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Sonntag, 10. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 9/24 Rumänien/Moldawien

Heute gibt es wieder zwei Länder mit Christmas Carols und zusätzlich die Region Transnistrien, die sich als eigene Nation ansieht, wozu ihr jedoch die internationale Anerkennung fehlt, und in Moldawien liegt. In Rumänien haben Christmas Carols eine sehr große Bedeutung in der Weihnachtszeit. So ziehen am 25. Dezember Sänger, mit einem gebastelten Stern, auf dem Szenen aus der Bibel zu sehen sind, durch die Straßen.

Kleinkinder tun ähnliches, indem sie in der gesamten Weihnachtszeit in Gruppen von Haus zu Haus gehen um dort Weihnachtsgedichte, oder Christmas Carols vorzutragen. Der Anführer von so einer Gruppe trägt einen Holzstern, an einem langen Stock, bei sich, der von Metall umhüllt ist und von Glocken und Bändern verziert wird. In der Mitte vom Stern ist die Geburt Jesu abgebildet. Der Christmas Carol der dabei am meisten verbreitet ist, ist "O, ce veste minunată".


Moldawien unterscheidet sich in seinen weihnachtlichen Traditionen nicht von Rumänien. Hier ist beim weihnachtlichen durch-die-Straßen-ziehen "Sfanta i seara de cracium" am meisten verbreitet.


In Transnistrien hält man sich an die russisch-orthodoxe Tradition am 7. Januar Weihnachten zu feiern. Zu diesem Fest besuchen dort die meisten Kinder ihre Pateneltern und bringen ihnen Aschkuchen mit, der im Konkreten aus Rosinentörtchen mit Zuckerguß und Streuseln besteht. Eine besinnliche Zeit beim Hören der Christmas Carols Grặciun fericit! und Craciun fericit si un An Nou fericit!

Passion's Adventskalender 8/24 Island

Heute schauen wir in den hohen Norden Europas, das am weitesten von jeglichen anderen Kulturen entfernt liegt und so ein paar eigene Traditionen für diese Zeit des Jahres entwickelt hat. In Island wird das Weihnachtsfest von Heiligabend an, bis zum Dreikönigstag am 6. Januar gefeiert. Früher herrschte ein Tannenbaummangel in Island. Deswegen waren die meisten Weihnachtsbäume aus Holzstücken selbst gebaut und angemalt. Inzwischen werden genügend Tannenbäume importiert. Nur wenige Familien, die dies bevorzugen, bauen sich ihren Weihnachtsbaum noch selber.

An Heiligabend ist man in Island meist "Jolaar", also Weihnachtslamm, oder auch Rauchfleisch und Würstchen. Ebenfalls ist selbstgebrautes Bier beliebt. Das Ritual mit dem Reisbrei, welches ich schon im 4. Türchen bei Dänemark erklärt habe, wird hier genauso durchgeführt. In Island werden die Geschenke von den dreizehn Weihnachtszwergen von den Bergen gebracht. Der erste von ihnen kommt am 12. Dezember. Darauffolgend kommt jeden Tag ein weiterer Zwerg. Am 24. Dezember kommt dann auch der letzte, bevor am 25. Dezember der erste Zwerg wieder weggeht. Jeden Tag folgt ihm ein weiterer, sodass mit dem 6. Dezember der Letzte verschwindet. Ich wünsche noch viel Spaß beim Hören des isländischen Christmas Carols "Snæfinnur Snjókarl", weiterhin eine besinnliche Weihnachtszeit, in der man jeden Tag darüber nachdenkt wie schön diese Zeit eigentlich ist und Gledileg jól!


Passion's Adventskalender 7/24 Kroatien/Bosnien-Herzegowina

Heute schauen wir auf den Balkan, auf zwei Länder die keine besonders außergewöhnlihen Weihnachtstraditionen haben, aber beide über bekannte Christmas Carols verfügen, die Teil dieses Adventskalenders sein sollen.

