Ein Konzept für diesen Blog habe ich nicht mehr. Ab und zu schreibe ich wohl über den ESC, vor allem in der Vorentscheidungszeit und den zwei Probenwochen. Wenn mir danach ist schreibe ich hier Gedanken von mir auf.
So ist es auch jetzt. Nun studiere ich seit fünf Wochen. Mein Leben hat sich diesen Herbst von Grund auf verändert. Von der Kleinstadt bin ich in die Großstadt umgesiedelt. Vom Hotel Mama in die eigene Wohnung. Von der Schule, in der einem klar und deutlich gesagt wird, was zu tun ist, in die Uni, wo alles nur so von Selbstorganisation strotzt. Mit diesem harten Lebensumbruch habe ich mich auch in meiner Persönlichkeit verändert. Dass das passieren wird wusste ich vorher. An meinem Bruder, der sein Studium zwei Jahre früher begann, habe ich das schon hautnah miterlebt. Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass man sich verändert hat. Keine Ahnung ob ich das positiv, oder negativ sehen kann. Die Idee von Peter Pan - für immer Kind bleiben - hat mich immer fasziniert. Die meiste Zeit meines Lebens wollte ich nicht älter werden, weil ich wusste dass das Leben mit zunehmendem Alter immer schwerer wird. So ist unsere Gesellschaft nun mal. Jetzt bin ich älter, in gewisser Weise irgendwie erwachsen, und ich finde das gar nicht so schlimm wie ich immer dachte. Gut finde ich es allerdings auch nicht. Noch mal jünger sein zu können wäre schon ganz schön. Das alles ist echt verrückt.
Meine schlimmsten Befürchtungen, dass ich an der Uni keine Leute kennenlerne mit denen ich Spaß haben kann, sind nicht eingetreten. Auch wenn es nicht viele sind, habe ich echt gute Freunde gefunden, bei denen ich weiß, dass ich immer auf sie zählen kann. Ich freue mich jedes mal darauf sie zu sehen. Einen Ersatz für die tollen Menschen, die ich in meiner Heimatstadt zurücklassen musste, sind sie nicht. Dafür sind die Leute mit denen ich etwas anfangen kann alle viel zu speziell und einzigartig. Der vermissende Schmerz derer, die in den letzten Jahren mein Leben halbwegs lebenswert gemacht und mir gezeigt haben, wie ich glücklich werde, wird durch die komischen Menschen an meinem neuen Platz immerhin gemildert.
Das Studieren an sich ist ungefähr so wie ich es mir vorgestellt hatte und doch ist es anders. Die 300 Seiten Lesestoff pro Woche, die zu meinen Studienfächern dazu gehören, machen mir echt zu schaffen. Die erbarmungslose Härte mit Fristen, Anforderungen und Formalien von Anmeldungen, Studienleistungen und all solchem Kram ist heftiger als ich dachte. Da macht man alles richtig, kontrolliert das zehn mal, und hat trotzdem Angst den gesamten Semesterkurs nochmal neu machen zu müssen, weil irgendeine Kleinigkeit nicht stimmte. Trotz der großen Arbeitslast ist das Studentenleben weitestgehend entspannt. Aufstehen in mörderischer Frühe stellt die Ausnahme dar. Oft beginnt der Tag erst gegen Mittag. Dann fahre ich ganz entspannt mit dem Rad zur Uni und genieße das Treiben in der Mensa. Dies ist meist der Höhepunkt meines Tages. Die Vielfalt der Menschen an diesem Ort der Bildung zu beobachten macht mich unsagbar glücklich. Da sind die Wirtschaftsstudierenden in Anzug und Krawatte, daneben sitzt eine Gruppe von Kunststudierenden mit ausgefallenen Styles. Auslandssemester aus aller Welt versuchen sich unbeholfen in dieser merkwürdigen deutschen Kultur zurechtzufinden. Hinter mir höre ich Französisch, auf das mit Englisch, Finnisch, oder was auch immer, geantwortet wird. Nicht nur junge Menschen kommen die Idee studieren zu gehen. Auch Lebenserfahrene möchten die wundervolle Möglichkeit des lebenslangen Lernens nutzen und einfach das tun wozu sie Lust haben - ihren geistigen Horizont zu erweitern.
