Larsson verpasst, der durch den Radiowettbewerb P4 Nästa einen direkten Startplatz erhalten hat.

19. September: Seit heute kann man sich bei ERR bewerben. Jeder Komponist kann bis zu drei Titel einreichen. Auch ausländische Künstler dürfen sich bewerben, es muss jedoch an jedem Beitrag mindestens ein Eeste beteiligt sein. Ab dem 1. November weden keine Bewerbungen mehr angenommen. Man betonte dass jeder willkommen sei. Es sei egal ob man großer Star, oder No Name ist, was zählt sei dass man 180 einmalige Sekunden mit dem Song bereiten kann. Wer es in die Shows geschafft hat wird am 19. und 20. Dezember veröffentlicht. Derweil wurden auch die Termine für die Halbfinals vom Eesti Laul 2018 bekanntgegeben; am 10. und 17. Februar müssen sich die Songs durchsetzen, ehe es am 3. März in der Hauptstadt Estlands dann um alles geht. Der Finaltermin war der erste Termin überhaupt, den wir in dieser ESC-Saison vernehmen konnten.

20. September: Eine kleine Anmerkungen zu den Ereignissen in Katalonien: Die Spanische Regierung wird alles versuchen eine katalonische Teilnahme am Song Contest zu verhindern. Ähnlich wie wir es seit Jahren in Serbien und im Kosovo erleben.

20. September: In Kroatien werden die Forderungen zum nationalen Vorentscheid "Dora" zurückzukehren. An diesem haben früher alle etablierten Künstler teilgenommen. Die internen Auswahlen der letzten Jahre haben Kroatien auch viel schwächere Ergebnisse gebracht. Die Bevölkerung, ESC-Fans und Musikindustrie fordern immer deutlicher einen Vorentscheid. HRT hat sich zu seinen Plänen noch nicht geäußert.

20. September: Selbstbewusstsein ist oft die Grundlage für den Erfolg. Die Teilnahmegebühren von 2,5 Millionen Mazedonischen Denar, umgerechnet ca. 40.500€ haben MKRTV zum Zögern gebracht. Man konnte sich doch dazu durchringen diesen Preis zu zahlen. Für die restlichen Kosten wurden weitere 8,5 MKD (ca. 138.000€) angeschlagen. Überzeugt von sich selber ist MKRTV auf jeden Fall, so machte man die Kampfansage, dass die Teilnahme 2018 die Hochwertigkeit der mazedonischen Musik widerspiegeln werde. Ich frage mich welche Hochwertigkeit sie meinen, oder wie sie das anstellen wollen. In den letzten Jahren sind die Ergebnisse der Ehemals jugoslawischen Republik Mazedonien durchgängig miserabel gewesen. Skeptisch beobachte ich dann mal das fortlaufende Geschehen...

...nicht nur das in Mazedonien, sondern auch in allen anderen Teilen der ESC-Bubble. Im nächsten Post schließen wir dann den September ab und sind im aktuellen Monat angekommen.