Besonders Kroatien ist ein Land mit einer unfassbar hohen Anzahl an verschiedenen Christmas Carols, die wiederum meistens noch mehrere Versionen in ihrer Melodie und im Text haben. Da ist es schwer ein Lied auszuwählen, das am bekanntesten bzw. am verbreitetsten ist. Am ehesten kann man hier das Augenmerk auf "Veselje ti Navješćujem" legen, das übrigens über 50 verschiedene melodische Varianten hat und neben Kroatien auch in Bosnien-Herzegowina verbreitet ist.


Dort ist der Christmas Carol "Narodi Nam Se" noch verbreiteter. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und pflegt somit eine sehr große Tradition. In Bosnien-Herzegowina werden in der Weihnachtszeit die Grenzen zwischen den Konfessionen und Religionen besonders stark überwunden, sodass alle gemeinschaftlich in Frieden Weihnachten feiern können. Viel Spaß beim Hören der Songs und wie man gemeinschaftlich in beiden heutigen Ländern sagt Sretan Božić!


Samstag, 9. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 6/24 Italien/Malta

In den letzten Tagen konnte ich hier leider nicht aktiv sein. Manche Dinge sind im Leben wichtiger als der Eurovision Song Contest. Ich gebe mir größte Mühe, trotz allem was in der stressigen Weihnachtszeit zu tun ist, hier so gut es geht mit den Posts hinterher zu kommen. Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht immer über alles brandaktuell berichten kann. Natürlich verpasst du hier aber nichts und wirst über alle Geschehnisse Top informiert sein, sobald mir dies möglich ist. Nun wollen wir uns trotzdem Zeit nehmen uns zu besinnen und ein wenig verspätet auf das 6. Türchen mit Italien schauen, dem ich Malta, das über keinen großen Christmas Carol verfügt, angehängt habe.

"Natale" ist in Italien von der römischen Kultur und modernen Traditionen geprägt. Am 8. Dezember wird zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria das "Hochfest" gefeiert. Von diesem Tag an wird alles weihnachtlich geschmückt, sowie Krippen und Weihnachtsbäume aufgestellt. Auf Sizilien gibt es am 13. Dezember noch ein extra Fest zum Gedenken der heiligen Lucia, der Patronin von Sizilien. An Heiligabend gehen alle zur Christmesse in die Kirche. An diesem Tag wird kein Fleisch gegessen. Verbunden mit der italienischen Kultur besteht das Festessen deshalb aus Meeresfrüchten und Süßigkeiten wie "pandoro", "panettone", "torrone", "panforte", "struffoli", "caggionetti" und "Monte Bianco".

Am 25. Dezember werden dann verschiedene Fleischsorten, Käse und Süßigkeiten. Wer die Geschenke bringt hängt von der Region Italiens ab. An manchen Orten ist es das Christkind an Heiligabend. Anderswo werden die Geschenke erst am 6. Januar ausgepackt, wenn die alte Witwe "Befana" die Geschenke am Dreikönigstag gebracht hat. Dabei verbreitet sich "Babbo Natale" der italienische Weihnachtsmann immer mehr. Der 26. Dezember ist in Italien der "Stephanstag".

Im multikulturellen Malta wird zum Weihnachtsessen gewöhnlicher Truthahn mit Kartoffeln und Gemüse gegessen. Der maltesische Honigring wird vor vorzugsweise in der Weihnachtszeit verzehrt.

In Italien gibt es ein Christmas Carol das sich so prägnant durch die Weihnachtszeit zieht, wie es in kaum einem anderen Land zu finden ist. Einfach jeder kann "Tu scendi dalle stelle" auswendig in voller länge singen und hört es ständig und überall. Viel Spaß beim Hören Buon Natale! Il-Milied it-Tajjeb! Festi t-Tajba! und Merry Christmas!