Das alles wirkt fast schon einstudiert, doch entdecke ich jeden Tag aufs Neue ganz andere Menschen, die meisten davon hochinteressant. Ja, Universitäten scheinen Orte zu sein, an denen Menschen zusammenkommen, die sich Gedanken über sich selbst und ihr Leben machen. Menschen, die ihre Persönlichkeit ganz bewusst mit Überzeugungen ausleben. Menschen, die erkannt haben dass es im Leben um mehr geht, als ein lineares Leben zu durchlaufen, Geld zu verdienen und mit einer klassischen bürgerlichen Kleinfamilie vor sich hin zu verwesen, bis sie merken dass das alles irgendwie ziemlich langweilig und anstrengend war und sie ihren Träumen nicht annähernd nahe gekommen sind, geschweige denn in irgendeiner Weise der Welt ein Rückbleibsel von sich hinterlassen werden. An der Universität versammeln sich komische Kauze, links-grün-versiffte Idealist*innen, Nerds, Wahnsinnige und diejenigen die einfach keine Lust haben das öde, Vorgegebene zu tun, was andere von ihnen gerne hätten. Ja, das ist schon ein toller Ort diese Universität.
Frisch aufgetankt voller Energie und Lebensfreude, aus der Zeit in der Mensa, geht es dann in die Vorlesungen und Seminare. Dort erfahre ich einiges langweiliges, was halt sein muss, aber auch vieles interessantes, was hellauf Begeisterung in mir auslöst. Allein für diese vielen Momente lohnt es sich zu studieren. In der Einführungswoche haben mir Studierende aus höheren Semestern gesagt "Im Studium geht es um Selbstfindung und Selbstverwirklichung". "Es ist dein Studium, mach was draus". Auch wenn ihr das hier nie lesen werdet, danke für diese Weisheiten! Sie inspirieren mich und bestärken mich in meinen Überzeugungen. Sie helfen mir noch glücklicher denn je mit dem zu sein, was ich tu.
Mein altes Leben vermisse ich nicht. Heute frage ich mich sogar warum ich das Schüler*innen-Leben immer so toll gefunden habe. Ich dachte ich hätte viel Freizeit und damit Freiheit, dabei habe ich jetzt so viel mehr Freiheit als in meiner Schulzeit. Ich merke dass ich meine Familienmitglieder erst so richtig zu schätzen verstehe wenn ich diesen Abstand von ihnen bekomme. Vor drei Wochen konnte ich für einige Minuten meinen Bruder treffen. So sehr habe ich mich wohl noch nie über ein Treffen mit ihm gefreut. Erstmals seit Jahren freue ich mich auf Weihnachten - wenn ich wieder zurück zu meiner Familie fahre.
Gestern war ich erstmals auf einem Parteitag, dem 3. Bundesparteitag der Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands. Leider lief das alles nicht so wie geplant. Keiner weiß so richtig wie es jetzt weitergehen wird. Eigentlich möchte ich mir nicht eine neue Partei suchen, das habe ich schon letzten Sommer und Herbst getan. Parteilos zu werden ist für mich aber auch keine Option. Eigentlich wollte ich bislang diesen Blog politisch neutral halten. Nach ein paar Wochen Studium weiß ich jetzt aber dass ich nicht mehr dazu kommen werde, hier eine dauerhafte ESC-News-Seite draus zu machen. Wie eingangs beschrieben wird es hier phasenabhängig immer mal wieder was zu lesen geben. Ob das jemand liest ist mir ziemlich egal. So wie ich einfach nur für mich selber solche "nutzlosen" Fächer studiere, die mich angeblich direkt in die Arbeitslosigkeit führen würden, schreibe ich auf diesem Blog auch einfach nur für mich selber. Zum Beispiel um meine Gefühle zu verarbeiten, oder weil ich Spaß daran habe über die ESC-Bubble zu berichten. Da das hier also in eine andere Richtung geht als ich es mir vor gefühlten Ewigkeiten mal ausgedacht habe, schrecke ich jetzt nicht mehr davor zurück auch aus meinem persönlichen politischen Leben zu erzählen, oder politische Kommentare zu schreiben. Vielleicht liest du hier ja auch mal ein Gedicht oder was anderes schönes. Da bin ich völlig frei, wie auch in meinem analogen Leben. Freiheit... frei sein... frei...
