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Donnerstag, 30. Mai 2024

ESC 2014-2024 (18/45): Aserbaidschan

Aserbaidschan hat in seiner zweiten bis sechsten Teilnahme 2009 bis 2013 im Wettbewerb die beeindruckenden Plätze 1, 2, 3, 4, und 5 belegt. Pünktlich zu meinem ESC-Hardcore-Fan-Dasein 2014 verschlechterten sich die Ergebnisse. Trotzdem halte ich die aserbaidschanischen Beiträge für solide. Keiner davon ist in meinen Augen ein Totalausfall. Das können nicht viele Länder von sich behaupten.

Platzierung als Nation in meinen Rankings: 28. (31./22./27.)

Beste Platzierung in meinen Jahresrankings: 5. 2022

Niedrigste Platzierung in meinen Jahresrankings: 34. 2019

Teilnahmen 2014-2024: 10

Bestes Ergebnis beim ESC: 8. mit 302 Punkten 2019

Niedrigstes Ergebnis beim ESC: 14. im Semi mit 4 Punkten 2023

Der beste Beitrag ist für mich "Fade to Black". Es lässt sich gar nicht so viel dazu sagen. Der Beitrag spricht für sich. Es ist eine dieser Powerballaden die das übersteigen, was ich mir von einer idealen Powerballade wünsche. Die Komposition ist so mitreißend wie kaum etwas anderes. Die stimmliche Performance der absolute Wahnsinn. Dazu ein gutes Staging und ein sehr guter Text, der mit künstlerischen Kontrasten spielt. Was will man mehr? Als ich diesen Song zum ersten Mal hörte, dachte ich "Aserbaidschan ist zurück als sicherer Top 10-Kandidat". Schade, dass nicht so viele Leute diese Meinung teilten.


Eine weitere Ballade, die Heraussticht, ist "Start a Fire". Mich überzeugt vor allem das stimmige Gesamtpaket aus allen Komponenten die einen guten ESC-Beitrag ausmachen. Am meisten mag ich den instrumentellen und stimmlichen Sound des Auftritts. Dieses Lied habe ich zu einem besonderen Lied für mein Leben ausgewählt. Ich hörte es, um mich für Veränderungen von mir selbst zu motivieren, als ich versuchte alles an mir zu ändern und die ehemalige Person hinter mir zu lassen, um in ein neues, anderes Leben zu starten. Deshalb hat dieses Lied für mich eine noch größere, tiefergehende Bedeutung gewonnen. Es trägt diese Bedeutung, weil ich es dafür auswahl - und das tat ich nicht ohne Grund. Start a Fire. Das singe ich mir auch zehn Jahre nach diesem Auftritt immer wieder.

Ich liebe "Skeletons"! Es ist eine der ESC-Melodien, die am häufigsten in meinem Kopf aufploppen. Die ganze Attitude des Beitrags ist das was überzeugt. Den tief durchdachten Bühnenauftritt finde ich ganz nebenbei genial! Heute würde ich den Beitrag wohl höher ranken als damals.

Tural und Turan ist so schnuckig süß zusammen. Das löst gliternde Freude in mir aus und ich bin einfach nur glücklich. Die gute Melodie des Liedes ist dafür entscheidend. Durch das extrem langsame Singtempo in Teilen des Liedes, entschleunigt und beruhigt es noch obendrein. Ein Lied zum Wohlfühlen. 😊

"Hour of the Wolf" hat eine der schönsten Choreographien, die wir jemals auf der ESC-Bühne gesehen haben. Diese tänzerischen Ausführungen heben auch die Schönheit des Liedes für mich ein großes Stück an. Es ist ein echter ESC-Qualitätsbeitrag. Dieser Satz trifft auch auf "Özünla Apar" zu. Wie viele Songs aus Aserbaidschan brilliert auch er vor allem mit einer mitreißenden Melodie, aber auch mit anderen Elementen.

"X my Heart" ist ein schöner Song zum Glücklichsein. Mit "Mata Hari" haben wir natürlich ein Kunstwerk das im Kopf bleibt. Anders als der Song von 2020, ist er mir musikalisch aber viel zu dünn und letztlich auch zu dünn performt. Das hätte mehr Ausstrahlung und Spannung in jeder Haarspitze jeden Moments gebraucht, um was richtig Großes zu sein.

Alle wissen, dass die Teilnahme von Aserbaidschan am ESC ein White-Washing-Programm des Staates ist. Aber auch wenn es das auf Aserbaidschan mehr, als auf andere Länder zutreffen mag, hat letztlich jedes Land durch seine ESC-Teilnahmen diesen Imageeffekt. Deshalb finde ich es legitim, dass dieses Land den ESC mit seinen Beiträgen bereichert.

Mein Ranking der aserbaidschanischen Beiträge 2014-2024:


Sonntag, 12. Mai 2019

Aserbaidschan: Der Überraschungsgewinner?

Das Staging von Aserbaidschan wird so sehr gelobt, dass sich niemand traut, dagegen etwas zu sagen. Völlig Kritikfrei macht Aserbaidschan sein Staging unbeirrt so weiter, wie es das auch bei der ersten Probe getan hat. Mit diesem Staging fragen sich alle nur noch; "kann Aserbaidschan die Sensation von 2011 wiederholen?" Die Antwort darauf werden wir erst in einer Woche bekommen.





Mittwoch, 8. Mai 2019

Aserbaidschan: futuristische Wahrheit

Wer nicht selber vor Ort im Pressezentrum die erste Probe von Aserbaidschan gesehen hat, hat eigentlich keine Ahnung wie das Staging aussehen wird. Es ist alles sehr futuristisch gestaltet. Die beiden Roboter lasern Chingiz zu Beginn des Songs ein Herz auf die Brust. Darauf folgen, im Laufe der drei Minuten, viele digitale Special Effects. Das sorgt überall für große Begeisterung! Aserbaidschan hat sich mit seinem Staging ganz weit nach oben katapultiert.

Ich liebe das Kostüm von Chingiz! Es ist so toll! Ich kann gar nicht aufhören es anzuschauen. Ganz sicher wird Kristian Kostov (Bulgarien 2017, 2. Platz) es auch lieben. Viel kann ich zu dieser Probe nicht schreiben, weil das eigentlich Spektakuläre für die allgemeine Öffentlichkeit gar nicht sichtbar ist. Vor lauter Begeisterung reden auch alles ganz allgemein über das Staging und gehen nicht auf einzelne Aspekte ein. Aserbaidschan bringt die Journalisten aus dem Konzept. Es wird sogar darüber spekuliert, ob sich der Überraschungserfolg von Aserbaidschan 2011 wiederholt...





Freitag, 8. März 2019

Aserbaidschan: "Truth" von Chingiz präsentiert!

Das Geheimnis wurde gelüftet. Chingiz tritt für Aserbaidschan beim 64. Eurovision Song Contest 2019 Dare to Dream in Tel Aviv an und wird dort einen Song namens "Truth" singen! Ich würde einfach mal ganz flach behaupten dass die glorreichen Zeiten von Aserbaidschan beim ESC vorbei sind und man das deutlich merkt. Aus dem Südkaukasus kommt einfach nicht mehr das was früher mal zum ESC gebracht wurde. Dennoch bringt Aserbaidschan immer noch hoch qualitative Beiträge hervor. So auch "Truth" von Chingiz. Insbesondere das Preview Video kann sich sehen lassen! Der Zuschauer wird dabei in eine andere Welt entführt. Ich freue mich schon auf das Staging...

Den Song an sich finde ich dennoch für ESC-Verhältnisse etwas schwach. Die Allgemeinheit sieht das aber anders. Aserbaidschan steht recht hoch im Kurs, doch nicht mehr so hoch wie es zu den Anfangszeiten des Landes immer der Fall war.

Aserbaidschan ordne ich vorerst folgendermaßen in meine ESC-Rangliste ein:

...
23. Griechenland
24. Estland
25. Serbien
26. Aserbaidschan
27. Montenegro
28. Italien
29. Weißrussland
...

Beim Fan-Voting steigt Aserbaidschan mit einem ordentlichen Ergebnis ein. Hier ist der aktuelle Stand (08.03./21:41) von My Eurovision Scoreboard:

...
9. Spanien 7.307
10. Island 7.191
11. Frankreich 6.993
12. Aserbaidschan 6.922
13. Slowenien 6.267
14. Albanien 5.469
15. Rumänien 4.157
...

In den Wettquoten bleibt Aserbaidschan durch den Release unverändert. Derzeit schätzen die Buchmacher die Siegeschancen für Aserbaidschan am 13.-besten ein. Darüber liegen Armenien und Griechenland, darunter Dänemark und Spanien. Hier kannst du dir das offizielle Preview Video von Aserbaidschan für den ESC 2019 anschauen:


Mittwoch, 6. März 2019

Aserbaidschan: Teaser veröffentlicht - Termin verschoben

Es war angekündigt dass wir gestern den kompletten aserbaidschanischen ESC-Beitrag für 2019 erhalten sollen. Was kam war nur ein Teaser, der inhaltlich gar nicht aussagt. Unten kannst du dir das nutzlose Videoschnipsel anschauen. Wie die ESC-Bubble nun mal ist, lässt die Spekulations- und Gerüchteküche sich von solchen Dingen aber heiß kochen und so wird massiv darüber diskutiert das dieses geheimnisvolle Etwas denn bedeuten könnte. ist "She is a Killer" der Songtitel und der wird von einem Mann gesungen, oder ist damit die Sängerin des Beitrags gemeint?

Schon seit einem Monat sind die letzten 4 Kandidaten der internen Auswahl von ictimaiTV bekannt, deshalb nenne ich sie einmal kurz. Zum Einen haben wir da Chingiz Mustafayev, der im Alter von 16 Jahren eine Castingshow in Aserbaidschan gewann. Ebenfalls auf der Liste steht der Ethnopop-Musiker Tofiq Haciyev, der 2011 und 2012 beim aserbaidschanischen Vorentscheid für den ESC-Teilnahm und bei "The Voice" mal in die Viertelfinals kam. Leman Dadasheva, die den Künstlernamen Leman trägt, kam bei "The Voice" sogar schon ins Halbfinale. Last but not Least könnte auch Samira Efendi für Aserbaidschan singen, sie führt bereits eine erfolgreiche Musik-Karriere und hat schon viele Auszeichnungen und Shows gewonnen.

Am Freitag sollen wir dann endlich erfahren wer der/die Repräsentant*in für Aserbaidschan beim ESC 2019 wird und wie der ominöse Song klingt, den diese Person dort singen wird.


Freitag, 1. Februar 2019

News Kompakt (32)

Um die Zeit schnell aufzuholen folgt schon der nächste News Kompakt Post:

22.01. Norwegen hält am 25.01. eine Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Teilnehmer am Vorentscheid "Melodi Grand Prix" ab.

22.01. Zwei Nationen sind schon komplett fertig mit ihren Vorentscheiden, da fängt Weißrussland gerade einmal an. BTRC kündigt an dass der Vorentscheid am 8.03. stattfinden soll. Außerdem wird dazu aufgerufen sich bis Ende des Monats zu bewerben. Wie immer, wird nach den Live Auditions ausgewählt welche 10 Songs in die Show dürfen. Das Ergebnis der Auswahl wird am 04.02. verkündet. Zur Teilnahme am Vorentscheid ist die weißrussische Staatsbürgerschaft notwendig. Jeder darf nur einen Song einreichen. Eine Überraschung stellt das Votingsystem dar. BTRC stellt auf reines Juryvoting um! Jedes Jurymitlgied gibt direkt nach den jeweiligen Auftritten eine Wertung von 1-10 ab. Wer am Ende die meisten Punkte hat gewinnt. Für die Dramaturgie der Show ist die Startreihenfolge also viel entscheidender denn je. Bei einem Gleichstand auf Platz eins gibt es eine erneute Wertungsrunde der Jury am Ende der Show.