Dienstag, 5. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 5/24 Polen

Heute schauen wir zu unseren Nachbarn nach Polen. Dort beginnt die Weihnachtszeit am 1. Advent. Mit diesem Tag beginnt auch eine Fastenzeit, die erst mit dem Ende von Heiligabend (Wigilia) aufhört. An diesem Tag kommt die gesamte Großfamilie zusammen und isst das gleichnamige Festmahl Wigilia, bei dem immer für eine Person mehr gedeckt wird, als anwesend ist, da ein unerwarteter Gast vorbei kommen könnte, den man dann sofort mit zum Essen aufnehmen würde, wie es Mark Forster beim Weihnachtskonzert von "Sing meinen Song" schon erklärte. Zu jedem Gedeck gehört auch eine Oblate. Mit dieser geht man zu Beginn des Essens zu jedem anderen und tauscht jeweils ein abgebrochenes Stück seiner Oblaten aus. Damit wünscht man sich Glück und gegebenen Falls auch andere gute Dinge für das nächste Jahr. Dies darf alles erst durchgeführt werden, wenn der erste Stern am Himmel zu erkennen ist. Das Wigilia an sich ist immer Vegetarisch, da es in der Fastenzeit ist und besteht, angelehnt an die zwölf Apostel von Jesus, aus zwölf Gerichten. Typisches Essen ist RoteBete Suppe, Pilzsuppe, Maultaschen sowie der Käsekuchen "Sernik". Anschließend gibt es die Bescherung und ab Mitternacht die "Pasterka" in der Kirche.

Der populärste Christmas Carol in Polen wird dort auch als Weihnachtshymne bezeichnet und war für sehr kurze Zeit sogar mal die Nationalhymne von Polen. Er heißt "Bóg Się Rodzi" Viel Spaß beim Hören und Wesołych Świąt Bożego Narodzenia! von gestern möchte ich noch nachträglich God Jul! und Glædelig jul! wünschen.


Montag, 4. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 4/24 Schweden/Dänemark

Heute gibt`s das erste Adventskalender Türchen ohne einen Zusatz, in dem etwas anderes erklärt wird. Deswegen sind auch gleich zwei Nationen Thema, die beiden befreundeten, die sich als Nachbar sehen, was sie geographisch, sowie politisch gesehen nicht sind. Zudem habe ich noch die Regionen Färöer und Grönland angefügt, die sich von der Art Weihnachten zu feiern von Dänemark unterscheiden, obwohl sie zu Dänemark gehören. Auf den Färöer Inseln gab es schon Bestrebungen als eigenes Land beim Eurovision Song Contest zu starten.

Die Weihnachtszeit beginnt in Schweden am 1. Advent und findet seinen Höhepunkt an Heiligabend, wenn "Jultomte", der Weihnachtsmann, die Geschenke bringt. Bevor das "Smörgåsbord", oder auch "Julbord" genannt, mit dem Weihnachtsschinken "julskinka" verzehrt wird, schauen alle um 15 Uhr eine bestimmte Donald-Duck Sendung. Eine ähnliche Tradition wie das alljährliche "Dinner for one" in Deutschland an Silvester.

Das Julbord ist aber auch ein Angebot, das es in der gesamten Adventszeit überall in Schweden zu finden gibt. In jedem Restaurant, sowie zu vielen Weihnachtsfeiern, wird es zahlreich verzehrt. Zudem gelten die Süßigkeiten Toffee, Knäck, Schokolade, Nüsse, Orangen, Feigen, Datteln und das Getränk "Glögg" in Schweden als weihnachtliche Süßigkeiten. Die Weihnachtszeit wird in Schweden mit der Frühmesse am 25. Dezember ab 6 oder 7 Uhr in der Kirche beendet. Als Dekorationsstück ist in Schweden besonders der Julbock (aus Stroh) präsent.

