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Sonntag, 12. Mai 2024

Nemos ESC-Sieg verändert Europa für viele

Hätte mir jemand vor einem halben Jahr erzählt, dass eine nicht binäre Person mit einem Song über das Nicht-binär-sein den Eurovision Song Contest gewinnt, ich hätte wahrscheinlich herzlich gelacht und erwidert dass das vielleicht in meinen schönsten Träumen passiert, für die echte Welt in der wir leben aber viel zu unrealistisch ist. In dieser Nacht haben Nemo Mettler, Benjamin Alasu, Lasse Midtsian Nymann und Linda Dale mit "The Code" den 68. Eurovision Song Contest 2024 für die Schweiz gewonnen. Nein, nicht nur für die Schweiz, vielleicht noch mehr als das für Menschen die so sind wie Nemo, Bambie Thug und ich. Heute Nacht hat sich Europa verändert. Mit dieser Nacht leben wir in einem anderen Europa. Mit dieser Nacht, und allem was darauf folgen wird, ändert sich vieles für uns nicht binäre Menschen. Da bin ich mir sicher. Weil diese Nacht für mich - und viele andere - so bedeutsam ist, möchte ich hier meine Gedanken festhalten, für mich und für das Internet zum Nachlesen - auch in der weiter entfernten Zukunft.



Das hier sind meine Gedanken, die ich in dieser Nacht zu diesem großen Ereignis habe. Sie sind nicht gut sortiert und dieser Text nicht umfangreich ausgearbeitet. Ich möchte aber - so kurz wie es mir möglich ist - beschreiben was mir der Sieg von Nemo bedeutet und was ich denke, wie sich Europa dadurch für uns nicht binäre Menschen verändert. Dafür möchte ich ein super kurzen Blick darauf werfen, was es bedeutet in dieser Gesellschaft zu leben und Nicht eindeutig Frau oder Mann zu sein.

Seit fünf Jahren setze ich mich an der Universität mit Geschlecht auseinander. Immernoch bin ich weit davon entfernt zu verstehen was Geschlecht genau ist und wie Geschlecht sein kann. Auch habe ich (noch?) keine Worte für meine eigene Geschlechtlichkeit gefunden. Deshalb muss die Sammelkategorie "nicht binär" dafür herhalten. Sie drückt aus dass sich eine Geschlechtlichkeit nicht im Code der Nullen und Einsen, "der zwei Geschlechter" befindet. Ich habe das große Privileg mich jahrelang im Studium mit Geschlechtlichkeit auseinanderzusetzen und kann trotzdem nicht sagen ob oder was für ein Geschlecht ich habe. Derweil muss ich mich immerzu dafür rechtfertigen dass ich so bin wie ich bin und bekomme jeden Tag von der Gesellschaft gezeigt dass ich mit meinem Geschlecht ein Störfaktor bin, der für Probleme sorgt und besser einfach nicht da wäre. Wenn das Leben mit diesem Geschlecht bereits für mich in dieser Position so schwierig ist, wie muss es dann erst für andere sein? Für all diejenigen, die noch nicht einmal davon gehört haben, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt Frau oder Mann sein müssen?

Ich denke diese Nacht an all die jungen Menschen in ganz Europa und der Welt, die im Schlafanzug auf dem Sofa mit ihren Eltern den ESC gucken, die über sich merken dass das mit dem Junge-sein, oder mit dem Mädchen-sein nicht passt, an die, die (wie ich) nicht verstehen was alle anderen an Geschlecht so wichtig finden und warum sie Menschen in diese zwei Kategorien teilen. Ich denke an all die Leute da draußen die mit Nemo eine Person mit Männerkörper sehen, die einen Rock und Strumpfhose trägt und Glitzersteine im Gesicht hat. Eine Person die mit einer völligen Selbstverständlichkeit in solcher Kleidung einen powervollen Rap und Operngesang in höchsten Tönen auf die Bühne legt - und damit von Europa (und Bamies Heiligenschein) zum Sieg gekrönt wird. Ich denke an diejenigen, die dadurch mit einer völlig neuen Welt in Berührung kommen, einer Welt die sie nicht für möglich gehalten haben und in der sie spüren dass sie sich darin frei und sicher fühlen. Eine Welt die von Europa mit einem Punkteregen überschüttet und gefeiert wird. Eine Welt die in ihrer echten Lebenswelt verboten ist. Denn wer ein "Junge" ist darf keinen Rock tragen.

Nicht binäre Menschen finden in unserer Gesellschaft und der Popkultur nicht statt. Wir sind da, ohne dass wir in der Gesellschaft existieren, Die meisten Leute wissen nicht wer wir sind, verstehen nicht wer wir sind oder wissen noch nicht einmal dass wir sind. Das hat sich heute Nacht geändert. So viele Menschen sind gerade das erste mal in ihrem Leben wissentlich mit Nicht-binarität in Berührung gekommen. Leute erfahren, dass wir existieren und lernen über uns. Selbst wenn es beim einmal hören und einem Bemerken der Problematik um Pronomen bleibt, das verbessert unsere Lebenslage in dieser Gesellschaft enorm. Heute Nacht habe ich zum ersten Mal in meinem Leben dass Gefühl dass wir "im großen Stil" in dieser Gesellschaft stattfinden. Wir haben heute Nacht ein Stück weit Existenz gewonnen. Das ist so viel größer als ein ESC-Sieg!