22.01. Jeden Tag (außer Samstag) veröffentlicht CT die Wertungen von zwei Jurymitgliedern des digitalen tschechischen Vorentscheides "Eurovision Song CZ" in Tschechien. Zusätzlich fließt das Online-Voting in das Ergebnis ein. Den Anfang machen Cesár Sampson, der 2018 für Österreich den 3. Platz geholt hat und Rasmussen, der 2018 für Dänemark 9. wurde:

Cesár Sampson:

12 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
10 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
8 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
6 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
4 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
3 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
2 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
1 Punkt: Easy to believe - Pam Rabbit

Rasmussen:

12 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
10 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
8 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
6 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
4 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
3 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
2 Punkte: Easy to believe - Pam Rabbit
1 Punkt: Space Sushi - Jakub Ondra

Gesamt:

1. True Colors - Barbara Mochowa 24 Punkte
2. Friend of a Friend - Lake Malawi 18 Punkte
3. Don't know why - Thomás Bocek 12 Punkte
4. On my Knees - Jara Vymer 12 Punkte
5. Space Sushi - Jakub Ondra 11 Punkte
6. Give me a Hint - Andrea Holá 6 Punkte
7. Poslední slova tobe - Hana Barbara 6 Punkte
8. Easy to believe - Pam Rabbit 3 Punkte

23.01. Bei der Präsentation der Songs des britischen Vorentscheides wurde bekannt dass Lise Cabble den Song "Sweet lies" geschrieben hat. Er wird von Kerrie-Ann und Anisa gesungen. Lise Cabble gewann 2013 den Eurovision Song Contest für Dänemark mit "Only Teardrops". Die drei bzw. sechs Songs kannst du dir unter diesem Link anhören.

23.01. Besser spät als nie verkündet nun auch Polen seine Pläne für den ESC 2019. Es wird keinen Vorentscheid, sondern eine interne Auswahl geben. Dafür ruft TVP dazu auf, sich bis zum 05.02. zu bewerben. Neben dem Regelwerk vom ESC ist die einzige Bedingung für eine Bewerbung auch ein Foto des Sängers mit einzusenden.

23.01. In Tschechien wurden die Jurywertungen von ZiBBZ und Ira Losco präsentiert. ZiBBZ holten 2018 für die Schweiz beim ESC den 31. Platz. Ira Losco wurde 2002 2. und 2016 12. für Malta.

ZiBBZ:

12 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
10 Punkte: Easy to believe - Pam Rabbit
8 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
6 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
4 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
3 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
2 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
1 Punkt: Space Sushi - Jakub Ondra

Ira Losco:

12 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
10 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
8 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
6 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
4 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
3 Punkte: Easy to believe - Pam Rabbit
2 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
1 Punkt: On my Knees - Jara Vymer

Gesamt:

1. True Colors - Barbara Mochowa 44 Punkte
2. Friend of a Friend - Lake Malawi 36 Punkte
3. On my Knees - Jara Vymer 21 Punkte
4. Give me a Hint - Andrea Holá 18 Punkte
5. Don't know why - Thomás Bocek 18 Punkte
6. Space Sushi - Jakub Ondra 16 Punkte
7. Easy to believe - Pam Rabbit 16 Punkte
8. Poslední slova tobe - Hana Barbara 15 Punkte

23.01. Sasha Song zieht seine Teilnahme am litauischen Vorentscheid Eurovizijos zurück. Er ist im vierten Viertelfinale dran. Das Regelwerk ermöglichte es nicht, dass noch jemand nachrückt, so werden im vierten Viertelfinale nur 11 Songs antreten.

24.01. Der aserbaidschanische Rundfunk ictimaiTV ruft dazu auf sich bis zum 07.02. für die interne Auswahl als Sänger zu bewerben oder einen Song einzureichen.

24.01. Der deutsche Vorentscheid "Unser Lied für Israel" wird erstmals in Gebärdensprache für Gehörlose und Gehörgeschädigte auf Eurovision.de gestreamt werden.

24.01. Griechenland möchte bis Ende des Monats entschieden haben wer nach Tel Aviv fahren darf.

24.01. Armenien meldet dass etwa 300 Songs für Srbuk eingereicht wurden. Daraus wählt sie jetzt, in Zusammenarbeit mit ArmTV, einen aus, den sie beim ESC singen wird.

24.01. Heute gab es in Tschechien die Jurywertungen von Elina Netsajeva, die 2018 beim ESC für Estland 8. wurde und von AWS, die im vergangenen Jahr den 21. Platz für Ungarn holten.

Elina Netsajeva:

12 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
10 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
8 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
6 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
4 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
3 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
2 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
1 Punkt: Easy to believe - Pam Rabbit

AWS:

12 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
10 Punkte: Easy to believe - Pam Rabbit
8 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
6 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
4 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
3 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
2 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
1 Punkt: Don't know why - Thomás Bocek

Gesamt:

1. True Colors - Barbara Mochowa 60 Punkte
2. Friend of a Friend - Lake Malawi 56 Punkte
3. Give me a Hint - Andrea Holá 33 Punkte
4. On my Knees - Jara Vymer 33 Punkte
5. Easy to believe - Pam Rabbit 27 Punkte
6. Space Sushi - Jakub Ondra 23 Punkte
7. Poslední slova tobe - Hana Barbara 23 Punkte
8. Don't know why - Thomás Bocek 21 Punkte

24.01. Island ändert das Votingsystem des Vorentscheides. In den Halbfinals stimmen zu jeweils 50% eine internationale Jury und das Televoting darüber ab welche zwei Beiträge ins Finale kommen. RÜV vergibt zusätzlich eine WildCard fürs Finale. Im Finale wird die internationale Jury größer sein, aus zehn Mitgliedern bestehen. Dort kommen die Top 2 des kombinierten Votings in Superfinale. Die Stimmen aus der ersten Voting Runde werden ins Superfinale mitgenommen, dort entscheidet dann das Televoting allein wer Island in Israel repräsentieren soll. Am 26.01. werden die Kandidaten bekanntgegeben.

25.01. Norwegen hat die 10 Songs des Vorentscheides "Melodi Grand Prix" veröffentlicht. Unter den Kandidaten sind viele bereits bekannte ESC-Künstler. Kjetil Mörland schrieb den Song von Norwegen beim ESC 2015 und sang ihn dort gemeinsam mit Debrah Scarlett. Sie erreichten den 8. Platz. Den Auftritt kannst du dir unten anschauen. Nun tritt er mit seinem selbst komponierten Song "En livredd mann" erneut beim NMGP an. Er komponierte zusammen mit Jowst, der beim ESC 2017 10. für Norwegen als Komponist und Live-Bühnen-DJ wurde, den Song "The Bubble", der von Adrian Jörgenden gesungen wird und ebenfalls im Teilnehmerfeld des NMGP 2019 steckt. Den Auftritt von Norwegen beim ESC 2017 gibt es unten zu sehen.

Sennek wurde beim ESC 2018 29. für Belgien mit ihrem selbst geschriebenen Song "A Matter of Time". Ihren Auftritt kannst du dir unten anschauen. Nun hat sie den Song "Hold me down" geschrieben, der von Carina Dahl gesungen wird und am norwegischen Vorentscheid teilnimmt. Erlend Bratland verpasste 2015 ganz knapp den Sieg beim NMGP und wäre fast zum ESC gefahren. Mit "Thunderstruck" erhielt er 85.373 Stimmen im Televoting des Superfinales. Seinen Auftritt gibt es unten zu sehen. Mörland und Debrah Scarlett kamen auf 88.869 Stimmen. Es könnte sich dieses Szenario 2019 wiederholen, denn Erlend Bratland ist mit dem Song "Sing for you" ebenfalls beim NMGP 2019 dabei.





25.01. Ich verstehe zwar nicht warum jede non-eurovisionäre Zeitung einen riesigen Artikel darüber geschrieben hat wer den 64. Eurovision Song Contest 2019 Dare to Dream moderieren wird, einmal kurz erwähnen werde ich es aber trotzdem, auch wenn die Moderation meiner Ansicht nach von allem der unbedeutendste Anteil an der Show ist. Als Hauptmoderatoren werden Schauspielerin und Model Bar Rafaeli und Moderator, sowie der israelische ESC-Kommentator vom letzten Jahr, Erez Tal, fungieren. Bar Rafaeli sorgte vor ein paar Wochen in Israel für Schlagzeilen, weil ihr Steuerhinterzug vorgeworfen wurde. Mit mini-Interviews aus dem Greenroom melden sich Assi Azar und Lucy Ayoub.

25.01. Aus Tschechien gibt es die nächsten Jurywertungen. Heute waren Alma, die 2017 für Frankreich beim ESC den 12. Platz holte und Ari Ólafsson, der beim letzten ESC für Island nur 15 Punkte im Halbfinale erhielt und damit 43., also Letzter wurde, an der Reihe:

Alma:

12 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
10 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
8 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
6 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
4 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
3 Punkte: On my Knees - Jara Vymer
2 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
1 Punkt: Easy to believe - Pam Rabbit

Ari Ólafsson:

12 Punkte: Friend of a Friend - Lake Malawi
10 Punkte: Don't know why - Thomás Bocek
8 Punkte: Easy to believe - Pam Rabbit
6 Punkte: True Colors - Barbara Mochowa
4 Punkte: Poslední slova tobe - Hana Barbara
3 Punkte: Space Sushi - Jakub Ondra
2 Punkte: Give me a Hint - Andrea Holá
1 Punkt: On my Knees - Jara Vymer

Gesamt:

1. True Colors - Barbara Mochowa 78 Punkte
2. Friend of a Friend - Lake Malawi 74 Punkte
3. Give me a Hint - Andrea Holá 43 Punkte
4. On my Knees - Jara Vymer 37 Punkte
5. Easy to believe - Pam Rabbit 36 Punkte
6. Space Sushi - Jakub Ondra 36 Punkte
7. Don't know why - Thomás Bocek 33 Punkte
8. Poslední slova tobe - Hana Barbara 31 Punkte

Damit ist ein weiterer Post von News Kompakt voll. In Kürze geht es weiter mit dem Vorentscheidungs-Wochenende von letzter Woche.

Mittwoch, 9. Januar 2019

News Kompakt (24)

Nehmen wir uns dem Hauptteil des Novembers in der ESC-Bubble an:

07.11. Zuerst habe ich noch die Gala 7 der "Operatión Triunfo" vom letzten News Kompakt nachzureichen. Noelia musste die Show verlassen. In Gala 1 wurde sie noch vom Televoting, in Gala 4 von der Sonderjury gerettet. Nun war sie gegen Marilia nominiert und hatte die Zuschauergunst nicht auf ihrer Seite. Die überlebte dieses Mal zwar das Ausscheidungsduell, ist für die Gala 8 aber gleich wieder nominiert. Dann muss sie gegen Carlos Right antreten. Der ist in der Gala null schon beinahe ausgeschieden, wurde aber vom Publikum gerettet. In Gala 5 gewann er das Ausscheidungsduell gegen Dave und wurde nur als letzter Kandidat, von seinen Konkurrenten, davor gerettet in der nächsten Gala gleich wieder ums Überleben kämpfen zu müssen. Dadurch dass Famous erstmals unter den letzten fünf Kandidaten um das sichere Weiterkommen zittern musste, gibt es nun keinen Kandidaten mehr der "Fehlerfrei" durch die Shows gekommen ist. Famous gewann das Televoting gegen die vier anderen Kandidaten und ist somit noch mindestens bis einschließlich Gala 9 dabei. Für die Gala 8 verbleiben nun noch 10 Kandidaten.

12.11. Kroatien ruft zum Bewerben für die Neuauflage der "Dora" auf. Zugelassen sind Songs auf den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Kroatisch.

14.11. In der Gala 8 der "Operatión Triunfo" musste Carlos Right aus der Kandidatenvilla ausziehen. Er verlor das Televotingduell gegen Marilia, die schon in der Woche zuvor ein Ausscheidungsduell gewann. Allerdings wurde sie auch für das Ausscheidungsduell der Gala 9 nominiert. Ob die Zuschauer wieder auf ihrer Seite sein werden? Ihre direkte Konkurrentin ist Marta. Sie gewann in der Gala 6 das Duell um den Verbleib im Wettbewerb gegen Damion. In allen anderen Shows zog sie "clean" in die nächste Runde ein. Nun sind noch 9 Kandidaten in der Villa.