Wie ich gestern schon erwähnt habe, wird in den meisten dänischen Haushalten eine Adventskerze als Adventskalender abgebrannt. Erfunden wurde diese übrigens 1942 von einer Kerzenfabrik in Kopenhagen. Der Adventskranz stammt übrigens auch aus Dänemark. Am 13. Dezember wird von Kindern das Luciafest gefeiert. Ähnlich wie in Schweden, feiern die Leute mit ihren Arbeitskollegen "Julefrokost". Dabei wird besonders "Æbleskiver" gegessen und "Glögg" oder "Julebryg" getrunken. Daheim wird viel gebacken. Meist "Klejner", oder "Pepperkager".

An Juleaften (24.12.) wird viel gegessen, nachdem am Nachmittag ein Gottesdienst besucht wurde. Besonders populär sind Gans, Ente, oder Schweinebraten, mit Rotkohl, dazu mit Zucker braun glasierte Kartoffeln. Zum Nachtisch gibt es, neben dem Wichtelbier "Nisseøl", "ris à  l'amande", dem eine Mandel hinzugegeben wird. Wer diese auf seinem Teller wiederfindet, bekommt das "Mandelgave", ein zusätzliches Geschenk. Außerdem wird eine Schüssel Grütze auf dem Dachbeoden, oder vor der Tür für die Weihnachtswichtel platziert.

Nach dem Essen singen alle, um den Weihnachtsbaum herum stehend, Hand in Hand Christmas Carols. Dieser ist u.a. mit besonderen Herzen geschmückt.

Der populärste Christmas Carol in Schweden ist an das Lucia Fest am 13. Dezember angelehnt, das in Schweden eine noch größere Bedeutung trägt, als in Dänemark. Es heißt "Santa Lucia", oder auch "Sankta Lucia".


Der dänische Christmas Carol in diesem Adventskalender basiert musikalisch auf dem deutschen Lied "Schönster Herr Jesus" und besingt, dass die Erde liebenswert ist. Er heißt "Dejlig er Jorden".


Kommen wir zu den Färöer Inseln. Dort beginnt die Weihnachtszeit am 24. Dezember und geht dann 21 Tage. Die Färöer sind die einzigen auf der Welt, die die Tradition behalten haben am 13. Januar das Weihnachtskehraus zu tanzen. Auf den Färöer wird besonders viel selbst gebastelte Dekoration verwendet. Auch hier wird viel gebacken; Schmalzgebäck, Pfeffernüsse, Spekulatius und Vanillekränze. Am letzten Schultag vor den Ferien singt und tanzt die gesamte Schule gemeinsam um einen Weihnachtsbaum in der Aula. Dieser wird bei den Familien zu Hause übrigens erst am Abend vom 24. Dezember geschmückt. Zuvor gehen die meisten in die Kirche und lesen die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Am Nachmittag oder Abend wird sich dann der Bauch mit Gänsebraten, Entenbraten, Schweinebraten, Fisch, Schafsfleisch, Kartoffeln, Gemüse, Salat, braune Kartoffeln, Ananas und Rotkohl, mit brauner und weißer Soße vollgeschlagen. Anschließend gibt es die gleiche Nachtisch Tradition wie im Rest von Dänemark.

Auch das Singen um den Baum wird hier genauso gefeiert. Am "Jóladagur", dem 25. Dezember geht es Vormittags in die Kirche und Nachmittags zu Gräbern, um den Toten zu gedenken. Der 26. Dezember gehört der Familie und den Verwandten. An diesem Abend wird auch ein traditioneller Tanz getanzt. Dieser Tanz wird auch am 6. Januar, dem "Trettandi" getanzt.