Nachdem Conchita Wurst vor genau zehn Jahren den ESC gewann hat, hat sich so viel in der Queerpolitik europäischer Länder verändert. Und noch viel mehr hat sich in den Köpfen der Menschen verändert. Leute haben sich erstmals mit etwas auseinandergesetzt, was ihnen bislang fremd und unverständlich war. Sie haben Verständnis, Akzeptanz und Toleranz entwickelt. Europa hat sich durch den ESC-Sieg von Conchita Wurst für queere Menschen verändert. Das kann keine Person ernsthaft leugnen, die sich intensiver damit auseinandergesetzt hat. Ich glaube durch den ESC-Sieg von Nemo wird das auch passieren - anders. Schon in den letzten Tagen sorgte ein offener Brief zur Anerkennung von nicht binären und anderen Personen in der Schweiz - geknüpft an Nemos ESC-Teilnahme - für Aufsehen. Nemo erzählt in der Pressekonferenz nach dem Sieg von einem Gespräch darüber mit einem der sieben schweizer Präsident*innen (ja, die Schweiz hat sieben gleichwertige Präsident*innen). Und das ist erst der Anfang. Auch wenn bei mir in Deutschland vor wenigen Wochen das "Selbstbestimmungsgesetz" beschlossen wurde, ist der Staat noch weit davon entfernt die Geschlechtlichkeit von mir und vielen anderen anzuerkennen. Diese Anerkennung ist zudem nur ein erster Schritt für vieles weitere was es für ein gleichberechtigtes, chancengleiches und vor allem schmerzfreies Leben braucht.



Diesen Kurzfilm über den ESC-Sieg von Conchita Wurst habe ich mir schon oft angeschaut. Er zeigt realistisch was es für viele Menschen bedeutet in dieser Gesellschaft zu leben und queer zu sein und welchen großen Einfluss Conchitas ESC-Sieg teilweilse darauf hat. Der ESC-Sieg von Nemo bedeutet aus meiner Perspektive als nicht binäre Person (hoffentlich) noch viel mehr Veränderung und Fortschritt, als der von Conchita. Deshalb hat sich Europa heute Nacht verändert. Es ist für mich nun ein anderes Europa. Ein Europa in dem wir zu mindest ein bisschen stattfinden. Ein Europa in dem Leute wissen wer wir sind. Ein Europa in dem wir ernst genommen werden. Denn nicht binäre Menschen, das sind in den Augen "der Gesellschaft" nicht mehr Teenanger die sich auf Twitter outen, ein Selfie mit einem schlecht geschminkten männlichen Gesicht posten und belächelt werden, mit Worten wie "das vergeht auch wieder". Nicht binäre Menschen, das sind nun Leute, die den Eurovision Song Contest mit einer phänomenalen Komposition und Performance ganz seriös gewinnen und von Europa dafür gefeiert werden. Vielleicht leben wir irgendwann mal in einer Gesellschaft, in der es keine Probleme darstellt und nichts aufsehenerregendes ist, nicht binär oder wie auch immer zu sein. Mit dieser Nacht ist Europa dieser Wunschvorstellung einen riesigen Schritt näher gekommen. Durch Nemos Sieg beschleunigt sich unser Prozess, dass Leute von uns erfahren und wir problemlos frei leben können - auch schon im Kindesalter - enorm. Ich bin Europa so dankbar dafür! Ich denke, diese Nacht ist eine der gößten Nächte meines Lebens, an die ich immerzu zurückdenken werde, denn diese Nacht hat nicht nur viele Herzen von Menschen im Schlafanzug auf dem Sofa zum glitzern gebracht. Diese Nacht hat Europa verändert. Weil Europa sich verändern will.


In diesem hervorragenden Interview vom schweizer Fernsehen erzählt Nemo viel erkenntnisreiches über sich und die eigene Nicht-binarität. Das macht auch den Song "The Code" und andere Musik von Nemo verständlicher.


Auch die Pressekonferenz nach Nemos Sieg ist sehenswert:

Samstag, 29. Mai 2021

Passion Jury ESC 2021 Teil 3: Performance (Staging)

 Hier der dritte Teil der Post-Serie meiner Wertung, die ich als Jurymitglied beim ESC 2021 abgegeben hätte. Nach meiner persönlichen Rangliste (als Privatperson), erstelle ich anschließend Wertungen in den offiziellen Kriterien "composition", "voice" und "performance (staging)". Am Ende füge ich die drei Ranglisten zu einer Juryrangliste zusammen, die ich wiederum mit meiner persönlichen Top 39 kombiniere. Daraus ergibt sich dann die Wertung, die ich als Jurymitglied abgegeben hätte. Das Ganze mache ich für die gesamten Top 39, aber auch separat für die einzelnen Shows. Das kann durchaus unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das wiederum liegt an mathematischen Phänomenen beim Zusammenrechnen der einzelnen Listen. Jurymitglieder bewerten ihr eigenes Land nicht. Ich binde Deutschland mit in die Bewertungen ein, errechne aber auch immer eine Version des Ergebnisses, wenn Deutschland nicht dabei wäre.

Diese Liste ist meine letzte Wertung. Der Rest ist nur noch Mathematik. Das Zusammenrechnen und Posten der Ergebnisse, wie denn meine Jurywertung aussehen würde, folgt in Kürze.