15.11. Estland hat seine 24 Beiträge des Vorentscheides präsentiert. Unter den Kandidaten befinden sich viele bereits bekannte Künstler in der ESC-Szene. Als größter Name ist Sandra Nurmsalu zu nennen. Sie holte 2009 für Estland, als Sängerin der Gruppe Urban Symphony, beim Eurovision Song Contest den 6. Platz. Stig Rästa ist der Komponist des Songs "Storm", den Victor Crone beim Eesti Laul 2019 singen wird. Stig gewann als Komponist und Sänger mit Elina Born 2015 den estnischen Vorentscheid und landete beim ESC auf dem 7. Platz. Außerdem ist er Komponist des Songs "Play", der 2016 für Estland beim ESC antrat, allerdings auf dem 42., also letzten, Platz landete. Auch Birgit Öigemeel, die 2013 für Estland beim ESC 20. wurde, tritt dieses Jahr beim Vorentscheid an. Sie ist teil der Gruppe "The Swingers", in der auch Tanja singt, die 2014 für Estland beim ESC am Start war und 29. wurde. Des Weiteren steht Grete Paia auf der Startliste. Sie wurde 2016 beim Eesti Laul bereits 7.. Auch Uku Sivuste ist ein Wiederholungstäter. Er war 2017 dabei, schied aber im Halbfinale als 6. aus, wurde insgesamt also 11.. Auch erwähnt sei Sissi, die Tochter von Dave Benton, der 2001 den Eurovision Song Contest für Estland gewann. Ob einer dieser prominenten Künstler, oder doch jemand anderes Estland beim 64. Eurovision Song Contest 2019 Dare to Dream in Tel Aviv vertreten darf, werden wir am 31.01., 02.02. und 16.02. erfahren. Hier auf Eurovision Passion wird noch ein Post mit meiner Meinung zu den Songs beim Eesti Laul 2019 folgen.

15.11. Für den Ticketverkauf wird die EBU ein Queue System anwenden, das garantieren wird, dass Fans aus den einzelnen Nationen verhältnismäßig richtig in der Halle in Tel Aviv repräsentiert sein werden. Die Ticketverkaufswebsite ist für einen Ansturm von bis zu 200.000 Usern gleichzeitig gewappnet. Aufgrund der sehr kleinen Arena werden für jede der 12 Shows nur 7.000 Tickets (plus 3.000 weitere für die Halle mit dem Green Room) verkauft werden. Die Preise gehen von 300 bis 30 Euro pro Ticket.

19.11. IctimaiTV lässt vernehmen dass Aserbaidschan 2019 seinen Beitrag intern auswählt. Dies sind wir inzwischen gewohnt.

19.11. Beim portugiesischen Vorentscheid "Festival da Cancao" werden 16 Beiträge antreten. 14 von ihnen werden von Komponisten geschrieben, die RTP extra dafür bezahlt. Ein weiterer wird aus über 200 Liedern der öffentlichen Bewerbungen ausgewählt. Der letzte Startplatz wird durch ein öffentliches Voting zwischen den verbliebenen Bewerbersongs vergeben.

20.11. Nun gibt es auch die Bestätigung aus Italien, dass der Gewinner des San Remo Festivals wieder gefragt wird, ob er für Italien mit seinem Siegersong beim ESC antreten möchte. Wenn er ablehnt, was in der Vergangenheit ab und zu vorkam, wird ein anderer Beitrag aus dem Teilnehmerfeld des Festivals von der RAI ausgewählt. Das San Remo Festival findet vom 05.-09.02.2019 statt. Das Finale wird also am gleichen Tag wie der Vorentscheid von Australien, das 2. Halbfinale in Schweden, das 1. Halbfinale in der Ukraine und das 1. Halbfinale in Island stattfinden. Erfahrungsgemäß werden wir aber erst spät in der Nacht erfahren wer das San Remo Festival gewinnt.

20.11. Am 24.11.2018 beginnt die Castingshow "Hakochav Haba", auch bekannt unter dem Namen "Rising Star", die zur Auswahl des Sängers für Israel beim ESC dient. Erstmals wird in der Show auch der dazugehörige Song ausgewählt werden.

21.11. Bei der kroatischen "Dora" werden 16 Songs antreten, die von Vertretern unterschiedlicher kroatischer Musikverbände ausgewählt werden. Das Ergebnis davon wird am 31.01.2019 verkündet. Die "Dora" selbst wird Anfang Februar, erstmals seit 2011, stattfinden.

21.11. Österreich wird seinen Beitrag auch 2019 intern auswählen.

21.11. Bei ihrer dritten Nominierung in Folge haben nicht mehr genügend Zuschauer für Marilia angerufen, sodass sie sie "Operatión Triunfo" in der Gala 9 verlassen muss. Marta gewann das Duell zwar, wurde aber gleich wieder für die nächste Gala nominiert. Dort muss sie dann gegen María antreten. Die geriet in der Gala 2 erstmals in Gefahr und wurde erst unter den letzten vier Kandidaten von der Sonderjury gerettet. In der Gala 4 geriet sie wieder unter die letzten fünf Kandidaten der Jurygunst. Das Publikum rettete sie aber sofort indem sie das Televoting gewann. In Gala 6 kam sie der Nominierung sehr nahe, die Kandidaten entschieden sich aber dafür sie zu retten und die anderen beiden übrig gebliebenen Kandidaten in das Ausscheidungsduell zu schicken. In Gala 8 erging es ihr genauso. Nun ist sie erstmals nominiert worden. Es sind noch 8 Nachwuchskünstler in der Kandidatenvilla.

22.11. EBU Supervisor Jon Ola Sand hat auf einer Pressekonferenz erklärt dass in der Union darüber debattiert wird ob Kasachstan nach dem JESC auch zum großen ESC eingeladen werden sollte! Die Hoffnungen dass Kasachstans jahrelange Bemühungen 2019 endlich ihre Lorbeeren tragen können erhöhen sich dadurch enorm!

23.11. Einen Tag später macht Jon Ola Sand wieder alle Hoffnungen zunichte. Bei einer weiteren Pressekonferenz (beim JESC) sagt er deutlich dass Kasachstan 2019 nicht am ESC teilnehmen wird. Seiner Meinung nach läge das Land nicht auf dem europäischen Kontinent, was Geographen, mich eingeschlossen, aber anders sehen. Für ihn sei die geographische Lage in Europa das einzig wichtige Kriterium zur Teilnahmeerlaubnis eines Landes. Wenn man sich eine geographische, also nicht politische Europakarte anschaut, ist deutlich zu sehen dass ein nicht unwesentlicher Anteil Kasachstans im geographischen Europa liegt. Auf Nachfrage meinte Sand übrigens dass die teilnahmeberechtigten Nationen Afrikas (z.B. Marokko, Tunesien, Ägypten) auf dem europäischen Kontinent liegen würden, auch die Südkaukasusstaaten Aserbaidschan, Georgien und Armenien. Diese Länder liegen wissenschaftlich geographisch betrachtet übrigens nicht in Europa. Es ist nicht das erste Mal dass sich Sand bei den ESC-Fans unbeliebt macht.

24.11. In Serbien gingen nur 76 Bewerbungen für den Vorentscheid "Pesma Evrovizije 2019" ein. Ein Grund dafür könnte sein dass nur Songs in serbischer Sprache erlaubt sind.

25.11. In der ersten Sendung der israelischen Vorentscheid-Castingshow "Hakochav Haba" sind sechs Kandidaten in die nächste Runde eingezogen. Dies sind sie, inklusive ihrer Votingergebnisse: Ofi Halfon 93%, Shalva Band 91%, Daniel Mazuz 90%, Shahar Adawi 89%, Daniel Barzilai 88%, Nadav Phillips 80%.

25.11. Brendan Murray sag 2017 für Irland beim ESC und erreichte den 31. Platz. 2018 nahm er bei der Castingshow "X Factor" UK" (in Großbritannien und Nordirland) teil. Dort kam er bis ins Halbfinale und schied als 5. aus.

26.11. Lettland veröffentlicht die 33 Songs von 32 verschiedenen Interpreten (Miks Galvanovskis mit zwei Songs vertreten) die zu den Live Auditions eingeladen werden. Daraus werden die Kandidaten für den Vorentscheid "Supernova" ausgewählt. Unter diesem Link kann man sich alle Songs anhören. Ich werde noch einen gesonderten Post mit meinen Meinungen über die lettische Vorauswahl schreiben.

27.11. Die Teilnehmerliste der Melodifestivalen ist bekanntgegeben! Neben zahlreichen Stars die in der Vergangenheit bereits bei den Melodifestivalen antreten durften, sind auch ehemalige Vertreter Schwedens beim ESC unter den 28 Kandidaten dabei. Eine davon ist Anna Bergendahl, die 2010 beim ESC 26. wurde. Es ist das bis Heute schlechteste Ergebnis das Schweden jemals im Wettbewerb hatte. Ebenfalls mit dabei ist die Gruppe Arvingarna. Sie gewann 1993 die Melodifestivalen und erreichte beim ESC den 7. Platz. 1995 durfte sie zu den Festivalen zurückkehren und landete auf den Plätzen 6-10. Die genaue Platzierung ist nicht bekannt. 1999 war die Band wieder dabei. Damals sprang der 3. Platz für sie heraus. Auf das Jahr 2002 datiert ihre letzte Teilnahme. In ihrem Halbfinale wurde sie dabei 6.. Als Gesamtergebnis kann man den 23. Platz (von 32) zuordnen. Auch Martin Stenmarck ist beim Melfest 2019 dabei. Er gewann dies 2005 und wurde beim ESC anschließend 19.. Es sei auch erwähnt dass es die polnische Chartstürmerin Margaret auf die Teilnehmerliste geschafft hat. 2016 wurde sie beim polnischen Vorentscheid mit "Cool me down" 2. hinter Michal Szpak, der anschließend beim ESC das gesamte Feld von hinten aufräumte, als er im Televoting völlig überraschend auf den 4. Platz kam. Beim polnischen Vorentscheid hatten alle ein knappes Battle um den Sieg zwischen Margaret und Edyta Görniak erwartet. Michal Szpak hatte keiner auf der Rechnung. 2018 schaffte Margaret es erstmals zu den Melodifestivalen. Mit "In my Cabana" erreichte sie Platz 7. Die Songs der Melodifestivalen werden erst in den jeweiligen Halbfinals erstmals für öffentliche Ohren zu hören sein.

28.11. Die RAI hat die 24 Kandidaten des San Remo Giovani Festivals bekannt gegeben, von denen 2 sich für das San Remo Festival, dem Vorentscheid Italiens für den ESC qualifizieren. Das Giovani findet vom 17.-21.12.2018 statt.

Wir rücken den Vorentscheiden und der Verkündung der ersten Interpreten in internen Auswahlen näher. Im nächsten News Kompakt gibt es schon den ersten Interpreten für den ESC 2019 und stehen dann kurz vor dem ersten Vorentscheid.

Samstag, 5. Januar 2019

Summer Summary 2018 Teil 6

Wir schauen in die Nachrichten aus dem August:

04.08. Der TRT Generalsekretär Ibrahim Eren erklärte noch einmal warum die Türkei 2019 nicht zum ESC zurückkehren möchte: " Als öffentlicher Rundfunk können wir es nicht zulassen, um 21 Uhr, wenn noch Kinder wach sind, Dinge wie einen bärtigen Österreicher zu zeigen, der ein Kleid trägt, nicht an Geschlechter glaubt und sagt, dass er sowohl Mann als auch Frau ist." Außerdem gebe es "innerhalb der EBU ein seelisches Durcheinander." und die Eurovision sei von ihren Werten abgewichen. Ich frage mich was denn die Werte der Eurovision waren. Unter anderem steht im Vordergrund die Vielfalt der Musik, Kulturen, Sprachen, Hautfarben, Religionen und auch Sexualitäten zu feiern. Anscheinend ist die Kultur der Türkei zu weit von der europäischen entfernt. Das finde ich sehr schade. Hiermit schließe ich die Türkei ganz offiziell nach meinem persönlichen Ermessen von Europa aus. Eine Nation mit solchen menschenverachtenden Weltanschauungen braucht gar nicht erst ankommen und darum bitten zum ESC zurückkehren zu können, oder in die EU aufgenommen zu werden.