In Grönland werden die importierten Tannenbäume mit dänischen und grönländischen Flaggen geschmückt. Außerdem werden die kleineren Geschenke an ihn gehängt. An Heiligabend gehen die Kinder durch ihr Dorf und singen Christmas Carols während der Weihnachtsmann die Geschenke mit dem Hundeschlitten bringt. Außerdem müssen an diesem Tag die Männer ihre Frauen rundum verwöhnen, was in Grönland sonst eher andersherum der Fall ist. Gegessen wird Robbenfleisch, Walfleisch, Rentierfleisch, "mattak", "kiviak", Heilbutt und geräucherter Lachs. Um Mitternacht geht's zur Christmette in die Kirche. An Sonnsten ähneln sich die Traditionen dem europäischen Teil Dänemarks.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 3/24 Bulgarien

Erste Adventskalender gab es schon im 19. Jahrhundert. Eltern machten mit Kreide 24 Striche an die Wand, die Kinder durften jeden Tag einen wegwischen. Oder man hing jeden Tag ein Bild an die Wand. Andere haben jeden Tag einen Strohhalm in eine Krippe gelegt, oder eine hohe Kerze an 24 Stellen markiert und jeden Tag einen Bereich abbrennen lassen. Die Adventskalenderkerze ist heute besonders in Skandinavien verbreitet und inzwischen auch im Haus meiner Familie in Schleswig-Holstein (in the very north of Germany) angekommen. Diese "Adventskalender" dienten vor allem dem Abzählen der Tage. Der Adventskalender, wie wir ihn heute haben, mit "Belohnungen" oder Überraschungen für jeden Tag, wurde von einem evangelischen Pfarrer erfunden. Er bastelte für seine Kirche einen Adventskalender, bei dem sich hinter jedem Türchen ein Bild versteckte. Diese Idee breitete sich sehr schnell aus, so gibt es seit den 1950er Jahren Adventskalender mit Schokolade, oder anderen Inhalten, zu geringen Preisen, als Massenprodukt zu kaufen. Selbstgemachte Adventskalender sind zwar noch präsent, werden aber immer seltener. Virtuelle Adventskalender gibt es erst seit wenigen Jahren, werden aber mit jedem Jahr deutlich mehr. Nun trage ich auch dazu bei ;)

Heute schauen wir darauf wie in Bulgarien Weihnachten gefeiert wird. Am 15. November beginnt dort eine Fastenzeit, die am 25. Dezember endet. Gefeiert wird aber schon am Abend vorher. Es wird ein Menü mit einer ungeraden Anzahl an Gerichten, meist 7, 9, oder 13, gekocht, die keine tierischen Produkte enthalten dürfen, da noch Fastenzeit ist. Häufig werden Gerichte wie z.B. mit Bohnen gefüllte Paprika, Reis gewickelt in Weinblätter, Bohnensuppe oder mit Kürbis gefüllte Teigblätter, auch Tikvenik genannt, zubereitet. Doch vorher muss ein traditionelles Brot, mit einer Münze darin durch die Anzahl der Familienmitglieder geteilt und an alle verteilt werden. Dabei erhalten Gott, Maira, das Haus und jedes Haustier jeweils ein eigenes Stück. Wer die Münze in seinem Stück Brot hat wird das nächste Jahr über nie krank. Anschließend verteilt die älteste Person am Tisch Weihrauch in jedem Zimmer des Hauses, um das Böse zu vertreiben.

Ein weiterer Brauch um das Böse und Geister zu vertreiben ist, dass junge Männer in Gruppen von Haus zu Haus ziehen und den Leuten gute Wünsche zusprechen, indem sie mit Kornelkirschstöcken auf deren Rücken tätscheln. Im Gegenzug erhalten sie Brezeln, Wein und seit einigen Jahren immer häufiger auch Geld. Das alles passiert in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bis Sonnenaufgang. In dieser Zeit bringt auch "Djado Koleda" die Geschenke. Am Morgen findet dann die Bescherung statt. In den Tagen danach werden aufgrund des Endes der Fastenzeit besonders aufwendige Gerichte mit tierischen Produkten verzehrt.