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Sonntag, 10. November 2019
Dienstag, 3. September 2019
Rotterdam 2020 und mein neues Leben
Nun habe ich verstanden dass ich nach der ESC-Überdosis im Februar bis Mai einfach eine Erholungskur brauche, um anschließend wieder eine entsprechende Euphorie für die nächste Saison entwickeln zu können. Treue Leser*innen von Eurovision Passion können sich also darauf einstellen dass auch zukünftig der Sommer hier von Stille geprägt sein wird. Momentan bin ich dabei mich wieder ein bisschen in Eurovision-Stimmung zu bringen. Das geht bei mir sehr schnell, wenn ich auch nur ein einziges Eurovision-related-Video auf YouTube sehe. Vermutlich wird es hier bald mit Posts weitergehen.
Vor wenigen Tagen fiel die schwere Entscheidung zwischen zwei starken Bewerbungen, wo der 65. Eurovision Song Contest 2020 stattfinden wird. Maastricht musste dabei leider enttäuscht werden. Die Welt wird am 03. bis 16. Mai nach Rotterdam blicken (in vielen Ländern auch am 17. Mai, je nach Zeitzone 😉).
Im Laufe dieses Sommers habe auch ich zwischen 60 verschiedenen Standorten entschieden, wo ich mein Leben fortsetzen werde. Die Wahl fiel auf Bielefeld. Nächste Woche werde ich erstmals in meinem Leben umziehen. Ich verlasse eine Vorstadt von Hamburg, in Schleswig-Holstein, in der ich geboren wurde und seit meinem ersten Lebenstag mein gesamtes bisheriges Leben verbracht habe. Hier bin ich aufgewachsen. Hier bin ich meine ersten Schritte gelaufen. Hier bin ich in die Schule gekommen. Hier habe ich drei Schulabschlüsse, darunter mein Abitur, gemacht und alle meine sozialen Kontakte geknüpft. In den Straßen dieser Stadt liegen so viele Erinnerungen, die ich nun verlasse, um in ein neues Leben zu ziehen. Ein Leben in einer Stadt, die fast zwölf mal so groß ist wie meine Heimatstadt. Ein Leben an einer Universität, die mehr Studenten hat, als meine Heimat Einwohner. An ein so anderes Umfeld werde ich mich erst einmal gewöhnen müssen.
Ich ziehe aber auch in ein freies, selbst bestimmtes Leben. Das ist für mich der größte Wert des wohl größten Lebensumbruches. In Zukunft kann ich in totaler Selbstbestimmung leben. Bisher war vorgegeben was ich zu tun hatte. Meine Haupttätigkeit war mit der Schule vorgegeben. Mein Wohnort war durch den meiner Familie vorgegeben. Was auf den Tisch kam wurde gegessen. Nun konnte ich mir aus tausenden Möglichkeiten frei aussuchen was und wo ich studiere. Ich konnte mir frei aussuchen dass ich studiere. Ich konnte mir meine Wohnung frei aussuchen (auch wenn die Auswahl durch den Mietpreis stark eingeschränkt ist). Ich kann mir meine Einrichtung frei aussuchen. Ich kann mir frei aussuchen was ich kaufe (auch wenn ich als Student nicht viel Geld habe). Ich kann mir sogar frei aussuchen ob ich zu den Veranstaltungen in der Uni gehe. Ich kann mir frei aussuchen wann ich was erledige. Mir ist schon bewusst dass mit der Eigenständigkeit noch viel mehr Pflichten auf mich zukommen, aber auf die freue ich mich. Ich möchte endlich ein richtiges Leben führen. Dafür Schüler zu sein, habe ich mich schon lange zu alt gefühlt.