Hier also meine Wertung in der Kategorie "performance (staging)":

1. Litauen

2. Island

3. Griechenland

4. Irland

5. Russland

6. Bulgarien

7. Rumänien

8. Zypern

9. Niederlande

10. Ukraine

11. Lettland

12. Norwegen

13. Portugal

14. Israel

15. Finnland

16. Schweiz

17. Deutschland

18. (17.) Österreich

19. (18.) Frankreich

20. (19.) San Marino

21. (20.) Moldawien

22. (21.) Kroatien

23. (22.) Schweden

24. (23.) Dänemark

25. (24.) Nordmazedonien

26. (25.) Spanien

27. (26.) Tschechien

28. (27.) Australien

29. (28.) Malta

30. (29.) Serbien

31. (30.) Polen

32. (31.) Georgien

33. (32.) Großbritannien & Nordirland

34. (33.) Aserbaidschan

35. (34.) Italien

36. (35.) Slowenien

37. (36.) Albanien

38. (37.) Belgien

39. (38.) Estland


Freitag, 28. Mai 2021

Passion Jury ESC 2021 Teil 2: Voice

 Hier der zweite Teil der Post-Serie meiner Wertung, die ich als Jurymitglied beim ESC 2021 abgegeben hätte. Nach meiner persönlichen Rangliste (als Privatperson), erstelle ich anschließend Wertungen in den offiziellen Kriterien "composition", "voice" und "performance (staging)". Am Ende füge ich die drei Ranglisten zu einer Juryrangliste zusammen, die ich wiederum mit meiner persönlichen Top 39 kombiniere. Daraus ergibt sich dann die Wertung, die ich als Jurymitglied abgegeben hätte. Das Ganze mache ich für die gesamten Top 39, aber auch separat für die einzelnen Shows. Das kann durchaus unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das wiederum liegt an mathematischen Phänomenen beim Zusammenrechnen der einzelnen Listen. Jurymitglieder bewerten ihr eigenes Land nicht. Ich binde Deutschland mit in die Bewertungen ein, errechne aber auch immer eine Version des Ergebnisses, wenn Deutschland nicht dabei wäre.


Hier also meine Wertung in der Kategorie "voice":

1. Schweiz

2. Israel

3. Australien

4. Slowenien

5. Ukraine

6. Lettland

7. Malta

8. Bulgarien

9. Tschechien

10. Österreich

11. Niederlande

12. Litauen

13. Nordmazedonien

14. Griechenland

15. Georgien

16. San Marino

17. Norwegen

18. Moldawien

19. Spanien

20. Frankreich

21. Albanien

22. Finnland

23. Serbien

24. Schweden

25. Portugal

26. Russland

27. Belgien

28. Aserbaidschan

29. Zypern

30. Deutschland

31. (30.) Italien

32. (31.) Island

33. (32.) Dänemark

34. (33.) Estland

35. (34.) Großbritannien & Nordirland

36. (35.) Kroatien

37. (36.) Polen

38. (37.) Irland

39. (38.) Rumänien


Donnerstag, 27. Mai 2021

Passion Jury ESC 2021 Teil 1: Composition

 Wie angekündigt, folgt eine Post-Serie meiner Wertung, die ich als Jurymitglied beim ESC 2021 abgegeben hätte. Nach meiner persönlichen Rangliste (also als Privatperson), erstelle ich anschließend Wertungen in den offiziellen Kriterien "composition", "voice" und "performance (staging)". Am Ende füge ich die drei Ranglisten zu einer Juryrangliste zusammen, die ich wiederum mit meiner persönlichen Top 39 kombiniere. Daraus ergibt sich dann die Wertung, die ich als Jurymitglied abgegeben hätte. Das ganze mache ich für die gesamten Top 39, aber auch separat für die einzelnen Shows. Das kann durchaus unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das wiederum liegt an mathematischen Phänomenen beim Zusammenrechnen der einzelnen Listen. Jurymitglieder bewerten ihr eigenes Land nicht. Ich binde Deutschland mit in die Bewertungen ein, errechne aber auch immer eine Version des Ergebnisses, wenn Deutschland nicht dabei wäre.


Hier also meine Wertung in der Kategorie "composition":

1. Rumänien

2. Schweiz

3. Finnland

4. Frankreich

5. Spanien

6. Lettland

7. Ukraine

8. Aserbaidschan

9. Albanien

10. Slowenien

11. Serbien

12. Bulgarien

13. Russland

14. Österreich

15. Australien

16. Israel

17. Kroatien

18. Belgien

19. Nordmazedonien

20. Georgien

21. Deutschland

22. (21.) Malta

23. (22.) Griechenland

24. (23.) San Marino

25. (24.) Niederlande

26. (25.) Litauen

27. (26.) Portugal

28. (27.) Dänemark

29. (28.) Tschechien

30. (29.) Island

31. (30.) Italien

32. (31.) Zypern

33. (32.) Moldawien

34. (33.) Schweden

35. (34.) Großbritannien & Nordirland

36. (35.) Norwegen

37. (36.) Estland

38. (37.) Polen

39. (38.) Irland


Dienstag, 25. Mai 2021

Meine Top 39 vom 65. Eurovision Song Contest 2021 (nach den Shows)

 Nach langer Zeit gibt`s hier mal wieder einen Post von mir. Die intensive ESC-Zeit in Rotterdam hat mir wieder einmal gezeigt wie toll der ESC eigentlich ist und mich motiviert wieder mehr zu machen. Natürlich habe ich das ganze Geschehen der Bubble durchgängig verfolgt, nur eben hier nichts gepostet.

Aus gegebenem Anlass möchte ich nun meine Rangliste für den ESC 2021, nach den Shows posten. Zusätzlich plane ich diese Woche weitere Ranglisten zu erstellen, wie ich sie als Jurymitglied formen würde. Das sind konkret Ranglisten zu den offiziellen Jury-Kriterien "Composition", "Voice" und "Performance (Staging)". Anschließend möchte ich Diese Listen mit meiner persönlichen Top 39 zusammenrechnen, um so zu dem Ergebnis zu kommen, das ich als Jurymitglied als Wertung abgeben würde.

Hier aber erstmal meine persönliche Rangliste zum diesjährigen ESC. In Klammern steht wie sich die Platzierung im Vergleich zur Rangliste nach den Proben, vor den Shows verändert hat.