Der bekannteste Christmas Carol in Bulgarien ist nach Djado Koleda benannt. Viel Spaß beim hören und Весела Коледа!


Samstag, 2. Dezember 2017

Passion's Adventskalender 2/24 Schweiz

In unserem Adventskalender werden die bekanntesten Christmas Carol aus ganz Europa vorgestellt. Doch was genau ist eigentlich ein Christmas Carol? Ein "Carol" ist ein Lied oder eine Hymne, mit Weihnachten oder Winter als Thema in den Texten. Damit sich ein Lied Christmas Carol, oder "noël" wie es ganz schlicht im Französischen heißt, nennen darf, muss es eine lange Tradition haben und darf generell nur zur Weihnachtszeit gesungen werden. Ursprünglich wurden Christmas Carols nur für die Kirche geschrieben. Mit dem 1. Adent (also morgen) beginnt ein neues Kirchenjahr, zu diesem Anlass wurde ausgelassen bis Heiligabend und darüber hinaus gefeiert und beim Feiern singt man eben auch Lieder, die zu dem Anlass passen. Das zelebrieren der Weihnachtszeit hat sich über viele Jahrhunderte immer mehr mit dem nicht-religiösen Teil der Kulturen vermischt, so sind die meisten heutigen Christmas Carols nicht mehr wirklich mit einem theologischen Hintergrund, der eine Eigenschaft des Christseins ins Gedächtnis ruft. Deutschland und Österreich gehören in der Geschichte der Christmas Carols zu den bedeutendsten Ländern. Besonders hier ist das Singen von Weihnachtsliedern stark verbreitet und wird die ganze Weihnachtszeit über ständig praktiziert. Trotzdem schauen wir in diesem Adventskalender vor allem auf andere Länder Europas, in denen auch sehr viele Weihnachtslieder gesungen werden.

Trotz der Abkopplung der christlichen Kirche wird das Weihnachtsfest vor allem in christlichen Regionen der Welt zelebriert. So ist Europa der Kontinent des Weihnachten Feierns, aber in vielen Ländern auf der ganzen Welt, manche christlich, manche andersgläubig, ist das Weihnachtenfeiern ein fester Bestandteil der Kultur geworden, unabhängig der Religion, der die Leute anhängen. Trotzdem beschränke ich mich mit unserem Eurovisions Adventskalender nur auf eurovisionäre Länder. 2017 ist ja nicht das letzte Jahr in dem Weihnachten gefeiert wird...

Im heutigen Türchen schauen wir uns einmal an was unsere Nachbarn im Süden während der Weihnachtszeit so singen. Da im deutschsprachigen Raum die Weihnachtsbräuche fast identisch sind, habe ich nichts worüber ich bei der Schweiz schreiben kann, dafür darf ich aber berichten, dass das deutschsprachige Lied "Es ist für uns eine Zeit angekommen" tatsächlich das bekannteste Christmas Carol in der Schweiz ist. Viel Spaß beim hören und Frohe Weihnachten! Joyeux Noël! Buon Natale! Bella Festas daz Nadal!



Freitag, 1. Dezember 2017

Passion's Adventsklender 1/24 Slowenien

Heute Morgen werden ganz viele Kinder aus dem Bett aufspringen und voller Freude das erste Türchen des Adventskalenders auf machen. Dabei werden sie dieses wunderschöne Weihnachtsgefühl verspüren und zählen dass es jetzt nur noch 23 Türchen sind die gewartet werden müssen. 23 Türchen bis Heiligabend. Natürlich werden auch ganz viele Erwachsene heute das erste Türchen vom Adventskalender öffnen und dürfen sich dabei genauso fühlen wie früher und zumindest kurz wieder Kind sein.