Gleichzeitig bin ich auch unbeschreiblich dankbar dafür dass ich auf einem Fleckchen Erde lebe, auf dem ich all das in totaler, freier, Selbstbestimmung tun kann. Das ist nicht selbstverständlich. Darüber bin ich mir bewusst, umso mehr wertschätze ich diese Freiheit. Sie ist es die mich glücklich macht. Die ersten 17 bis 18 Jahre meines Lebens habe ich gebraucht um endlich zu meinem Lebensglück zu finden. Den habe ich dadurch dass ich zu 100% genau das mache wozu ich lustig bin. Von niemandem auf dieser Welt lasse ich mir reinreden, wie ich mich zu stylen oder verhalten, wie ich zu leben, was ich zu machen habe. Den Druck der Gesellschaft, sich dessen Ideal eines Individuums anzugleichen, weise ich einfach ab. Das ist eine der schwersten Aufgaben für einen Menschen, doch ich habe es geschafft sie zu bewältigen und genau das ist es was mich glücklich macht - individuell zu sein, das zu machen wozu ich jetzt gerade einfach Lust habe. Das ist mir diesen Sommer klar geworden. Ich bin so glücklich! Fast mein ganzes bisheriges Leben war ich das nicht, doch jetzt habe ich das wichtigste erreicht was es im Leben gibt - glücklich zu sein. Ich weiß auch dass ich das bleiben werde, weil mir niemand meine Lebenseinstellung nehmen kann. Leute auf der Straße glotzen mich an. Manche sind verwirrt und werden innerlich wütend, die meisten bewundern mich und wären gerne auch so. Mach es doch einfach :) Lass dir von niemandem sagen, ob das was du gerade tust gut ist, oder nicht. Es ist gut wenn es dich glücklich macht.
By the way, ich studiere Politikwissenschaft (Hauptfach, zwei Drittel des Studiums), mit Soziologie (Nebenfach, ein Drittel des Studiums). Das studiere ich, weil ich glaube dass es mich voll erfüllt und glücklich macht. Ich möchte das worauf es im Leben ankommt besser verstehen. Ich möchte verstehen warum Gesellschaften so komisch sind und ich sie nicht verstehe. Ich möchte die Welt neu verstehen, um vielleicht zu noch mehr Lebensglück zu bekommen. Deshalb habe ich mich für dieses Studium entschieden. Ich möchte mich weiterbilden. Aus diesem Grund studiere ich. Karrierechancen, berufliche Ausbildung und ähnliches sind mir dabei egal. Mit diesem Ansatz sollten viel mehr Menschen studieren. Dann wären sie glücklicher. Rein zufällig verschaffe ich mir mit diesem Studium allerdings eine sehr große akademische und berufliche Auswahl für das weitergehende Leben.
Ich hoffe du hattest auch einen schönen Sommer und hast die Eurovision Post Depression überlebt. Schon übernächsten Monat steht der Junior Eurovision Song Contest an. Die Vorbereitungen in den einzelnen Ländern dazu laufen auf Hochtouren. Einen Monat später wird das Festivali i Kenges wohl wieder die Vorentscheidungssaison einläuten. Wie intensiv ich diesen Blog während meines Studiums weiterführe weiß ich noch nicht. Anders als das Klischee es vermittelt, haben Studenten immer viel zu tun. Ohne den ESC werde ich aber auf keinen Fall leben. Vielleicht schaffe ich es ja der schönsten Nebensache der Welt weiterhin so viel Aufmerksamkeit zu widmen wie in meiner Schulzeit. Das soll`s für erstmal von mir gewesen sein. Merke dir: Loving Yourself Is A Winning Game!