1. Bulgarien (+1)

2. Rumänien (-1)

3. Russland (=)

4. Finnland (=)

5. Litauen (=)

6. Schweiz (=)

7. Lettland (+2)

8. Frankreich (-1)

9. Spanien (-1)

10. Österreich (=)

11. Slowenien (=)

12. Niederlande (+1)

13. Schweden (+2)

14. Albanien (-2)

15. Australien (-1)

16. Island (+9)

17. Portugal (+9)

18. Ukraine (-2)

19. Nordmazedonien (-2)

20. Israel (=)

21. Malta (-2)

22. Norwegen (+2)

23. Moldawien (-5)

24. Deutschland (-3)

25. Tschechien (+2)

26. Griechenland (-3)

27. Serbien (+1)

28. Kroatien (-6)

29. San Marino (+1)

30. Zypern (+3)

31. Georgien (=)

32. Dänemark (+3)

33. Aserbaidschan (-4)

34. Irland (=)

35. Großbritannien & Nordirland (-3)

36. Belgien (=)

37. Polen (=)

38. Estland (=)

39. Italien (=)


Donnerstag, 23. Mai 2019

ESC-Ergebnis 2019 offiziell korrigiert! - Kommentar zum Juryvoting

Na endlich, es dauerte ganze vier Tage bis die EBU endlich das ESC-Ergebnis korrigiert. Die Verantwortlichen hatten die Jurypunkte von Weißrussland falsch vergeben, wie ich schon berichtete. Ebenfalls kannst du das nun neu, offizielle, Endergebnis unter dem Link einsehen. Hier möchte ich nun auf ein allgemeines Problem des ESCs eingehen, das nun heiß diskutiert wird - das Juryvoting in seiner Gesamtheit.

Neben diesem fatalen Fehler, haben dieses Jahr auch zwei Jurymitglieder ihre Wertungen falsch aufgeschrieben. 2016 trug das dänische Jurymitglied Hilda Heick bei dem Beitrag, den sie auf Platz 1 setzen wollte, die höchste Zahl ein, weil sie dachte es wäre eine Punktzahl. Zu ihrem letzten Platz schrieb sie die 1, das tat sie im Halbfinale, wie im Finale. Die Fernsehmoderatorin stellte ihre Rangliste versehentlich auf den Kopf, was das Gesamtergebnis natürlich beeinflusste, glücklicherweise nur keine Platzierungen änderte. Dieses Jahr passierte dieser Fehler gleich zwei Jurymitgliedern. Lina Hedlund aus Schweden und der tschechischen Jury-Vorsitzenden Iva Boková. Beide machten diesen Fehler nur im Halbfinale, trotzdem hatte er fatale Folgen. Die größte ist, dass Polen eigentlich ins Finale gekommen wäre, anstelle von Weißrussland. Ein Fehler beim Aufschreiben der Wertung hat der polnischen Delegation die verdiente Finalteilnahme genommen. Der Fehler der EBU bei den weißrussischen Jurypunkten hat der ganzen nordmazedonischen Nation das Erlebnis genommen, das Juryvoting gewonnen zu haben, einem Land das als bestes Ergebnis aller Zeiten zuvor einen 12. Platz erlebte und seinen ersten Finaleinzug seit 2012 schon so sehr feierte, als hätten sie den ESC gewonnen. Diese Fehler kann man zwar korrigieren, ihre Wirkung ist aber so wie Doping in Sport, wenn Athleten, die betrogen haben, nachträglich disqualifiziert werden. Was bringt einem die nachträglich, mit der Post zugeschickte, Goldmedaille, wenn man den Moment sie zu gewinnen nicht erleben durfte?

Ja, ich vergleiche die menschlichen Fehler der EBU mit Dopingsündern. Ich weiß, dass Menschen Menschen sind und dass Menschen Fehler machen, wenn aber wiederholt die gleichen Fehler passieren und diese vermeidbar wären, wenn sorgfältiger gearbeitet werden würde, sind diese Fehler mit nichts in der Welt zu entschuldigen! Man stelle sich vor diese Fehler hätten nicht nur insgesamt 18 Platzierungen und einen Finaleinzug beeinflusst, sondern den Gewinner, weil es ein knapper Sieg war, wie will die EBU das entschuldigen? Einen falschen Sieger zu küren und vier Tage später sagen "Ach sorry, ihr habt doch nicht gewonnen, wir haben die Jurymitglieder nicht gut genug informiert, dass "1" "1. Platz" bedeutet und bei der Vergabe der Punkte nicht genug gegenkontrolliert, ob auch wirklich alles stimmt, deshalb müssen wir das komplette Ergebnis nachträglich korrigieren."

Außerdem wurde mehrmals in den Liveshows betont wie sehr doch jeder einzelne Anruf zähle und wichtig sei. Im zweiten Halbfinale wurde verkündet, dass nur zwei Punkte den Unterschied, zwischen Finaleinzug und Ausscheiden ausgemacht haben. Später stellt sich heraus, dass die falschen Finalisten verkündet wurden, weil die EBU zu blöd ist, um die Jurymitglieder ausreichend zu briefen. Schon drei Mal haben Jurymitglieder ihre Listen falsch herum aufgeschrieben und das hat einen viel größeren Einfluss auf das Ergebnis, als wenn eine Großfamilie mit jedem mobilen und Festnetz-Telefonanschluss die 20 Anrufe voll ausreizt. Da fühlt man sich als ESC-Fan, als Zuschauer, verarscht und um sein Geld für die Anrufe betrogen, aber es wird weiter betont wie wichtig jeder Anruf sei.