07.08. Weil ictimaiTV 2011 gewann nahm die Türkei 2012 ein letztes Mal Teil. Man wollte die Freunde in Aserbaidschan nicht im Stich lassen. Diese machen aber keine Anstalten wegen der Vielfalt beim ESC, obwohl auch Aserbaidschan ein fundamentalistisch muslimisches Land ist. Das ist sogar in der Nationalflagge gleich zweifach verankert. Dieses Land hat den ESC aber clever genutzt um sein Image in Europa als liberales Land aufzupolieren. Das ist auch gelungen. SO scheut man sich jetzt auch nicht im jüdischen Israel wieder dabei zu sein und bestätigt der EBU seine Teilnahme.

08.08. In Serbien ruft RTS dazu auf sich bis zum 1. November beim Vorentscheid Beovizija zu bewerben. In der Show wird der Sieger zu 50% aus Jury- und 50% aus Televoting gekürt.

08.08. Litauen bestätigt seine Teilnahme am 64. Eurovision Song Contest 2019! LRT wird in Israel mit dabei sein.

10.08. Die EBU reagiert auf die Äußerungen von TRT: "Die Werte des Eurovision Song Contests sind Universalität und Inklusion, sowie die stolze Tradition Vielfalt durch die Musik zu feiern." Man zeigt sich weiter offen TRT wieder im Wettbewerb aufzunehmen wenn es denn möchte, wird sich dafür aber nicht verändern oder beeinflussen lassen.

12.08. IPBC schreibt in einem offenen Brief an die Regierung dass sie in spätestens zwei Tagen die versprochene Überweisung von 12 Millionen Euro an die EBU tätigen muss. Dafür hat der Rundfunk extra eine Verlängerung der Frist um zwei Wochen erhandelt. Wenn die Regierung der Aufforderung nicht nachkommt wird IPBC 200 Stellen streichen um das Geld selbst aufbringen zu können. Das Austragungsrecht für den ESC zu verlieren ist offenbar keine Option.

14.08. Nach taktischen Spielereien der Regierung und IPBC in den Stunden vor Mitternacht, zum Ablaufen der Deadline, hat die Regierung nachgegeben und 12 Millionen Euro als Kaution an die EBU überwiesen. Damit steht fest dass der ESC 2019 in Israel stattfinden wird. Alle Spekulationen über eine Austragung in Zypern, Österreich, Deutschland, oder Griechenland können damit zurückgewiesen werden.

17.08. Monaco sagt zum 13. Mal in Folge für den ESC ab. Seitdem TMC keine finanzielle Unterstützung mehr vom Staat für die Teilnahme bekommt, ist es nicht mehr in der Lage dabei sein zu können. Das Interesse im Land an einer Teilnahme ist nicht gerade groß.

18.08. Island und Irland haben die lautesten Proteste den ESC in Israel zu boykottieren. RTE widersetzt sich dem trotzdem. Die britischen Nachbarn gaben ihre Teilnahme bekannt.

21.08. Auch der niederländische Rundfunk TROS ist 2019 wieder dabei!

22.08. Israel wagt im Jahr seiner Titelverteidigung etwas neues und wird schon während der Castingshow "Hakochav Haba", auch bekannt als "Rising Star", seinen Song - nicht nur den Interpreten - auswählen.

22.08. DR ruft zu Bewerbungen auf. Wer für Dänemark zum ESC möchte, benötigt die Staatsbürgerschaft, oder einen ständigen Wohnsitz im Land, oder einen dänischen Ehepartner. Bis zum 26.09.2018 ist das Bewerbungsfenster geöffnet.

24.08. In Portugal hat der Rundfunk mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Die Austragung des ESCs brachte 4 Millionen Euro Verlust, die Übertragungen der Fußball WM 5,6 Millionen Miese. Aus Verantwortungsgefühl möchte man den Angestellten aber keinerlei Gehälter und erst recht keine Stellen streichen. In dieser Lage ist eine ESC-Teilnahme gefährdet.

25.08. Schon am 17.09. startet Spanien in seinen Vorentscheid Operation Triunfo.

25.08. Frankreich wird von seinem Vorentscheid "Destination Eurovision" nicht nur das Finale, sondern auch die Halbfinals live ausstrahlen. Die Jury wird ausgetauscht. Zudem gibt es weitere kleine Änderungen am Regelwerk.

25.08. Lettland wird auch für 2019 die "Supernova" als Vorentscheid verwenden. Bis zum 21.10. läuft die Bewerbungszeit.

25.08. 465 Sänger haben sich bei der ARD für den deutschen Vorentscheid beworben. Davon wurden intern 198 ausgewählt die nun dem Panel vorgelegt werden. Dieses besteht wieder aus 100 ESC-Fans die die Mitte des deutschen Musikgeschmacks repräsentieren. 50 von ihnen waren schon im Vorjahr Panel Mitglied. Die Top 50 des Panels aus 198 werden der internationalen Jury vorgelegt, die aus ehemaligen ESC-Juroren besteht. Diese wählt dann ihre 20 Favoriten aus. Diese glücklichen 20 Kandidaten reisen dann wieder in ein Workshop-Camp in dem auch ein Großteil der Songs für den Vorentscheid geschrieben werden. So geschah es auch mit Deutschlands ESC Beitrag 2018 "You let me walk alone". Zusätzlich wurden von Komponisten ca. 150 Songs eingereicht. Aus den Camp-Songs und den Bewerbungen wählt die ARD schließlich sechs, oder acht, oder zehn und dazu passende Interpreten der Top 20 aus. Dann haben wir unseren Vorentscheid bei dem wieder zu einem Drittel die internationale Jury, zu einem Drittel das Panel und zu einem Drittel das Televoting Stimmgewicht hat.

25.08. Das Duo "The Lovers of Valdaro" gewinnt die Wildcard für die Melodifestivalen (Schweden) durch das Radiofestval P4 Nästa. Damit sind sie die ersten bekannten Vorentscheidungskanidadten des Jahrgangs. Die beiden Jungs haben sich nach zwei Skeletten benannt die bei ihrer Ausgrabung eng umschlungen in den italienischen Alpen lagen. Ihr Song für die Melodifestivalen wird jetzt in Zusammenarbeit mit professionellen Komponisten geschrieben.

29.08. Die EBU gibt die Anmeldeschlüsse für den ESC 2019 bekannt. Bis zum 15.09.2018 müssen alle Unterlagen für die Teilnahme abgegeben sein. Dann gibt es die vorläufige Teilnehmerliste der EBU. Der 10.10.2018 ist dann der Stichtag für die endgültige Zusage. Bis dahin muss sich jede Rundfunkanstalt entschieden haben ob sie in Israel dabei ist. In den letzten Jahren haben sich aber immer einzelne Länder noch eine verlängerte Frist aushandeln können. Wer jedoch zusagt und nach dem 10.10. doch noch einen Rückzieher machen möchte muss dafür eine so hohe Strafzahlung abgeben, dass man es sich zehn mal überlegt ob man nicht doch lieber die Teilnahme erfüllt. Bislang haben 17 Nationen zugesagt.

30.08. Die Ukraine, näher der Sender UA:PBC bestätigt die Teilnahme am ESC 2019!

30.08. Lettland überarbeitet sein Regelwerk für die "Supernova". Nun darf man sich auch schon im Alter von 16 Jahren bewerben. Die Jury hat den Auftrag besonders "Radio Hits" zu bevorzugen. Bewerbungen gehen nur mit professionell produzierten Aufnahmen. Auch Künstler aus dem Ausland sind erlaubt. Die Bewerbungszeit ist vom 03.10.-21.10.2018.

31.08. Tschechien bleibt beim ESC dabei! Jedes Jahr aufs Neue ist unklar ob sich die Befürworter des ESCs in der Führungsebene von CT durchsetzen können und Tschechien somit am Wettbewerb teilnehmen kann. Auch dieses Jahr haben sie es wieder geschafft. Die meisten Tschechen betrachten den ESC immer noch als überflüssige Comedy Veranstaltung. Ich denke dass sich die Gemüter im Laufe der Zeit, nach und nach, beruhigen werden. Wir brauchen eben Geduld. Bis zum 31.10.2018 steht der Sender zur Annahme von Bewerbungen bereit. Einzige zusätzliche Bedingung zum ESC-Regelwerk ist dass der Hauptinterpret die Staatsbürgerschaft von Tschechien besitzen muss.

Mit diesen erfreulichen Nachrichten beende ich den Summer Summary Post über den August.

Sonntag, 20. Mai 2018

Knappste Halbfinal-Aus 2018

Belgien ist in dem Blutbad-Halbfinale auf Platz #12 gelandet, nur drei Punkte hinter Aserbaidschan. Bei reinem Juryvoting hätte es mit dem #8. Platz und 71 Punkten noch fürs Finale gereicht. Im Televoting gab es aber nur 20 Punkte für unsere Nachbarn, 2 aus Aserbaidschan, Weißrussland und Israel, 3 aus Armenien und Estland und 8 aus Litauen. Damit hat Belgien nur Kroatien, Mazedonien und Island hinter sich gelassen. Das ist eine ziemlich große Überraschung, vor Beginn der Proben habe ich Belgien zwar noch vor allem bei der Jury Punkte einsammeln sehen, die meisten finden ihren Gesang aber viel zu schwach, was besonders die Jury hart bestraft. Klar ist, dass Belgien im Finale auf einer guten Platzierung in den Top 20 gelandet wäre, wenn es bei der Halbfinalauslosung nicht so unfair zugegangen wäre.

Im zweiten Halbfinale hat Rumänien den undankbaren #11. Platz belegt. Bei einer Punktzahl von 107 fehlten nur 4 Punkte für das Finale! Die Jury hat Rumänien mit 67 Punkten auf dem #8. Platz ins Finale gewählt. Im Televoting schaffte es Rumänien bei nur vier Ländern in die Top 10; Frankreich und Georgien vergaben 8 Punkte, Italien und Moldawien 12 Punkte! Das ist Platz #13 bei reinem Televoting. Rumänien führte bisher eine 100%ige Finalqualifikationsquote. Nur 2016, als sie aus finanziellen Gründen disqualifiziert wurden, standen sie nicht im Finale. Dass die sichere Qualifikation nun so extrem knapp scheitert macht es noch dramatischer. Man muss aber ehrlich sein und sehen dass Rumänien bei einer ausgeglichen starken Halbfinalverteilung niemals in Finalnähe gekommen wäre. Dass Rumänien ausgerechnet im großen Jubiläumsjahr des 100-jährigen Bestehens seine 100% verlieren muss ist natürlich besonders traurig. Dieser Beitrag der das schlechteste Ergebnis Rumäniens aller Zeiten einbringt, war aber auch der schwächste. Da hat der Monster-Vorentscheid mit 72 Songs leider nichts gebracht, denn das Niveau bei der Selectia Nationala war dieses Jahr erschreckend niedrig. Auch fällt wieder auf dass Rumänien im Televoting nur von wenigen Ländern Punkte bekommt, dort dann aber (fast) immer ganz weit oben steht. So kommt man insgesamt auf mehr Punkte, als wenn es von (fast) jedem Land nur Restpunkte gibt, wie es dieses Jahr bei der Schweiz der Fall war. Dieses Phänomen trägt sicherlich wesentlich zum großen Erfolg Rumäniens beim ESC bei. Dieses Jahr muss die Delegation dennoch traurig nach Hause reisen.

Der unfairste nicht-Finalist ist Aserbaidschan. Genau wie Rumänien hatte auch Aserbaidschan eine 100%ige Finalqualifikationsquote die es nun verliert. Es ist überhaupt keine Frage dass Aserbaidschan ein gutes Ergebnis im Finale erreicht hätte. Trotzdem ist dies eindeutig als großer Misserfolg für das Anfangs so starke Land zu sehen. Bei den ersten fünf Teilnahmen belegte Aserbaidschan die Plätze #1, #2. #3, #4 und #5. Davon ist heute leider nichts mehr zu sehen. Jahr für Jahr ist Aserbaidschan vom Ergebnis sehr enttäuscht. Der Eurovision Song Contest hat dort einen so großen Stellenwert wie in kaum einem anderen Land. Nun aber mal ein Blick darauf wie es zu diesem Ergebnis kam; bei Aserbaidschan waren sich die Jury und Anrufer perfekt einig. Beide vergaben genau 47 Punkte, bei beiden bedeutete das den #12. Platz. Die größten Punktegeber bei den Zuschauern waren Albanien und Portugal mit jeweils 7 Punkten und Tschechien mit 10 Punkten. Unterm Strich fehlten dann doch relativ deutlich 14 Punkte auf den #10. Platz, den Finnland belegte. Auch Aserbaidschan fährt 2018 also das schlechteste Ergebnis aller Zeiten ein.