Vor wenigen Tagen fiel die schwere Entscheidung zwischen zwei starken Bewerbungen, wo der 65. Eurovision Song Contest 2020 stattfinden wird. Maastricht musste dabei leider enttäuscht werden. Die Welt wird am 03. bis 16. Mai nach Rotterdam blicken (in vielen Ländern auch am 17. Mai, je nach Zeitzone 😉).
Im Laufe dieses Sommers habe auch ich zwischen 60 verschiedenen Standorten entschieden, wo ich mein Leben fortsetzen werde. Die Wahl fiel auf Bielefeld. Nächste Woche werde ich erstmals in meinem Leben umziehen. Ich verlasse eine Vorstadt von Hamburg, in Schleswig-Holstein, in der ich geboren wurde und seit meinem ersten Lebenstag mein gesamtes bisheriges Leben verbracht habe. Hier bin ich aufgewachsen. Hier bin ich meine ersten Schritte gelaufen. Hier bin ich in die Schule gekommen. Hier habe ich drei Schulabschlüsse, darunter mein Abitur, gemacht und alle meine sozialen Kontakte geknüpft. In den Straßen dieser Stadt liegen so viele Erinnerungen, die ich nun verlasse, um in ein neues Leben zu ziehen. Ein Leben in einer Stadt, die fast zwölf mal so groß ist wie meine Heimatstadt. Ein Leben an einer Universität, die mehr Studenten hat, als meine Heimat Einwohner. An ein so anderes Umfeld werde ich mich erst einmal gewöhnen müssen.
Ich ziehe aber auch in ein freies, selbst bestimmtes Leben. Das ist für mich der größte Wert des wohl größten Lebensumbruches. In Zukunft kann ich in totaler Selbstbestimmung leben. Bisher war vorgegeben was ich zu tun hatte. Meine Haupttätigkeit war mit der Schule vorgegeben. Mein Wohnort war durch den meiner Familie vorgegeben. Was auf den Tisch kam wurde gegessen. Nun konnte ich mir aus tausenden Möglichkeiten frei aussuchen was und wo ich studiere. Ich konnte mir frei aussuchen dass ich studiere. Ich konnte mir meine Wohnung frei aussuchen (auch wenn die Auswahl durch den Mietpreis stark eingeschränkt ist). Ich kann mir meine Einrichtung frei aussuchen. Ich kann mir frei aussuchen was ich kaufe (auch wenn ich als Student nicht viel Geld habe). Ich kann mir sogar frei aussuchen ob ich zu den Veranstaltungen in der Uni gehe. Ich kann mir frei aussuchen wann ich was erledige. Mir ist schon bewusst dass mit der Eigenständigkeit noch viel mehr Pflichten auf mich zukommen, aber auf die freue ich mich. Ich möchte endlich ein richtiges Leben führen. Dafür Schüler zu sein, habe ich mich schon lange zu alt gefühlt.
Gleichzeitig bin ich auch unbeschreiblich dankbar dafür dass ich auf einem Fleckchen Erde lebe, auf dem ich all das in totaler, freier, Selbstbestimmung tun kann. Das ist nicht selbstverständlich. Darüber bin ich mir bewusst, umso mehr wertschätze ich diese Freiheit. Sie ist es die mich glücklich macht. Die ersten 17 bis 18 Jahre meines Lebens habe ich gebraucht um endlich zu meinem Lebensglück zu finden. Den habe ich dadurch dass ich zu 100% genau das mache wozu ich lustig bin. Von niemandem auf dieser Welt lasse ich mir reinreden, wie ich mich zu stylen oder verhalten, wie ich zu leben, was ich zu machen habe. Den Druck der Gesellschaft, sich dessen Ideal eines Individuums anzugleichen, weise ich einfach ab. Das ist eine der schwersten Aufgaben für einen Menschen, doch ich habe es geschafft sie zu bewältigen und genau das ist es was mich glücklich macht - individuell zu sein, das zu machen wozu ich jetzt gerade einfach Lust habe. Das ist mir diesen Sommer klar geworden. Ich bin so glücklich! Fast mein ganzes bisheriges Leben war ich das nicht, doch jetzt habe ich das wichtigste erreicht was es im Leben gibt - glücklich zu sein. Ich weiß auch dass ich das bleiben werde, weil mir niemand meine Lebenseinstellung nehmen kann. Leute auf der Straße glotzen mich an. Manche sind verwirrt und werden innerlich wütend, die meisten bewundern mich und wären gerne auch so. Mach es doch einfach :) Lass dir von niemandem sagen, ob das was du gerade tust gut ist, oder nicht. Es ist gut wenn es dich glücklich macht.