Wegen dieser vielen Juryvoting-Fehler, wird in der ESC Bubble nun heiß diskutiert, ob das Juryvoting geändert werden müsse. Die Jury war schon immer ein großer Streitpunkt beim ESC. Warum dürfen fünf Menschen über die Hälfte der Punkte entscheiden, die eine gesamte Nation vergibt? Wieso sollen diese Menschen so viel "besser" abstimmen, als die allgemeine Bevölkerung? Warum schneiden immer die gleichen Länder bei der Jury gut/schlecht ab? Warum benachteiligt die Jury nicht-englischsprachige Songs und außergewöhnliche Kompositionen? Was legitimiert eine Person, die mal Blockflöte gespielt hat, und in San Marino lebt, dazu Jurymitglied zu sein? Sind die professionellen Jurys professionell genug, wenn sie nicht mal ihre Wertungen richtig aufschreiben können? Warum werten viele Jurymitglieder offensichtlich politisch, obwohl sie vor allem dazu da sind, genau das nicht zu tun? Wieso dürfen sich die Jurymitglieder in einem Raum aufhalten, während sie die Juryshow sehen und werten, wenn sie doch unabhängig voneinander bewerten sollen? Warum entscheidet die EBU bei manchen Jurywertungen darauf, dass sie abgesprochen seien und bei anderen nicht, obwohl sie noch viel mehr Ähnlichkeiten aufwerfen?

Ich könnte noch weiter machen. Es gibt viel, berechtigte Kritik an dem System der Jurys, wer die Jurymitglieder sind, und wie sie werten. Ich möchte nun den allgemeinen Konsens der Diskussionen widergeben und meine persönliche Meinung dazu ergänzen.

Am häufigsten wird nun von ESC-Fans gefordert, dass die EBU verdammt noch mal die Jurymitglieder besser über ihre Wertungen aufklären muss. Es muss zukünftig jedem Jurymitglied, in aller Deutlichkeit, unmissverständlich, klar gemacht werden, dass "1" nicht für einen Punkt, sondern für "Platz 1" steht. Nachdem es nun wiederholt vorgekommen ist, darf nie wieder der Fehler passieren, dass ein Jurymitglied die Wertung falsch herum abgibt. Wenn das noch ein mal passiert, sind alle in der EBU, dafür verantwortlichen sofort zu feuern! Am Besten wird noch einmal nachgefragt, wenn ein Jurymitglied die Wertung abgibt, ob das Land mit der "1", auch wirklich dessen persönlicher Sieger der Jurywertung sein soll. Es handelt sich hier um etwas so wichtiges, da muss man alles mehrmals gegen kontrollieren. Lieber einmal zu oft, als einmal zu selten kontrolliert. Da zwischen dem Ende der Juryshow und der Verkündung der Ergebnisse fast 24 Stunden liegen, sollte es auch keine temporären Probleme bereiten, noch einmal nachzufragen und zu mehrmals zu kontrollieren, ob niemand einen Fehler gemacht hat, bei so vielen Zahlen und Rechnungen.

Kaum seltener ist die Forderung nach einer Vergrößerung der Jurys zu hören. Bei fünf Mitgliedern in einer nationalen Jury, ist ein eventueller Fehler eines Mitgliedes von großer Auswirkung auf die Punkte, die vergeben werden. Bei einer höheren Anzahl, von beispielsweise zehn, oder zwanzig Jurymitgliedern für jedes Land, würde eine falsche Wertung eines Jurors nur noch sehr, sehr wenige Punkte ausmachen. Außerdem wird durch die Fehler deutlich, über wie viel ein einziges Jurymitglied entscheidet, wie viel eine einzige Person von dem Ergebnis dieser Show, mit 200 Millionen Zuschauern, entscheidet. Eine höhere Anzahl an Jurymitgliedern würde die Bevölkerung besser repräsentieren und den zu großen Einfluss des Einzelnen vermeiden. Ich möchte dazu aber anmerken, dass sich die Punkte mehr auf wenige Länder verteilen werden, weil bei einer größeren Jury die Chance kleiner ist, dass diese mal anders abstimmt, als die anderen Jurys und auch Beiträge Punkte bekommen, die sonst nicht so gut gestellt sind. Das fände ich schade, trotzdem gehöre ich ganz klar zu der großen Mehrheit, die größere Jurys fordert.

Ebenfalls wird gefordert, dass die Jurymitglieder nicht politisch abstimmen dürfen. Das dürfen sie laut Regelwerk auch gar nicht. Trotzdem tun es einige, was dem allgemeinen Zuschauer deutlich wird, wenn die griechische und zypriotische Jury untereinander zwölf Punkte austauschen, oder die Höchstwertungen von Dänemark und Norwegen nach Schweden, die von Spanien nach Portugal geht. Auffällig ist es natürlich auch, dass es kein armenisches Jurymitglied gab, das jemals Aserbaidschan nicht auf den letzten Platz gesetzt hat und genauso kein aserbaidschanisches Jurymitglied jemals Armenien nicht auf den letzten Platz gesetzt hat. Normalerweise gehört Georgien zu den sicheren Punktelieferanten für Russland. Aus aktuellen, politischen Ereignissen, haben alle fünf Georgier Russland auf den letzten Platz gesetzt. So etwas will keiner sehen und prescht gegen alles wofür der ESC steht. Ich finde das auch nicht gut, aber seien wir doch mal ehrlich, was will man dagegen tun, wenn ein Georgier neben Russland die 26 schreibt? Man kann dann doch nicht sagen "du musst den Song besser bewerten weil es Russland ist." oder zu einem Griechen "Du darfst Zypern nicht auf die eins setzen, selbst wenn es dein persönlicher Gewinner ist, die Jurykriterien am besten erfüllt und auch den gesamten ESC gewinnt." Das wäre doch noch unfairer und hätte mit einer freien Entscheidung der Jurymitglieder nichts mehr zu tun.