Beim schreiben dieser Zeilen kommen mir gerade die Tränen und ich kann nicht wirklich sagen ob es Tränen der Freude, Trauer oder etwas anderes sind. Jetzt, wenn ich dies hier schreibe ist noch Oktober, ich möchte den Adventskalender rechtzeitig fertig haben. Ich freue mich aber schon riesig auf diese wunderschöne Zeit und den Moment an dem auch ich wieder das erste Türchen von Mama's liebevoll gemachten Adventskalender öffnen darf. Ich bin 17 und sehe die Weihnachtszeit mit anderen Augen, als noch vor zehn Jahren. Da war ich in der 2. Klasse und habe an das Krippenspiel gedacht, dass bei dem Gottesdienst an Heiligabend nichts schiefgehen soll und an meine Wunschliste, welche Geschenke ich bekomme und ob ich dieses Jahr vielleicht endlich ein Pferd bekomme? Ich habe mich auf die Weihnachtsstunde in der Schule gefreut, im Dezember haben wir jeden Tag eine Unterrichtsstunde etwas weihnachtliches gemacht. Vor zehn Jahren habe ich mich auf die vielen schönen Abende gefreut, an denen es schon am frühen Nachmittag dunkel wird und ich mit einem Kakao im warmen Wohnzimmer sitze und Schnüpperle vorgelesen bekomme, Beutolomäus gucke, oder einfach nur aus den Fenstern mit den leuchtenden Schwippbögen aus dem Erzgebirge schaue und zusehe wie die Schneeflocken von dem kalten Wind durch die Luft gewirbelt werden...

Jetzt bin ich in der 12. Klasse und mache nächstes Schuljahr mein Abitur. Wenn ich jetzt im Oktober an den Dezember denke, sehe ich eine stressige Zeit vor mir, in der ich gefühlt jeden zweiten Tag eine Klausur schreiben und mich darauf vorbereiten muss, die in meine Abiturnote eingehen wird. Ich sehe eine anstrengende Probenzeit beim Musical vor mir und jede Menge Extratermine die sich im Dezember immer anhäufen. Ich sehe mich schon wieder mehrmals täglich darüber fluchen dass es so kalt, glatt und dunkel ist und wie sehr ich es hasse im Winter Fahrrad fahren zu müssen, was bei mir jede Woche im Durchschnitt etwa 18 mal vorkommt. Ich sehe vor mir wie ich, sobald die Herbstferien vorbei sind, vor Sonnenaufgang zur Schule fahren muss und nach Sonnenuntergang wieder nach Hause komme, womit der anstrengende Teil des Tages aber noch lange nicht vorbei ist.

Das alles klingt überhaupt nicht weihnachtlich... Und dann bin ich aber wiederum froh darüber dass ich nicht noch zusätzlich den großen Weihnachtsstress habe, über den sich Eltern immer beklagen. Ich bin froh dass ich in einer Kultur leben darf, in der die Weihnachtszeit so intensiv den Alltag begleitet. Ich bin froh dass ich gläubiger Christ bin und bei all den Weihnachtsmärkten, Weihnachtsmännern wohin man schaut, und kommerziellen Ausrichtung auf das Weihnachtsgeschäft immer im Blick habe warum wir das eigentlich alles tun. Ich bin aber auch darüber froh dass ich einen Adventskalender haben darf und jeden Tag, neben all den anderen Dingen, mir kurz Zeit nehmen kann in der ich mich wie vor zehn Jahren fühlen kann. Man darf das Kulturgut des Adventskalenders als schön oder sinnlos ansehen, letztendlich ist alles was sich Kultur nennt mehr oder weniger sinnlos, der Adventskalender ist aber etwas, was für mich einen ganz besonderen Wert hat, deswegen möchte ich auch auf meinem Blog in der ersten Weihnachtszeit einen Adventskalender führen, der dich jeden Tag vom täglichen Stress der Weihnachtszeit ablenken soll und bei dem du hoffentlich in die Weihnachtsstimmung kommst und den Zauber verspürst, den man in den ersten Lebensjahren hatte, wenn man zum Adventskalender ging und es ein Tag weniger bis zur großen Bescherung war.