By the way, ich studiere Politikwissenschaft (Hauptfach, zwei Drittel des Studiums), mit Soziologie (Nebenfach, ein Drittel des Studiums). Das studiere ich, weil ich glaube dass es mich voll erfüllt und glücklich macht. Ich möchte das worauf es im Leben ankommt besser verstehen. Ich möchte verstehen warum Gesellschaften so komisch sind und ich sie nicht verstehe. Ich möchte die Welt neu verstehen, um vielleicht zu noch mehr Lebensglück zu bekommen. Deshalb habe ich mich für dieses Studium entschieden. Ich möchte mich weiterbilden. Aus diesem Grund studiere ich. Karrierechancen, berufliche Ausbildung und ähnliches sind mir dabei egal. Mit diesem Ansatz sollten viel mehr Menschen studieren. Dann wären sie glücklicher. Rein zufällig verschaffe ich mir mit diesem Studium allerdings eine sehr große akademische und berufliche Auswahl für das weitergehende Leben.
Ich hoffe du hattest auch einen schönen Sommer und hast die Eurovision Post Depression überlebt. Schon übernächsten Monat steht der Junior Eurovision Song Contest an. Die Vorbereitungen in den einzelnen Ländern dazu laufen auf Hochtouren. Einen Monat später wird das Festivali i Kenges wohl wieder die Vorentscheidungssaison einläuten. Wie intensiv ich diesen Blog während meines Studiums weiterführe weiß ich noch nicht. Anders als das Klischee es vermittelt, haben Studenten immer viel zu tun. Ohne den ESC werde ich aber auf keinen Fall leben. Vielleicht schaffe ich es ja der schönsten Nebensache der Welt weiterhin so viel Aufmerksamkeit zu widmen wie in meiner Schulzeit. Das soll`s für erstmal von mir gewesen sein. Merke dir: Loving Yourself Is A Winning Game!
Sonntag, 8. April 2018
Meine lange ESC-Pause und private Veränderungen
Hey :)
Lange ist es her dass ich hier aktiv war. Ich möchte mich nicht entschuldigen, es ist schließlich meine Sache ob ich hier was schreibe oder nicht. Kurz erklären möchte ich das trotzdem. Ich hatte in den letzten Monaten tatsächlich wenig Zeit. Über mehrere Monate gesehen so wenig wie noch nie in meinem kurzen Leben. Zwischendurch war ich sogar so gestresst dass ich freiwillig nicht zur Schule gegangen bin als ich krank war. Das ist mir in den letzten 12 Jahren nicht passiert...