Ein weiterer Punkt, der stark gefordert wird, ist dass die Jurymitglieder in unterschiedlichen Räumen sitzen müssen, wenn sie werten. Jeder, der auch nur ein bisschen grundlegende Ahnung von Kommunikationstheorien hat, weiß dass der Mensch viel mehr durch alles andere, als Wörter kommuniziert. Wenn man mit den anderen Jurymitgliedern zusammen die Show sieht, merkt man was die anderen mögen und was nicht. Seit 2014 wird die Wertung jedes Jurymitgliedes veröffentlicht. Keiner möchte ein Arschloch sein und seine Kollegen enttäuschen. Dadurch wertet man, ob nun bewusst, oder unterbewusst, das ist egal, die Beiträge, die die anderen in der Jury mögen besser und die Beiträge, die die anderen nicht mögen schlechter. Deshalb sind sich die nationalen Jurys untereinander meist so einig, obwohl sie vielleicht ganz anders abgestimmt haben, als die Jury aus dem Nachbarland. Die Jurys müssen die Show in getrennten Räumen sehen und bewerten.

Doch wie wird bewertet. Auch die Kriterien stehen immer wieder zur Diskussion. Der spanische Song zum Beispiel, hat einen ganzen Kontinent zum feiern gebracht, doch dies schlägt sich in keinem Kriterium der Jurys wider. Tatsächlich wurde beim spanischen Beitrag keineswegs auf die Jurykriterien geachtet. Als Juror hat man keine andere Wahl, als das Land in den vorgegebenen Kriterien schlecht zu bewerten, da kann es natürlich nicht viele Punkte geben. Sind die Kriterien richtig gesetzt? Sollte man sie ändern? Sollte nicht einfach jedes Jurymitglied die eigene, persönliche Rangliste abgeben dürfen?

Ich finde nicht. Die Jurys machen die Hälfte des Ergebnisses aus, weil sie dadurch für Qualität sorgen. Die Delegationen müssen darauf achten, dass sie nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Jurys gut abschneiden. Deshalb gibt es in fast jedem Vorentscheid auch eine Jury und wer bei der ganz schlecht abschneidet, kann nicht gewinnen und zum ESC fahren - außer er heißt Bilal Hassani. Ohne Jurys hätten wir viel mehr Trash beim ESC. Leute die nicht singen können, billig produzierte Songs und auch herzlose Stagings. Die Jury muss nach vorgegebenen Kriterien bewerten, das ist notwendig für die Existenz dieser Veranstaltung. In dem Punkt, dass die Kriterien ausbaufähig seien, stimme ich der Mehrheit teilweise zu. Die vier, de facto drei (weil der "Gesamteindruck" nicht wirklich ein Kriterium, sondern einfach nur die persönliche Rangliste, ohne irgendwelche Kriterien, ist) Kriterien, sind sehr wenige. Weitere könnte man ergänzen. Ich bin dafür, dass es einen kleinen Katalog an Kriterien gibt und jedes Kriterium seine festgesetzte Gewichtung hat. Ein Jurymitglied gibt den Beiträgen dann in jedem Kriterium eine Rangliste. Wer erfüllt das gefragte Kriterium am besten, wer am schlechtesten? Nach dem neuen Rechnungssystem, mit exponentiell ansteigenden Punktzahlen für die Platzierungen, und unter Berücksichtigung der Gewichtung der einzelnen Kriterien, soll die endgültige Rangliste jedes Jurymitgliedes dann ausgerechnet werden. Ein Jurymitglied gibt also für jedes Kriterium eine eigene Rangliste ab, aus denen dann die wertungsrelevante Rangliste des Jurymitgliedes ausgerechnet wird. Das Ganze werde ich auf Eurovision Passion, mit meiner eigenen, hypothetischen Jurywertung für 2019 auch noch veranschaulicht demonstrieren, allerdings anhand der jetzigen Kriterien.

Würde die endgültige Rangliste stumpf ausgerechnet werden, würden wir damit ein weiteres Problem der Jurys lösen. Seitdem die detaillierten Wertungen veröffentlicht werden, tendiert die Jury immer mehr dazu, die gleichen Länder und gleiche Machart der Songs, sowie Wettquoten-Favoriten, gut zu bewerten. Als Jurymitglied ist man sich bewusst, dass die Wertung veröffentlicht wird. Deshalb überlegt man sich, womit man gut aussieht. Es sieht immer gut aus Schweden auf Platz eins zu setzen. Damit wirkt man professionell. Es wird schon richtig sein diese große Musikindustrie gut zu bewerten, außerdem weiß man sicher, dass auch viele andere Jurymitglieder Schweden auf eine sehr hohe Platzierung setzen, man fällt nicht negativ auf. Wer aber Lettland, oder Moldawien an die Spitze setzt, muss mit unangenehmen Reaktionen rechnen. Des weiteren werden Songs von den Jurys stark bevorzugt, die englischsprachig und radiotauglich sind, kurzum Mainstream. Wer als Jurymitglied etwas sehr ausgefallenes besonders gut bewertet, wie in diesem Jahr Portugal, oder Island, der kann sich ebenso auf unangenehme Reaktionen einstellen. Mit einem englischsprachigen Radiosong fährt man auf einer sicheren Schiene. Außerdem ist es sehr auffällig, dass die Jurywertungen viel dichter an den Wettquoten liegen, als die Televoting Ergebnisse - und das obwohl beim Televoting doch viel mehr Menschen abstimmen. Das liegt daran, dass der Zuschauer einfach für den Beitrag anruft, den er persönlich gewinnen sehen möchte. Als Jurymitglied sieht man schlecht aus, wenn man einen Außenseiter ganz nach vorne und einen Favoriten ganz nach hinten setzt. Wer hat es in diesem Jahr schon gewagt die Niederlande unter den letzten drei Plätzen zu haben? Schließlich möchte man sich keinen Ärger einhandeln.