Freitag, 4. Mai 2018

Aserbaidschan - Sternchenwirbelei auf Eisberg

Bei den zweiten Proben dürfen zuvor angemeldete und genehmigte Journalisten, sowie wenige Fans mit in die Halle und aus dem Zuschauerraum die Probe mit verfolgen. Dabei wurde immer von einigen Presseinstitutionen mitgefilmt, damit ESC-Fans den gesamten drei-Minuten-Auftritt sehen können. Deswegen hat die EBU 2016 seine Probenvideos der zweiten Proben von drei-Minuten-Aufnahmen zu Eine-Minuten-Ausschnitte des fertigen TV Bildes mit den geplanten Kameraschnitten veröffentlicht. Nun wurden die Regeln geändert. Man darf die Proben nicht mehr mitfilmen und veröffentlichen und die Offiziellen Probevideos der EBU haben sich von 60 auf 40 Sekunden verkürzt. Die meisten, mich eingeschlossen, verstehen nicht was diese Geheimnistuerei für einen Effekt haben soll. Wir haben aber kaum eine andere Wahl als uns dem zu fügen was uns geboten wird.

Aserbaidschan hat bei seinem Staging nur ein paar kritisierte Kameraschnitte verändert. Außerdem fliegen jetzt am Ende durch eine Handbewegung von Aisel Sternchen durch die Luft. Das funktioniert mit der CGI-Graphik. Eine Technik die seit 2016 beim ESC angewendet wird. Erstmals so richtig aufgefallen ist sie bei den Australien in dem Jahr. Seitdem hat sich diese Technik weiterentwickelt, sodass es inzwischen hochwertiger aussieht, sofern man es denn möchte. Die aufgemalten Instrumente bei Norwegen entstehen durch die gleiche Technik und sehen sehr billig aus.






Sonntag, 29. April 2018

Aserbaidschan präsentiert die non-LED-Bühne

Dieses Jahr sind die Proben von einem ganz besonderen Mantel umhüllt. Weil es keine LEDs gibt muss sich jede Delegation etwas anderes ausdenken womit sie sich in das Gedächtnis der Zuschauer bohren können. Das hat Aserbaidschan getan. Wie gewohnt bringt die aserbaidschanische Delegation ein sehr gutes Staging auf die ESC Bühne. Aisel beginnt den Song auf dem Boden liegend. Anschließend folgt eine Arm-Choreographie. Den Hauptteil verbringen die Sänger komplett in weiß, vor blauem Hintergrund, auf schrägen Gebilden, die von den meisten als Eisberge oder irgendeine Art von Hügeln gedeutet werden. Damit gleich beim ersten Beitrag im ersten Halbfinale klar wird wie beim ESC Show gemacht wird, kommt die Bedienung der Windmaschinen bei Aserbaidschan schon mächtig ins schwitzen. Es ist alles ein bisschen klischeehaft, aber genau das wollen wir ESC-Fans doch sehen!

Die Eindrücke aus dem Pressezentrum zu Aserbaidschan sind noch etwas verhalten. Sicher hatten viele grundsätzlich schon hohe Erwartungen weil es einfach Aserbaidschan ist und diese Erwartungen wurden nur erfüllt, mehr nicht. Außerdem scheinen viele besorgt zu sein, dass der ESC dieses Jahr zu klassisch und einfach wird. Ich persönlich bin diesbezüglich nach der ersten Probe eher etwas beruhigt. Einige sagen auch dass man die Probe so nicht bewerten kann, sondern erst andere Länder braucht um vergleichen zu können, denn eine solche Situation - ohne LEDs - hatten wir seit ein Jahrzehnt nicht mehr beim ESC und seitdem hat sich die Show-Welt stark verändert, auch beim ESC.






Mittwoch, 11. April 2018

Letztes Power-Vorentscheidungswochenende - News Kompakt

Hier die Ereignisse der letzten Woche mit zahlreichen Vorentscheidungsshows:

26.02. Österreich - Cesar Sampson singt einen Song namens "Nobody but you".

02.03. Zypern - In den Tagesnachrichten wurde der diesjährige Beitrag von Zypern beim 63. Eurovision Song Contest 2018 All Aboard! in Lissabon präsentiert. Ich bin ziemlich enttäuscht. Der Song kommt nicht aus sich heraus. Zu mehr als ein bisschen mit wackeln ist das leider nicht zu gebrauchen:

1. Malta
2. Ukraine
3. Spanien
4. Tschechien
5. Ungarn
6. Frankreich
7. Deutschland
8. Weißrussland
9. Lettland
10. Slowenien
11. Armenien
12. Griechenland
13. Schweiz
14. Albanien
15. Dänemark
16. Großbritannien und Nordirland
17. Serbien
18. Zypern
19. Montenegro
20. Italien
21. Moldawien
22. Rumänien

Die Hälfte der Songs habe ich nun. Ab jetzt werde ich nicht jedes mal die komplette Liste, sondern nur die entscheidenden Plätze wiederholen. Bisher bin ich sehr zufrieden! Insgesamt gesehen sind die Songs super! Die stärksten Länder kommen eher immer zum Schluss, also könnte es sich um einen extrem starken Jahrgang halten. Mir fehlen noch würdige Länder für die letzten Plätze, aber Georgien, die Niederlande und Russland kommen ja noch, also sollte auch dafür gesorgt sein :)

02.03. Niederlande - Waylon hat bekannt gegeben welchen Song er singen wird. Dann wollen wir uns den mal antun. Mit Hans Pannecouke habe ich es auch mit einem Stage Director zu tun dessen Arbeit mir in der Vergangenheit überhaupt nicht gefallen hat. Alles steht also gut um meinen Hass auf die Niederlande wieder so richtig aufleben zu lassen.
Der Song ist sogar noch schrecklicher als ich befürchtet habe:

21. Moldawien
22. Rumänien
23. Niederlande

03.03. Finnland - Endlich gibt es den Vorentscheid an den ich mit Abstand am höchsten Erwartungen habe. Alles ist bereit für die One -Women-Show von Saara Aalto. Ein bisschen errinnert mich das alles an Unser Song für Düsseldorf, bei dem Lena Meyer-Landrut die zwölf Songs aus ihrem zweiten Album vorgestellt hat, von denen sich das Publikum dann einen aussuchen konnte. Leider fiel die Wahl auf den einzigen Zeitpunkt den ich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht mochte. Das sollte heute anders sein. Alle drei Songs sind Saara Aalto würdig. Insgesamt bin ich jedoch etwas enttäuscht. Der ganz große Wurf, den ich mir erhofft hatte, ist ausgeblieben.
     Ich kann mich nicht zwischen Malta und Finnland entscheiden. Zwischen Taboo und Monsters ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen!

1. Finnland
2. Malta
3. Ukraine

03.03. Estland - Von Finnland ging es zu den engen Freunden des Eesti Laul. Dort stand an diesem Abend ab 20:35 Uhr das Finale auf dem Plan. Estland hat wieder einmal gezeigt was für eine Klasse ein Vorentscheid haben kann. Ich finde der Eesti Laul braucht sich nicht hinter den Melodifestivalen zu verstecken! Der Siegersong befand sich bei mir auf Platz #4. Deswegen reicht es für Estland nicht für ganz oben. Leider wirkt der gesamte Beitrag 1:1 wie Moldawien 2013, in allem. Moldawien hat das gleiche vor fünf Jahren viel besser gemacht als Estland jetzt. Es ist einfach ausgelutscht und schlechter als schon mal gesehen. Trotzdem denke ich dass Estland zum Favoritenfeld gehört und eine Menge Punkte beim ESC einsammeln wird. Anders gesagt, ich bin neidisch dass mein Land nicht diesen Beitrag hat.

10. Lettland
11. Slowenien
12. Estland
13. Armenien
14. Griechenland

03.03. Island - Ich liebe den isländischen Vorentscheid! Die Atmosphäre, die immer bis zu mir nach Hause durchdringt, ist einzigartig. Dort schaut wirklich das ganze Land zu. Alle kommen zusammen und spüren den isländischen Stolz. Dieses isländische Flaggenmeer und wie das Publikum zu jedem Song völlig ausrastet... Ich wäre gerne Isländer und breche mir jedes Jahr ein Stück dieser Magie für mich ab.
     Im Finale gab es eine ziemlich große Überraschung die mich sehr freut. So ist Island dieses Jahr nach meinem Empfinden wenigstens nicht ganz so schwach. Das ist gar nicht böse gemeint. Einem solch sympathischen Völkchen verzeihe ich gerne so einen mimi-Ausrutscher. Our Choice ist ja immer noch ein guter Song und Ari Olafsson ein echt sympathisches Kerlchen ^^

14. Griechenland
15. Schweiz
16. Island
17. Albanien
18. Dänemark

03.03. San Marino - Sie haben alles versucht. San Marino hat es eben nicht einfach einen guten Beitrag auf die Beine oder Bühne zu stellen. Der erste Vorentscheid den San Marino jemals ausgetragen hat war von komplizierten Regeln, einem elendig langen Auswahlsystem und vielen Ausländern geprägt. Der Quote an San Marinesen die sich unter den Bewerbern befanden lag unter einem Prozent. Im Finale standen elf Acts, drei mal davon der selbe Song ("Stay"), bei vier Acts stand ein deutscher Künstler auf der Bühne. Die Bühne selber... naja... Der Sieger wurde mit einem undurchdringlichen Votingverfahren ermittelt, dessen Ergebnisse aber eh nicht bekannt gegeben wurden. Als Zuschauer konnte man mit Geld abstimmen. Mindestens 2€, höchstens 8.000€ konnte man für einen Beitrag bezahlen. Das Ergebnis dieser teuren Angelegenheit ging irgendwie in das Endergebnis ein. Ursprünglich war das Grundgebot auf 20€ gesetzt. San Marino braucht wohl Geld...
     Letzten Endes hat San Marino einen Beitrag gefunden. Dieser wird von Jessika Muscat und Jenifer Brening gesungen. Jenifer ist Deutsche. Jessika stammt aus Malta und war schon sieben mal mit einem Song beim Malta Song for Europe vertreten. Nicht wundern, das ist in Malta normal. Jetzt hat sie es über einen Umweg über San Marino zum ESC geschafft. Den Song Who we are finde ich gar nicht mal so schlecht! Wenn er für ein Land wie Rumänien, Spanien, oder Estland antreten würde und ein anderes Preview Video hätte, würde man ihn als ernsthaften Konkurrenten für die anderen Beiträge ansehen. Das tue ich auch. Trotzdem glaube ich dass San Marino mit seinem ersten Vorentscheid nicht das historisch beste Ergebnis von 2014 mit dem #24. Platz brechen kann. Stattdessen wird es in der Ewigen Liste einen Rang abrutschen weil Tschechien es überholen wird. Eins möchte ich noch anmerken worauf ich ein Stück weit stolz bin; es sieht danach aus dass San Marino, egal was sie tun, nicht davon wegkommen kann auf deutsche Künstler angewiesen zu sein ^^

12. Estland
13. Armenien
14. San Marino
15. Griechenland
16. Schweiz

03.03. Polen - Polen hat bei mir noch nie für Stimmungswallungen gesorgt. Das wird sich auch bis mindestens zur nächsten Krajowe Eliminacje nicht ändern.