Jedes Jahr hört man überall, dass man sich dieses Jahr wirklich auf die schönen Dinge besinnen möchte und es dieses Jahr auch wirklich ernst meint. Das könnte ich jetzt auch schreiben, mache ich auch, aber anders. Ich werde dieses Jahr durch die Idee auf meinem Blog einen Adventskalender zu machen jeden Tag mehrmals daran denken wie ich mich jetzt gerade vor zehn Jahren gefühlt habe, was ich genau jetzt vor zehn Jahren wohl gemacht habe und immer im Bewusstsein haben wie schön diese Zeit doch eigentlich ist. Ich bin mir sicher, dass sich mein Lebensgefühl ganz doll verbessern wird, wenn ich diese Zeit bewusst so erlebe, wie ich es früher getan habe.

Weihnachten gilt als das Fest der Liebe, genau wie der Valentinstag, der Hochzeitstag, ...ach ich lass das lieber. Was mir als Christ da am wichtigsten ist, ist die Nächstenliebe. Aus Nächstenliebe und gepackt von dem schönen weihnachtlichen Gefühl, möchte ich jedem einzelnen Besucher dieser Seite mit meinem Adventskalender genau das jeden Tag bewusst machen. Du solltest nicht im Stress versinken, sondern die ganze Zeit so leben wie du vor 5, 10, 15, 20, 50, oder 80 Jahren die Weihnachtszeit empfunden hast. Daran soll dich jeden Tag mein Adventskalender erinnern.

Ich denke, dass ich in dem ein bisschen über mein persönliches weihnachtliches Geschehen berichten werde, aber vor allem erzähle wie man in anderen Ländern Europas Weihnachten feiert und weil das hier eine Song Contest Website ist, dir traditionelle Weihnachtssongs aus den Ländern Europas näher bringen.

Dazu habe ich 35 Länder rausgesucht, von denen ich jeweils den bekanntesten "Christmas Carol" vorstellen werde. Was genau ein Christmas carol ist, erfährst du, wenn du morgen wieder vorbei schaust und das zweite Türchen liest und hörst. Bei 35 Ländern wird es an vielen Tagen natürlich mehr als ein Lied geben. Zudem habe ich noch 13 weitere eurovisionäre Länder oder Regionen mit Sonderstatus rausgesucht, in denen man ein bisschen anders Weihnachten feiert. Diese "Länder" habe ich möglichst passend an andere angefügt und werden dann im gleichen Türchen beschrieben. Heute zum Einstieg gibt es aber erst einmal eines.

Und das ist mein Lieblings-ESC-Land Slowenien. Dort beginnt bereits am 13. November die Weihnachtszeit mit einem festlichen Mahl, welches die Fastenzeit einläutet. Diese geht dann bis zum großen Festmahl am 25. Dezember, bei dem ein aus Roggen, Buchweizen und Weizen gebackenes Brot gegessen wird, das magische Kräfte besitzt. Anschließend folgt die Bescherung, die ohne Besucher stattfinden muss, da diese für Unglück im nächsten Jahr sorgen. Am Abend davor geht man zur Mitternachtsmesse in die Kirche. Während der ganzen Weihnachtszeit steht die "Jaslice", also die Weihnachtskrippe im Vordergrund, die erst am 2. Februar mit dem Fest der Darstellung des Herrn endet.

Das populärste Weihnachtslied in Slowenien heißt aber "Weiße Schneeflocke" bzw. "Bela Snežinka". Um in Weihnachtsstimmung zu kommen solltest du dir jeden Tag das traditionelle Liedchen hier anhören. Das bringt wirklich viel, selbst im Oktober reicht es mir ein paar Weihnachtslieder aus Europa zu hören und schon steigt meine Vorfreude auf diese Zeit enorm an. Viel Spaß, eine schöne Weihnachtszeit und Vesel božič!