Eine Lösung wäre es also die Juryergebnisse nicht mehr detailliert zu veröffentlichen. Die gewonnene Transparenz seit der Veröffentlichung halte ich aber für einen sehr großen Fortschritt. Deshalb plädiere ich für das Gegenteil. Von jedem Jurymitglied die Bewertung zu jedem Kriterium veröffentlichen und mathematisch ermitteln, wie die endgültige Wertungsliste ist. Das wäre doch eine super gute Lösung. Für Jurymitglieder, die lange brauchen, um sich zu entscheiden, sollte das auch kein Problem sein, da sie ja im Prinzip fast einen ganzen Tag lang Zeit haben, um sich endgültig zu entscheiden und die Jurywertung abzugeben.

Zum Abschluss möchte ich noch den Denkanstoß geben, dass schärfere Regularien, bezüglich der Zusammensetzung der Jurys, sinnvoll wären. Bei einer zwanzigköpfigen Jury sollte für jeden "Spot" ein Alter festgelegt werden, sodass von Minderjährigen über 16 Jahren, bis Ü80, auch wirklich alles vertreten ist. Außerdem muss die musikalische Profession genau festgelegt werden. Wie viele Produzenten müssen in jeder Jury sein? Wie viele Komponisten, wie viele Tänzer? Wie viele Sänger? Wie viele Instrumente Spieler? u.s.w.. Nur so kann eine ausgeglichene und professionelle Jurywertung garantiert werden.

Die EBU hat sich übrigens zunächst geäußert, dass sie nichts an den Jurys ändern möchte. Dies ist aber wohl auf die Beschwerden des norwegischen Trios KEiiNO bezogen gewesen, das das Televoting gewonnen hatte, im Gesamtergebnis aber nur 6. geworden ist. Wir müssen weiter über Änderungen am Juryformat diskutieren und die EBU dazu bringen, das System auszubessern. Vielleicht sehen sie es, nach so vielen Fehlern in diesem Jahr, ein, dass es nicht optimal ist und sie vieles besser machen könnten. Lasst uns Dare to Dream.

Montag, 13. Mai 2019

Meine ESC-Rangliste 2019 vor den Shows

Es ist immer herzzerbrechend die Rangliste erstellen, oder überarbeiten zu müssen, weil man die Beiträge alle viel höher in der Rangliste haben möchte, aber das geht leider nicht. Das ist meine Rangliste nach den Proben/vor den Shows. In Klammern stehen die Veränderungen zu meiner Rangliste vor den Proben. Das "Q" zeigt an, dass das Land nach meiner Rangliste, und der Einteilung der Halbfinals, ins Finale kommen würde.

1. Niederlande (=) Q
2. Ungarn (=) Q
3. Armenien (=) Q
4. Australien (=) Q
5. Albanien (=) Q
6. Großbritannien und Nordirland (+1) Q
7. Nordmazedonien (+1) Q
8. Georgien (-2) Q
9. Deutschland (=) Q
10. Schweden (+1) Q
11. Slowenien (+1) Q
12. Österreich (+2) Q
13. Belgien (+10) Q
14. Frankreich (+10) Q
15. Lettland (-5) Q
16. Litauen (-3) Q
17. Moldawien (-1) Q
18. Russland (-1) Q
19. Kroatien (-4)
20. Rumänien (-2)
21. Dänemark (-2)
22. Norwegen (-2)
23. Schweiz (-2)
24. Israel (-2) Q
25. Tschechien (=) Q
26. Griechenland (+3) Q
27. Polen (+3) Q
28. Portugal (-1) Q
29. Island (+3) Q
30. Spanien (-4) Q
31. Malta (-3)
32. Serbien (-1)
33. Italien (+1) Q
34. Aserbaidschan (-1)
35. Irland (+3)
36. Montenegro (-1)
37. Weißrussland (=)
38. Finnland (+1)
39. Estland (-3)
40. Zypern (=)
41. San Marino (=)

Sonntag, 12. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 8: Gewinner und Verlierer

Hier das Press Poll Ergebnis von Probentag 8 beim ESC 2019:

1. Frankreich 99
2. Italien 75
3. Spanien 66
4. Israel 43
5. Großbritannien und Nordirland 23
6. Deutschland 9

Frankreich hat sein Staging ein paar kleinen, aber feinen Änderungen unterzogen, die eine große Wirkung haben. So gibt es den Tagessieg von den Journalisten, für den größten Fortschritt. Für Italien gilt das Gleiche, nur dass es hier nicht ganz für den Tagessieg gereicht hat. Spanien hat aus seiner Vollkatastrophe ein akzeptables Staging gemacht. Das muss man auch erst einmal hinkriegen. Dies wird von 66 Journalisten aus dem Pressezentrum in Tel Aviv als größter Fortschritt anerkannt.

Israel hat sein Staging auch weiterentwickelt, aber nicht so gut wie die anderen Nationen. Warum Großbritannien nur auf Platz fünf landet kann ich nicht verstehen, die Verbesserungen schienen mir doch größer gewesen zu sein, als bei Israel. Deutschland hat mit der zweiten Probe einen riesengroßen Schritt zurück gemacht. Weder die Sängerinnen, noch der Song, sind so beeindruckend gut, dass es ein Selbstläufer wäre, so ziemlich gar nichts auf der Bühne zu machen und Als LED-Screen-Show selbstverliebte Projektionen von sich selber - und nichts anderes - zu zeigen.

Mein Verlierer des Tages ist deshalb auch Deutschland. Ich bin ehrlich, nach der ersten Probe habe ich große Chancen auf eine tolle Platzierung gesehen, nach der zweiten Probe sehe ich unsere Chancen Letzter zu werden aber größer, als bei jedem anderen, schließlich stehen alle pre-qualifizierten Länder in den Wettquoten vor uns und haben ein viel besseres Staging, als wir. Ich sehe keinen Grund dazu, warum es einen Beitrag geben sollte, der im Finale hinter uns landet. Das tut mir sehr weh, am meisten weil Laurita eine großartige Persönlichkeit ist, der ich etwas besseres wünsche, aber irgendwer muss ja den letzten Platz belegen und derzeit ist dazu keiner prädestinierter, als wir.