24. Italien
25. Moldawien
26. Polen
27. Rumänien
28. Niederlande

04.03. Aserbaidschan - SO langsam muss Aserbaidschan so richtig was abliefern, wenn es den Status als absolutes Top-ESC-Land behalten will. Mitten in der Vorentscheidungsnacht veröffentlichte iTV seinen Song. Dieser hat leider wieder nicht das Niveau was man von Aserbaidschan kennt. Sehr schade:

21. Serbien
22. Zypern
23. Aserbaidschan
24. Montenegro
25. Italien

04.03. Portugal - Wenn der Titelverteidiger seinen Beitrag auswählt ist es immer ein bisschen was besonderes. Dieses Jahr hält sich mein Excitement darüber in Grenzen. Das Festival da Cancao war so einschläfernd wie befürchtet. Das gleiche ist über den Siegersong zu sagen. Ich kann damit nichts anfangen. Sie scheint mir trotzdem eine würdige Nachfolgerin für Salvador zu sein, sofern man Salvador als Person als etwas positives ansieht:

26. Moldawien
27. Polen
28. Portugal
29. Rumänien
30. Niederlande

Damit habe ich mich durch die Vorentscheide gekämpft. Es stehen nur noch die Finals von Litauen und Schweden, sowie der Vorentscheid von Norwegen an. Interne Auswahlen lassen leider sehr lange auf sich warten. Kann mir jemand mal erklären was da dieses Jahr los war? Gibt es einen Grund den ich verpasst habe dass die internen Auswahlen alle erst so spät präsentiert werden? Wenigstens weiß ich dass ich von hier an sehr schnell voran kommen werde was den Zeitaufwand und die Anzahl der bekannten Songs angeht. Die neue Woche beginne ich im nächsten Post.

Montag, 9. April 2018

Massenweise Disqualifikationen in letzter Minute - 3. Februarwoche kompakt

Durch die Hälfte des Februars habe ich mich nun durchgeklickt. Es stehen jedoch erst 9 Songs. In der zweiten Hälfte dürfte es doch hoffentlich ein paar mehr Präsentationen und Auswahlen geben. Ende Februar fehlen normalerweise nur noch einzelne Spätzünder wie Schweden oder Russland. Anfang März müssen beim Delegationstreffen alle Rundfunkanstalten ihr Preview Video, sowie das Stage Conzept, also den Plan für den Bühnenauftritt beim ESC, einreichen.

15.02. Griechenland - Eine Woche vor dem Vorentscheid gibt es nur noch einen Kandidaten. Plattenfirmen konnten sich mit Künstlern, Komponisten und Songs bewerben. Drei wurden für den Vorentscheid ausgewählt, allerdings haben zwei der drei Plattenfirmen die es in den Vorentscheid geschafft haben die 20.000€ nicht überwiesen. Somit wurden sie mit ihren Beiträgen disqualifiziert und es steht nur noch ein Kandidat auf der Liste. Wie es weiter geht weiß derzeit keiner.

16.02. Griechenland - Einen Tag später und 6 Tage vor dem geplanten Vorentscheid sagt ERT diesen wegen Kandidatenmangels ab und krönt Gianna Terzis Oneiro mou zur Siegerin. Dieser Beitrag wird für Griechenland beim ESC antreten. ERT wird mit dieser Auswahl zufrieden sein, sonst hätten sie den Song nicht mit unter die letzten drei genommen. Trotzdem ist es auffällig dass nun schon der zweite Vorentscheid in dieser Saison am Ende doch nicht stattfindet. Kurios ging es später am Tag auch mit dem weißrussischen Vorentscheid weiter, dazu komme ich jetzt.

1. Malta
2. Spanien
3. Tschechien
4. Griechenland
5. Frankreich
6. Schweiz
7. Dänemark
8. Albanien
9. Großbritannien und Nordirland
10. Italien

16.02. Weißrussland - Ein Vorentscheid ist dazu da dass aus den möglichst besten Songs des Bewerberpools der mit den größten Chancen auf ein gutes Ergebnis beim ESC ausgewählt wird. Dabei stehen nur Songs zur Auswahl die beim ESC auch antreten dürfen. Der Gewinner eines Vorentscheides sollte dann für dieses Land beim ESC antreten. So die Theorie. Irgendwie hat die in Weißrussland nicht so ganz geklappt. Beim Vorentscheid standen der Jury (die in Weißrussland immer sehr fragwürdig abstimmt) und dem Televoting zehn Songs zur Auswahl. Ursprünglich waren es elf Songs, jedoch darf einer der zehn Songs beim ESC gar nicht antreten, so hat einer der regulär auf der Startliste stehenden Beiträge die Reißleine gezogen und aus Protest abgesagt. Der Song, der eigentlich gar nicht dabei sein dürfte hat die Jury am erfolgreichsten bestochen und deren Höchstwertung eingesackt. Warum das Publikum mit einer so beindruckend großen Mehrheit ebenfalls für Forever von Alekseev abgestimmt hat bleibt der Welt ein Rätsel. Was zählt ist dass ein Song, der nicht den Regularien der EBU entspricht, den Vorentscheid offiziell gewonnen hat.
     Jeder Rundfunkanstalt steht es offen, ob sie den Siegersong des Vorentscheides noch überarbeiten, ganz verändern oder sogar komplett austauschen wollen. Es ist auch möglich den Interpreten zu wechseln. Kurz gesagt, der Beitrag der einen Vorentscheid gewinnt ist nicht automatisch der Beitrag der beim ESC antritt. Die Rundfunkanstalt kann dies auch lediglich als Vorschlag ansehen und ja wir haben schon alles erlebt... Das liegt daran dass es ganz in der Entscheidung der Anstalt liegt, was sie als Beitrag zum ESC schicken möchten und dies erst Anfang März beim Delegationstreffen entscheiden müssen. Wer oder was für Weißrussland beim 63. Eurovision Song Contest 2018 All Aboard! in Lissabon sehen werden ist nach diesem Vorentscheid genauso offen wie davor. Dass mein 2. Platz auf Platz #2, mein 3. Platz auf Platz #3 und mein Sieger auf Platz #4 gelandet ist, macht mir Hoffnung einen großartigen Beitrag aus Weißrussland erleben zu dürfen. Zumal ich der Meinung bin dass die Songs beim weißrussischen Vorentscheid dieses Jahr ein Niveau hatten von dem Weißrussland eigentlich völlig außer Reichweite war. Danke dafür!
     Ich werde Forever erst einmal in meine Rangliste aufnehmen, auch weil es auf YouTube so scheint dass es tatsächlich für Weißrussland antritt. Natürlich werde ich die endgültige Entscheidung dann auch auf Eurovision for Passion notieren. Den Song an sich finde ich genauso gut wie den weißrussischen Vorentscheid dieses Jahr auch. Forever ist bei mir dort auf Platz #5 gelandet.

1. Malta
2. Spanien
3. Tschechien
4. Frankreich
5. Weißrussland
6. Griechenland
7. Schweiz
8. Dänemark
9. Albanien
10. Großbritannien und Nordirland
11. Italien

17.02. Montenegro - In anderen Länder schaffen es doppelt so viele Songs in den Vorentscheid, als sich in Montenegro beworben haben. 31 waren es, von denen fünf sich bei der Montevizija, dem ersten montenegrinischen Vorentscheid seit einem Jahrzehnt dem Volk präsentieren durften. Dass es nur 31 Bewerbungen gab hätte man den Songs aber nicht angemerkt, wenn man es nicht gewusst hätte. Mit Disem und Nezeljena waren zwei dabei die um einiges besser waren als die besten Songs von Vorentscheiden mit mehreren Hundert Bewerbern.
     Wenn man in einem Land zehn Jahre keinen Vorentscheid veranstaltet hat ist es vielleicht besser dem Publikum eine Jury an die Hand zu geben. Sonst kommt da sowas raus wie bei der Montevizija. Inje von Vanja Radovanovic ist eine weitere von inzwischen hunderten klassischen Balkanballaden die wir beim ESC gehört haben und hören werden. Mit den Balkanballaden ist es so dass sich ganz Westeuropa davor retten muss auf dem Sofa einzuschlafen und sich die drei Minuten wie zehn Minuten anfühlen. Im nördlichen Teil Osteuropas versucht man irgendwas zu finden das man an dem Song mag, wendet sich diesem irgendwann aber schulterzuckend ab. Auf dem Balkan brechen alle Zuschauer in Tränen aus und rufen stolz "Das ist meine Kultur!". Problem bemerkt? Bei Inje handelt es sich leider noch zusätzlich um eine ziemlich schwache Balkanballade. Auch wenn die Chancen für Montenegro mager aussehen werden, ist es eigentlich unmöglich dass sie auf dem letzten Platz landen. Zwölfer aus dem Balkan sind garantiert. Für meine westeuropäischen Ohren klingt der Song nicht ganz so aufregend. Entsprechend die Einordnung in die Rangliste:

1. Malta
2. Spanien
3. Tschechien
4. Frankreich
5. Weißrussland
6. Griechenland
7. Schweiz
8. Dänemark
9. Albanien
10. Großbritannien und Nordirland
11. Italien
12. Montenegro

17.02. Slowenien - Diese Nachricht hat keine weltbewegende Bedeutung, für mich schon. Ich muss einfach darüber schreiben. Beide Songs von Maraaya haben es in die EMA geschafft, nur einer davon auch ins Finale. Mit Ptica und BQL verbleibt Raay nur noch eine Chance zum vierten mal für Slowenien beim ESC anzutreten. Beim JESC hat er auch schon, sehr erfolgreich, zwei Songs für Slowenien schreiben dürfen. Für mich ist er der beste Komponist der Welt! Hoffen wir dass er, seine Frau und BQL nicht wieder Opfer des geleichen Skandals wie im letzten Jahr werden und ihre verdiente Reise zum ESC bekommen.

18.02. Georgien - Der Song von Iriao heißt Sheni gulistvis, übersetzt in etwa "Für dich".

20.02. Serbien - Bei der Beovizija traten 18 Songs, ohne Vorrunde an. Alleine das lässt den Vorentscheid schon groß wirken. Am Ende konnte sich ein sehr spezieller Song durchsetzen der Serbien gut repräsentiert und in den diesjährigen Wettbewerb passt bei dem alle Salvador Sobral nachmachen wollen. Das ist allerdings eher ein Nachteil. Bei so vielen Songs die der Zuschauer in einem kurzem Zeitraum zu hören und sehen bekommt muss man etwas machen was einen herausstechen lässt und im Gedächtnis bleibt. Irgendwie tut das Nova Deca von Sanja Ilic & Balkanika, so richtig anfreunden konnte ich mich mit diesem Song nach ein paar mal noch nicht. Eventuell könnte sich die Position von Serbien in meiner Rangliste noch stark verändern. Das passiert sonst eher selten:

1. Malta
2. Spanien
3. Tschechien
4. Frankreich
5. Weißrussland
6. Griechenland
7. Schweiz
8. Albanien
9. Großbritannien und Nordirland
10. Dänemark
11. Serbien
12. Montenegro
13. Italien

21.12. Aserbaidschan - Wenn sogar Aserbaidschan einbricht liegen meine Nerven wirklich am Boden. Aisel wird ihren Song zweisprachig, auf Englisch und in Landessprache singen. Der Choreograph des aserbaidschanischen Beitrags hat schon viel ESC-Erfahrung und wurde unter anderem 2016 mit Russland und "You're the only One" von Sergey Lazarev #3., wobei die Choreographie einen entscheidenden Teil zu diesem Erfolg beigetragen hat. Ich freue mich sehr auf die erste Probe von Aserbaidschan in Lissabon!

Auch die dritte Woche habe ich durchforstet. Ich informiere mich über viel mehr Ereignisse, nur über die aller wichtigsten berichte ich hier. Für den deutschen Vorentscheid, den ich in voller Länge sehen werde, plane ich einen eigenen Post. Wie ich danach vorgehen werde weiß ich noch nicht. Ich bin zuversichtlich, dass ich sogar noch vor Ferienende am Sonntag eine fertige Rangliste habe und auf dem Laufenden bin. Ganz hat mich das Eurovisions-Fieber noch nicht gepackt, aber vielleicht kommt es mit dem deutschen Vorentscheid.

Freitag, 10. November 2017

Aserbaidschan schickt Jazzsängerin nach Lissabon!