Ich habe auch Konsequenzen aus dieser Zeit gezogen und teilweise glücklich, teilweise mit Wut und teilweise schweren Herzens die Musiktheater-Akademie Norderstedt verlassen, in der ich sieben Jahre auf sehr hohem Niveau Unterricht zum Spielen einer professionellen Musicalproduktion erhalten und eine solche jährlich gespielt habe. Das war nicht nur eine Freizeitaktivität wie für andere der Fußball, das Ballett oder die Schachgruppe. Der Spirit der in dieser Gruppe herrschte hat jeden verändert der dort war. Für mich war es Anfangs vor allem auch ein Ort an dem ich sein kann wie ich wirklich bin ohne dafür verurteilt zu werden. Allerdings haben mich viele Entscheidungen der Führung der Akademie sehr enttäuscht, erniedrigt und in ein tiefes Loch gezogen - das bis wenige Tage vor der letzten Vorstellung Anfang März. Es hat sich dort leider viel verändert. Der Umgang der Lehrer mit den Teilnehmern hat sich stark verschlechtert, das was diese Gruppe so besonders gemacht hat ist verflogen und das Niveau auf dem unterrichtet und gearbeitet wird leider sehr extrem gesunken. Wenigstens haben die Entscheidungsträger an den letzten Tagen der diesjährigen Produktion ihre ersten Fehler erkannt und verkündet dies ändern zu wollen. Wie auch immer, ich bin froh dass ich dort nicht mehr hingehen muss und gleichzeitig traurig dass das große Hobby meiner Kindheit und Jugend nun vorbei ist. Ich vermisse es schon jetzt die Persönlichkeit einer anderen Rolle anzunehmen und diese dann auf der Bühne, mitsamt meines Talentes zu präsentieren.
Dadurch habe ich im Alltag jetzt viel mehr Zeit. Aktuell befinde ich genau in der Mitte meiner letzten Osterferien. Jetzt in einem Jahr habe ich allen Unterricht den das deutsche Schulsystem zu bieten hat absolviert und stehe direkt vor meinen Abschlussprüfungen. Diese werden genau zu der Zeit geschrieben wie der ESC zu seiner Hochphase des Jahres kommt. Mit diesem Problem sah sich bereits der Zweitplatzierte des vergangenen ESC's, Kristian Kostov, konfrontiert. Er hat die Prüfungen dennoch mit hervorragenden Noten bestanden.
Durch die Ferien habe ich nun endlich Zeit mich um den ESC zu kümmern. Ich war wirklich so beschäftigt, teilweise unmotiviert, dass ich gar nichts für den ESC getan habe. Ja, ich habe tatsächlich seit Dezember, und davor nur lückenhaft, die Eurovision Bubble vollkommen an mir vorbei fliegen lassen. Ich kenne aktuell lediglich den Siegersong aus Albanien, nichts, absolut gar nichts anderes. Nicht einmal den deutschen Song. Ich habe nicht den blassesten Schimmer wer hoch im Kurs liegt und welche Nationen sich wieder mal selbst ins Aus geschossen haben. Das zu wissen, erst recht darüber zu schreiben ist ein komisches Gefühl und ich will es sofort ändern. Vor mir steht ein unüberwindbarer Berg an hochinteressanten Informationen, den ich niemals (rechtzeitig) über klimmen kann. Wie ich an die Sache herangehe weiß ich noch nicht. Eins ist aber klar, ich muss bis zum 29.04., wenn die Proben in Lissabon beginnen über jeden Song ausreichend bescheid wissen und eine feste, mit Herz und ausreichend Überlegungen (jeder wahre ESC-Fan weiß wie laaaaaaaaaange das dauert) erstellte Rangliste haben. Bis dahin habe ich 3 Wochen zeit. Warte - DREI WOCHEN?! Okay ich versuche es. Eins weiß ich jetzt schon; ich werde mich nie wieder so lange von der Eurovision Bubble abschotten NIE WIEDER!
Lange ist es her dass ich hier aktiv war. Ich möchte mich nicht entschuldigen, es ist schließlich meine Sache ob ich hier was schreibe oder nicht. Kurz erklären möchte ich das trotzdem. Ich hatte in den letzten Monaten tatsächlich wenig Zeit. Über mehrere Monate gesehen so wenig wie noch nie in meinem kurzen Leben. Zwischendurch war ich sogar so gestresst dass ich freiwillig nicht zur Schule gegangen bin als ich krank war. Das ist mir in den letzten 12 Jahren nicht passiert...
Ich habe auch Konsequenzen aus dieser Zeit gezogen und teilweise glücklich, teilweise mit Wut und teilweise schweren Herzens die Musiktheater-Akademie Norderstedt verlassen, in der ich sieben Jahre auf sehr hohem Niveau Unterricht zum Spielen einer professionellen Musicalproduktion erhalten und eine solche jährlich gespielt habe. Das war nicht nur eine Freizeitaktivität wie für andere der Fußball, das Ballett oder die Schachgruppe. Der Spirit der in dieser Gruppe herrschte hat jeden verändert der dort war. Für mich war es Anfangs vor allem auch ein Ort an dem ich sein kann wie ich wirklich bin ohne dafür verurteilt zu werden. Allerdings haben mich viele Entscheidungen der Führung der Akademie sehr enttäuscht, erniedrigt und in ein tiefes Loch gezogen - das bis wenige Tage vor der letzten Vorstellung Anfang März. Es hat sich dort leider viel verändert. Der Umgang der Lehrer mit den Teilnehmern hat sich stark verschlechtert, das was diese Gruppe so besonders gemacht hat ist verflogen und das Niveau auf dem unterrichtet und gearbeitet wird leider sehr extrem gesunken. Wenigstens haben die Entscheidungsträger an den letzten Tagen der diesjährigen Produktion ihre ersten Fehler erkannt und verkündet dies ändern zu wollen. Wie auch immer, ich bin froh dass ich dort nicht mehr hingehen muss und gleichzeitig traurig dass das große Hobby meiner Kindheit und Jugend nun vorbei ist. Ich vermisse es schon jetzt die Persönlichkeit einer anderen Rolle anzunehmen und diese dann auf der Bühne, mitsamt meines Talentes zu präsentieren.
Dadurch habe ich im Alltag jetzt viel mehr Zeit. Aktuell befinde ich genau in der Mitte meiner letzten Osterferien. Jetzt in einem Jahr habe ich allen Unterricht den das deutsche Schulsystem zu bieten hat absolviert und stehe direkt vor meinen Abschlussprüfungen. Diese werden genau zu der Zeit geschrieben wie der ESC zu seiner Hochphase des Jahres kommt. Mit diesem Problem sah sich bereits der Zweitplatzierte des vergangenen ESC's, Kristian Kostov, konfrontiert. Er hat die Prüfungen dennoch mit hervorragenden Noten bestanden.
Durch die Ferien habe ich nun endlich Zeit mich um den ESC zu kümmern. Ich war wirklich so beschäftigt, teilweise unmotiviert, dass ich gar nichts für den ESC getan habe. Ja, ich habe tatsächlich seit Dezember, und davor nur lückenhaft, die Eurovision Bubble vollkommen an mir vorbei fliegen lassen. Ich kenne aktuell lediglich den Siegersong aus Albanien, nichts, absolut gar nichts anderes. Nicht einmal den deutschen Song. Ich habe nicht den blassesten Schimmer wer hoch im Kurs liegt und welche Nationen sich wieder mal selbst ins Aus geschossen haben. Das zu wissen, erst recht darüber zu schreiben ist ein komisches Gefühl und ich will es sofort ändern. Vor mir steht ein unüberwindbarer Berg an hochinteressanten Informationen, den ich niemals (rechtzeitig) über klimmen kann. Wie ich an die Sache herangehe weiß ich noch nicht. Eins ist aber klar, ich muss bis zum 29.04., wenn die Proben in Lissabon beginnen über jeden Song ausreichend bescheid wissen und eine feste, mit Herz und ausreichend Überlegungen (jeder wahre ESC-Fan weiß wie laaaaaaaaaange das dauert) erstellte Rangliste haben. Bis dahin habe ich 3 Wochen zeit. Warte - DREI WOCHEN?! Okay ich versuche es. Eins weiß ich jetzt schon; ich werde mich nie wieder so lange von der Eurovision Bubble abschotten NIE WIEDER!
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