Will denn jedes Land den Siegersong der letzten Saison nachahmen? Aserbaidschan hat vorgestern seinen Interpreten für den ESC 2018 bekannt gegeben. Es ist Aisel (bürgerlich Aysel Məmmədova), die bitte nicht mit Aysel Teymurzadeh (Aserbaidschan 2009) zu verwechseln ist. Aisel hhat bisher noch keine große Karriere gehabt. Ein paar Auftritte auf Jazz Festivals sind neben ihrer musikalischen Früherziehung das einzige erwähnenswerte. Ja du hast richtig gelesen, Aserbaidschan schickt eine unbekannte Jazz Sängerin. Meine Enttäuschung von dem besten Land der Neuzeit ist so groß, dass ich eigentlich nicht weiter schreiben möchte. Meine einzige Hoffnung bleibt ein Song von ihr den ich zufällig gehört habe; wenn die Komponisten von Aserbaidschan in diese Richtung gehen und das alles dann noch ein bisschen aufpeppen, könnte es sein, dass ich den Beitrag Aserbaidschans vielleicht mag. Neben dem untenstehenden Song muss ich allem anderen das ich von ihr gehört habe pure Langeweile zuschreiben. Langsam habe ich das Gefühl dass das was den Eurovision Song Contest auszeichnet, der Prunk, die Windmaschinen, das Feuer, das aus dem Bühnenboden geschossen kommt, dass jede Hundertstelsekunde der Show bis aufs kleinste Detail durchgeplant ist und jede Haarsträhne sitzt, ich habe das Gefühl dass das was alle am ESC lieben in Lissabon über Bord geworfen wird und wir unter dem Motto All aboard! eine unglaublich langweilige Show erleben werden. Dass man in den Liveshows alles so schlicht halten wird wie nur irgendwie möglich hat man ja bereits groß angedroht. Aserbaidschan ist ja nicht das einzige Land, das dieses Jahr dazu tendiert mit einem besonders langweiligen Beitrag punkten zu wollen. Ich bin mit meiner Angst übrigens nicht allein, die Mehrheit der ESC-Fans sind enttäuscht von Logo und Motto und befürchten diesen großen Rückschritt der Show. Bitte liebe EBU, bewahrt uns die größte und beliebteste Fernsehsendung der Welt!


Trotzdem habe ich auch etwas kleines Erfreuliches zu verkünden; Finnland gehört nun auch in den Kreis der Länder von Eurovision Passion, ich kann mir vorstellen dass das was mit den gestrigen Nachrichten zu tun hat... Herzlich Willkommen Finnland!

Dienstag, 10. Oktober 2017

News Kompakt August Teil 1/2

Und weiter geht es bei der Aufarbeitung mit dem August.

2. August: Zu beginn eine Kleinigkeit aus Zypern; CyBC hat bereits angekündigt einen Vorentscheid veranstalten zu wollen. Nun heißt es, dass sie intern einen Komponisten engagieren wollen. Es wird nicht Thomas G:son sein, der diesen Job in den letzten Jahren übernahm. Zypern hat in seinen 34 Teilnahmen lediglich 3 Top 20 Platzierungen erreichen können; Platz #16, Platz #6 und Platz #5 und ist damit eines der unerfolgreichsten Länder überhaupt.

5. August: Es ist nicht das erste mal, dass das spanische Parlament an ihren ESC-Beiträgen mitentscheiden möchte. Die Partei PSOE, die bei der letzten Parlamentswahl im Juni 2016 auf 22,66% kam und somit zweitgrößte Partei Spaniens ist, möchte im Parlament durchsetzen, dass Spanien nur noch Landessprachige Songs zum ESC schicken darf. Laut PSOE sei es fragwürdig, dass die englische Sprache ein besseres Ergebnis hervorbringt. Letztes Jahr hat Barei sich damit durchsetzen können erstmals mit einem Song für Spanien anzutreten in dem keine einzige Zeile Spanisch vorkam. Ihr #22. Platz und "Do it for you Lover", das mit lediglich 5 Punkten, die allesamt aus dem portugiesischen Televoting stammten, den letzten (#26.) Platz belegte konnten einige Politiker der PSOE anscheinend nicht zufriedenstellen. Ob Spanien uns dann wirklich nur noch ausschließlich non-englische Songs präsentiert ist noch völlig unklar.

5. August: Zur Rechtfertigung der EBU im Sanktionen-Konflikt sehe ich mich in der journalistischen Pflicht einmal kurz anmerken dass die EBU auch eine Strafe an Russland ausgesprochen habe, diese nur nicht veröffentlicht ist. Wie hoch diese Strafe ist und welche Form sie annimmt kann man nur raten...

5. August: Aus Montenegro hört man derweil, dass es vor allem von den Sponsoren abhänge, ob man eine Teilnahme auch 2018 auf die Beine stellen kann.

7. August: Unklarheit herrscht über die Türkei: Nach vielen Gerüchten über eine Rückkehr des beliebten und erfolgreichen ESC-Landes, besagte der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei; Bekir Bozdağ, dass die Türkei 2018 nicht teilnehmen werde. Dies twitterte der zuständige Sender TRT daraufhin, löschte diesen Tweet anschließend jedoch. Ein offizielles Statement von befugten liegt nicht vor. Man kann aber davon ausgehen dass wir auch in Lissabon keinen türkischen Auftritt sehen werden.

7. August: Ein paar Stunden später bestätigte RTS seine Teilnahme. 2007 gewann Serbien gleich beim ersten Versuch den ESC und war das erste Land das im Jahr darauf, ohne Probleme, den stark erweiterten Wettbewerb austragen konnte. Die Teilnahme für 2018 ist keine Überraschung, allerdings das erste wirklich positive, das in dieser Saison von Ex-Jugoslawien zu hören ist. Über den Auswahlmodus herrscht bislang Schweigen.

8. August: Skandinavien ist komplett!
                  Endlich hat auch Island seine Teilnahme für 2018 bestätigt. Es gab schon Getuschel über einen Rückzug, da RÚV eigentlich immer zu den ersten Sendern gehört, die begeistert auf sich aufmerksam machen wollen, indem sie ihr Auswahlkonzept präsentieren. Wie gewohnt wird es wieder einen Vorentscheid geben, der mal wieder Rekordquoten im nationalbewussten Island erwarten kann. Wie dieser aussehen wird bleibt vorerst unklar. Weder die Anzahl der Shows, noch die Anzahl der Teilnehmer, noch das Votingsystem wurde verraten. Aber erstmal können wir aufatmen, dass Skandinavien auch in Lissabon wieder komplett sein wird.

8. August: Aufgrund der mikrigen Rundfunkgebühren in Bosnien-Herzegowina, steht der einzige öffentlich-rechtliche Sender BHRT seit Jahren kurz vor den Ruinen. Trotz mehrerer offenen Briefe der EBU an das Parlament, lässt die Regierung diesem Prozess einfach freien Lauf. Nun hat BHRT ein Abkommen mit mehreren Stromanbietern unterzeichnet, welches BHRT nun Gebühren eintreibt. Dadurch vervielfacht sich die Wahrscheinlichkeit über dessen Teilnahme am ESC. 2012 konnte man das letzte mal noch genügend Geld zusammenkratzen, um eine Teilnahme zu gewährleisten. 2016 wurde die Beitragsentsendung lediglich durch die Teilnahme Australiens ermöglicht, welche seine eigenen und die Gebühren drei weiterer Länder bezahlen musste, um teilnehmen zu dürfen. 2018 könnten wir eine endgültige und langfristige Rückkehr von Bosnien-Herzegowina erleben.

10. August: So langsam aber sicher fängt der ESC-Kalender an, sich zu füllen. RÚV hat gleich zwei Tage nach seiner Teilnahmebestätigung die Termine für ihre Vorentscheidungssendungen veröffentlicht. Man scheint beim gleichen Prozess wie in den letzten Jahren zu bleiben. Zumindest gibt es wieder zwei Halbfinals, von denen das erste am 17. Februar und das zweite am 24. Februar stattfinden wird. Das Finale soll dementsprechend am 03. März ausgetragen werden. Der Name des Vorentscheides bleibt weiterhin Söngvakeppnin.

11. August: Aserbaidschan wird 2018 zum elften Mal am Eurovision Song Contest teilnehmen! Dabei handelt es sich um keine Überraschung, angesichts dessen, dass Aserbaidschan und Schweden als die beiden erfolgreichsten Länder der Moderne gelten. Seit der Protestabwesenheit von Russland in diesem Jahr ist Aserbaidschan das einzige Land, das die Qualifikation in jedem Halbfinale geschafft hat. Australien, Rumänien, Russland und die Ukraine konnten dies immerhin bei jeder ihrer Teilnahmen erreichen. Wie ictimaiTV (kurz iTV) den Beitrag zusammenstellen möchte, wurde noch nicht verkündet. Aserbaidschan ist das 26. Land das einwilligt teilzunehmen. Somit haben wir ein volles Finale. Jede weitere Teilnahme bedeutet ein Land, das im Halbfinale liegen bleiben muss.

Das war's mit den wichtigen Geschehnissen der ersten Augusthälfte. Voraussichtlich wird morgen oder übermorgen dann das Update über den Rest vom August folgen.

Samstag, 17. Juni 2017

Wer darf am ESC teilnehmen? What is Eurovision? - Love Love Peace Peace Teil 1/4

Wie mehrfach angekündigt, werde ich in der ersten "Eurovision Post Depression" auf diesem Blog in Detail genaustens erklären was der Eurovision Song Contest ist und wie alles funktioniert, damit jeder die Berichterstattung versteht und sich daran erfreuen kann. Du wirst merken dass alles einen viel größeren Umfang hat, als du denkst. Vielleicht entdeckst du dabei ja auch deine Passion zu diesem wundervollen Fest.

Im ersten von 4 Teilen erkläre ich wie der ESC entstanden ist, wer die Entscheidungen über Regelwerk und Ähnliches trifft und wer teilnehmen darf. Dass Länder wie Israel, Georgien und Australien dabei sind, hat keinerlei politische Gründe. Überhaupt hat Politik mit dem Eurovision Song Contest wenig bis gar nichts zu tun, aber eins nach dem anderen.

Wir schreiben den 12. Februar 1950 in Torquay, England. 23 Rundfunkanstalten schließen sich zur "European Braodcasting Union" zusammen, kurz EBU. Das Ziel dieser "Europäischen Rundfunkunion" war es den Nachrichtenaustausch in Europa zu vereinfachen und technische Entwicklungen zu fördern. Außerdem wollte man eine Stadardisierung der technischen Mittel herstellen. Heute ist ebenfalls das Vergeben von Übertragungsrechten v.a. bei Sportveranstaltungen in der Hand der EBU. Wer Olympische Spiele, Fußball-WM und co. zeigen darf und wer nicht, wird am "Runden Tisch" in Genf entschieden, wo der Sitz der EBU ist.

Logo der EBU

Drei Jahre später gab es weltweit die erste internationale Livesendung; die Krönung von Elisabeth II., nur ermöglicht durch die EBU. 1956 wollte die EBU, die unter ständigem Mitgliederzuwachs stand, eine Sendung produzieren, die den Frieden in Europa fördern sollte. Wichtigstes Kriterium dieser Sendung war, dass sie vollkommen unpolitisch sein soll. Außerdem war es wichtig, dass Länder sich repräsentieren sollten, mit denen die Zuschauer der Sendung sich identifizieren können. Wie bei den Olympischen Spielen sollte es einen friedlichen Wettkampf geben, der zeigen soll, dass man sich auch gänzlich ohne Krieg miteinander messen und feiern kann. Die Vielfalt Europas sollte in glänzendem Licht präsentiert werden.

Man entwickelte den Grand Prix de la Chanson, der später in den Eurovision Song Contest umbenannt wurde. Der Name setzt sich übrigens aus den Wörtern "Europe" - Europa und "Television" - Fernsehen zusammen. Es war ein riesiger Erfolg. Keiner hätte ahnen können welche Beliebtheit und Bedeutung dieser Wettstreit des Friedens bekommen konnte.

Hauptaufgabe der EBU ist immernoch der Nachrichtenaustausch und die Förderung der technischen Entwicklung bezüglich des Rundfunks. Ohne die EBU würden Tagesschau und die Qualität des Fernsehens auf der ganzen Welt heute völlig anders sein. Es ist eine der wichtigsten Organisationen der Welt, aber dennoch unbekannt, da sie im Hintergrund arbeitet und ihre Erfolge als Gewinn der Allgemeinheit angesehen werden. Wir schauen uns nun aber den dritten großen Bereich der EBU an - den Eurovision Song Contest.

Mit diesem Bild fing alles an

Bei der ersten Ausgabe von 1956 gab es nur 7 Teilnehmerländer. Kaum vorstellbar, wenn man den Wettbewerb schon mit 43 Ländern erlebt hat. Doch wer durfte damals teilnehmen und warum? Die EBU hat beschlossen, dass aus jedem Land eine Rundfunkanstalt, die Mitglied in der EBU ist, teilnehmen darf. Deutschland wurde 1952 Mitglied der EBU. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, kurz ARD, trat der Union mit BR, hr, MDR, NDR, RB, rbb, SR, SWR, WDR, DW und DLR bei. Heute ist der NDR für den ESC zuständig. 1953 folgte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), welches bis heute keine Befugnis zum ESC hat. Es kann nicht jeder Fernsehsender einfach so Mitglied werden. Nicht nur dass eine Mitgliedsschaft dauerhaft laufende Kosten beinhaltet, die nur schwer zu bewältigen sind, eine Rundfunkanstalt muss auch alle harten Kriterien erfüllen, die die EBU vorsieht. Genau hier kommen wir zum Knackpunkt dessen, warum Aserbaidschan beim ESC ist, aber Liechtenstein nicht teilnehmen darf.

Einer der Grundvorraussetzungen für die Mitgliedsschaft, ist es innerhalb der europäischen Grenzen zu liegen. Diese hat die EBU bei der Gründung 1950 nach ganz eigenen Maßstäben festgelegt. Im Norden zählt das Europäische Nordmeer als Grenze, im Westen der Altlantische Ozean. Soweit so gut. Im Osten sind die Grenzen Europas umstritten. Alleine schon das Gebirge Ural als geographische Grenze zu zählen, macht eine genaue Linie zu ziehen unmöglich. Man hat sich darauf geeinigt 40° östliche Länge als Grenze zu nehmen. Der Ural verläuft bei etwa 50-60° östlicher Länge. Im Westen geht die geographische Grenze zwischen den türkischen und griechischen Inseln bis zu etwa 25° östlicher Länge. Die südliche Grenze der EBU muss man weiter erläutern.

1950, als die Grenzen festgelegt wurden, waren Algerien, Marokko und Tunesien noch Kolonien Frankreichs und gehörten somit zum Staatsgebiet der wichtigen EBU-Nation. Die Rundfunkanstalten ENTV, ENRS und TDA aus Algerien, sowie SNRT aus Marokko, gehören zu den Gründungsanstalten der EBU, somit war man bei der Entstehung doppelt gezwungen die südliche Grenze südlich genung zu legen. Man entschied sich für 30° nördliche Breite.

ehemaliges Staatsgebiet Frankreichs

Somit liegen Marokko und Tunesien, die zwei Monate vor dem ersten ESC unabhängig wurden, Algerien, das 1962 unabhängig wurde, Ägypten und Libyen innerhalb der EBU-Grenzen und sind Vollmitglieder, obwohl es sich eigentlich um afrikanische Staaten handelt. Sie alle sind beim ESC somit startberechtigt. Lediglich Marokko nahm dieses Angebot an. Mehr dazu gibt es in einem extra Post zu Marokko.

Asiatische Länder, die innerhalb der Grenzen liegen und nicht immer eindeutig zu Europa gezählt werden, sind Georgien, Jordanien, Libanon, Russland, die Türkei und Zypern. Jordanien hat nicht das Interesse dazu am ESC teilzunehmen. Libanon möchte eigentlich teilnehmen, im Grundgesetz des Landes ist es jedoch fest verankert, dass sie die Existenz von Israel nicht beachten. Somit möchten sie nicht an einem Wettbewerb teilnehmen, in dem auch Israel vertreten ist. Dazu gab es 2015 auf einer Pressekonferenz der israelischen Delegation in Wien eine herzerwärmende Szenerie mit einem libanesischen ESC-Fan und dem israelischen Sänger Nadav Guedj. Es endete damit, dass die beiden sich, mit ihren Nationalflaggen, weinend in den Armen lagen. Mehr Symbolik für Frieden gibt es kaum. Georgien, Russland, die Türkei und Zypern sind bzw. waren beim ESC dabei.

Palästina liegt ebenfalls innerhalb der Grenzen. Die Rundfunkanstalt PBC erfüllt jedoch nicht alle EBU-Normen. Früher war es assoziiertes Mitglied. Bis heute führt PBC eine der sechs Dauerbewerbungen, in die EBU als Vollmitglied aufgenommen zu werden. Ein weiteres asiatisches Land innerhalb der Grenzen ist Syrien. Sie sind mit der ORTAS als assoziiertes Mitglied in der EBU vertreten. Der Sender hat kein Interesse an einer Vollmitgliedsschaft. Auch der Irak und Saudi-Arabien liegen innerhalb der Grenzen. In beiden Nationen hat keine Rundfunkanstalt Interesse an der EBU. Israel hatte seit 1957 bis zum Finaltag des ESCs 2017, mit der IBA eine Vollmitgliedsschaft in der EBU. Der Sender wurde eingestellt. Als "Ersatz" gibt es Beitrittsverhandlungen von IPBC, das momentan nicht alle vorrausgesetzten Kriterien erfüllt. Kasachstan liegt zwar teilweise innerhalb der geographischen Grenzen Europas, allerdings außerhalb der EBU-Grenzen. Die Manschen im Land lieben den ESC und es gibt große Bemühungen am ESC teilnehmen zu dürfen. Ein kasachischer Beitrag in naher Zukunft gilt als durchaus möglich. Somit sind der Irak, Israel, Kasachstan, Palästina, Saudi-Arabien und Syrien, trotz ihrer geographischen Lage, beim ESC nicht teilnahmeberechtigt. (Stand Juni 2017)

Ihm haben Armenien und Aserbaidschan den ESC zu verdanken - der Europarat

Armenien und Aserbaidschan liegen jenseits des 40. östlichen Längengrades, sind aber trotzdem Vollmitglieder der EBU. Armenien ist mit AMPTV seit 2005 dabei. Aserbaidschan mit iCTI bzw. iTV seit 2007. 2001 wurden sie Mitglieder des Europarates und bekamen somit eine große politische Bedeutung für Europa. Da der Nachrichtenaustausch das Wichtigste in der EBU ist, gibt es eine Sonderregelung; wenn ein Land außerhalb der EBU-Grenzen Liegt, jedoch Mitglied im Europarat ist, kann es auch Mitglied der EBU werden. Dies ist für einen qualitativ hochwertigen Nachrichtenaustausch von elemantarer Bedeutung und schon fast notwendige Pflicht geworden. Eine Vollmitgliedsschaft bedeutet eine Teilnahmeberechtigung am Eurovision Song Contest. Somit sind auch Armenien und Aserbaidschan startberechtigt.

Wir verlassen die europäisch-asiatischen Grenzen und gehen nach Mitteleuropa. Genauer gesagt ins kleine Liechtenstein. Auch dieser Staat hat eine Rundfunkanstalt, die am ESC teilnehmen möchte. Sie erfüllt sogar alle vorgegebenen Auflagen der EBU und kann eine Teilnahme durchaus finanzieren. Das Problem liegt hier darin, dass 1FLTV die dauerhaft laufenden Kosten einer EBU-Vollmitgliedsschaft nicht bezahlen kann. Eben diese ist notwendig, um beim ESC dabei sein zu dürfen. Liechtenstein gilt damit als nicht startberechtigt. Der Vatikanstadt ist mit CTV und RV Gründungsmitglied der EBU, wobei CTV die Mitgliedsschaft 2012 gekündigt hat. Am Ende ist es immer die zuständige Rundfunkanstalt jeder Nation, die jährlich darüber entscheidet, ob das Land einen Beitrag zum ESC beisteuert. RV hat sich immer dagegen entschieden, somit war der Vatikanstadt nie beim ESC vertreten.

Das umstrittene Land Kosovo hat mit RTK seit 2008 eine Rundfunkanstalt, die sich sehr um eine EBU-Vollmitgliedsschaft bemüht, insbesondere die Teilnahme am ESC steht als großes Ziel dar. Serbien sieht den Kosovo als Region des eigenen Landes an. Deswegen legt der serbische EBU-Sender RTS bei jeder erneuten Beitrittsverhandlung sein Vetorecht ein und verhindert den EBU-Eintritt von RTK und gleichzeitig die Teilnahme am ESC. Unterm Strich ist die EBU somit eine der wenigen internationalen Organisationen, die Kosovo nicht als eigenständigen Staat ansehen, obwohl fast alle Mitglieder ebendies tun.

Australien - ein Land in Europa?

Fehlt nur noch Australien... Selbstverständlich liegt dies außerhalb der europäischen EBU-Grenzen und ist auch kein Mitglied im Europarat. Neben einer Vollmitgliedsschaft kann man auch Assoziiertes Mitglied der EBU werden. Mit diesem Status bezahlt man deutlich weniger Beitragsgelder, hat aber auch nur stark eingeschränkte Berechtigungen, zum Beispiel fehlt die Erlaubnis für eine ESC-Teilnahme. 34 Rundfunkanstalten aus 22 verschiedenen Ländern, aus der ganzen Welt, sind Assoziierte Mitglieder der EBU. Darunter auch ABC, Free und SBS aus Australien. SBS überträgt seit den 70er Jahren den Eurovision Song Contest. Die Australier sind so verrückt nach dem ESC, wie kaum ein anderes Land. Mitten in der Nacht stehen sie alle auf, um sich einen Musikwettbewerb in Europa anzuschauen - seit Jahrzehnten. SBS würde fast alles dafür tun, um am ESC teilnehmen zu dürfen.

2015, lange Zeit nach Fertigstellung der endgültigen Teilnehmerliste, verkündet die EBU, dass SBS unter australischer Flagge einmalig einen Beitrag für den ESC entsenden darf. Als Hauptgrund dafür wurde der Anlass des 60. Jubiläums genannt. Völlig überraschend folgte 2016 eine erneute Einladung, unter der Bedingung die eigenen hohen Teilnahmegebühren und die von drei weiteren Ländern zu bezahlen. Ohne Australien hätten diese nicht teilnehmen können. Man hätte damit nach 2009 und 2011 eigentlich zum dritten Mal die Rekordteilnehmerzahl von 43 erreicht, wenn Rumänien nicht kurzfristig disqualifiziert worden wäre. SBS nahm das Angebot selbstverständlich an und war auch 2016 dabei. Seit 2017 entscheidet die EBU Jahr für Jahr, ob Australien teilnehmen darf. Hauptfaktor, von dem dies abhängt, sind die Ergebnisse, die Australien beim ESC erzielt. Es gibt Bemühungen und Verhandlungen um einen dauerhaften Startplatz für Australien.

Love Love Peace Peace - Motto vom ESC?

Der Eurovision Song Contest ist schon längst kein rein europäischer Wettbewerb mehr. Auf der ganzen Welt wird er im Fernsehen ausgestrahlt und gesehen. Überall gibt es zahlreiche ESC-Fans. Die EBU sollte ihre Pforten weiter lockern und Ländern, wie Kasachstan, China und co., die liebendgern beim ESC dabei wären eine Chance geben. Der ESC ist dazu da um Vielfalt zu zelebrieren und den Frieden zu fördern, nicht um andere auszuschließen und kriegerische Teilnahmeverhandlungen zu führen. Der Name dieser Post-Reihe stammt aus zwei Intervalacts vom ESC 2016. What is Eurovision? - Love Love Peace Peace, also lasst uns dies auch leben. Nun regst du dich vielleicht nicht mehr über Teilnahmen von nicht europäischen Ländern auf und feierst einfach mit, ganz im Sinne von "Love Love Peace Peace".

Im zweiten Teil werfen wir einen Blick in das Regelwerk und schauen uns an, ob der ESC wirklich so viel kostet, wie es Kritiker behaupten.