Mein Platz 3 geht an Italien. Das Staging ist deutlich besser geworden. So gefällt mir dieser Beitrag.

Mein Platz 2 geht an Spanien. Aus Müll immerhin Blech zu machen ist ein großartiger Fortschritt, den ich sehr honoriere.

Der Tagesssieg für den größten Hinzugewinn bei mir persönlich geht an Frankreich. Mit dieser Probe ist Frankreich bei mir erneut unbeschreiblich stark gewachsen. Ich bin am Überlegen was ich mit Frankreich machen soll, wenn ich meine persönliche Rangliste nun (ein letztes Mal vor den Shows) überarbeite. Momentan möchte ich dass Frankreich gewinnt und niemand sonst, ich bin mir aber unsicher, ob ich das wirklich auf Platz eins setzen soll. Vor den Proben war Frankreich bei mir nur auf Platz 24. Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 6:


Estland, Portugal und Moldawien haben sich übrigens eine zusätzliche Einzelprobe erklagt. Das zu tun ist in den letzten, wenigen Jahren beim ESC zur Mode geworden. Die Gründe für eine weitere Probe können vielfältig sein. Zum Beispiel durch einen technischen Fehler, an dem oftmals niemand eine Schuld dran hat(te), oder weil das Produzententeam eine Anordnung zur Änderung des Stagings bis zur zweiten Probe nicht durchgeführt hat. Das könnte falsches Material, aus dem der Kunstschnee besteht, nicht geänderte Kameraführung, fehlende Pyrotechnik, oder Windmaschine, oder was auch immer, sein. Im Falle von Portugal und Estland sind zusätzliche Proben auch dringend notwendig, wenn man einen ESC-würdigen Auftritt auf die Bühne bringen möchte. Die Zusatzproben sind immer nicht öffentlich, da diese Nationen keinen Vorteil, durch eine automatisch erhöhte Berichterstattung, ohne eigens verdienten Grund, bekommen sollen.

Am Abend fanden heute das Orange Carpet Event und die offizielle Eröffnungsfeier statt. Die letztere war deutlich unterhaltsamer, als in den letzten Jahren. Alle Reden wurden sehr kurz gehalten, oder mit einem Looper im Netta Style vorgetragen. Das musikalische Programm war sehr hochwertig. Die fünf Stunden Roter Teppich und Eröffnungsfeier haben sich dieses Jahr richtig gelohnt. Die Eröffnungsfeier ist übrigens die einzige Veranstaltung, bei der alle 41 Teilnehmer des Jahres zur gleichen Zeit, am gleichen Ort sind. Auf dem Roten Teppich, der aufgrund des Hauptsponsors "My Heritage" dieses Jahr orange war, tummelten sich die Mainstream Medien, um mit den Künstlern Interviews zu führen und sie abzulichten. Hier gibt es ein paar Fotos der besten Outfits auf dem orangenen Teppich:


















Ein paar interessante Dinge wurden aber auch für alle öffentlich, in der Liveübertragung, ausgeplaudert. Zala und Gasper aus Slowenien haben erstmals zugegeben, dass sie wirklich ein Liebespaar sind. Hatari aus Island hat mal wieder keine Gelegenheit ausgelassen, um gegen Kapitalismus und Israel zu hetzen. Kobi Merimi war nur zwei Meter von seinem Zuhause entfernt. Momentan kommt er aber, zusammen mit der israelischen Delegation, in einem Hotel unter und konnte deshalb trotzdem nicht zu Fuß anreisen. Die Fahrt in der Limousine war aber bestimmt nicht so schlimm. Wer sich die Veranstaltungen des heutigen Abends, im Herzen Tel Avivs, nachträglich anschauen möchte, kann das auf dem YouTube-Kanal vom Eurovision Song Contest, oder auf Eurovision.tv tun.

Morgen Abend findet schon das erste Juryhalbfinale statt, schon in sechs Tagen wissen wir wer der Gewinner des 64. ESCs ist, das bedeutet aber auch, dass alles in sehr kurzer Zeit wieder vorbei sein wird und wir lange warten müssen, bis es so richtig wieder losgeht. Genieße deshalb bitte jede Sekunde mit Passion, von der schönsten Nebensache der Welt - dem Eurovision Song Contest.

Tel Aviv 2019 Tag 7: Gewinner und Verlierer

Hier das Press Poll Ergebnis von Probentag 7 beim ESC 2019:

1. Russland 75
2. Aserbaidschan 66
3. Niederlande 50
4. Malta 44
5. Norwegen 35
6. Nordmazedonien 26
7. Kroatien 11
8. Litauen 3
9. Albanien 2

Albanien hat echt ein Problem mit dem Staging und deshalb heute viel verloren. Litauen hat einfach ein schlechtes Staging. Es wurden ein paar Dinge mit der zweiten Probe verbessert, aber die machen so wenig aus, dass es nur für drei Journalisten im Pressezentrum der größte Fortschritt des Tages war. Bei Kroatien hatten sich viele so sehr an dem Aufsetzen der Flügel gestört, dass es für sie nun eine große Verbesserung ist, das Aufsetzen mit den Flügeln der Tänzer zu verdecken.

Nordmazedonien hat nichts verändert, aber das richtig gute Staging an sich, hat wieder genügend Journalisten überzeugt, sodass Platz sechs in der Press Poll herausspringt. Dass Norwegen nur auf Platz 5 landet, wundert mich, schließlich haben sie erst jetzt ihr richtiges Staging gezeigt, was eigentlich bei vielen dann große Pluspunkte auslösen sollte. Die vielen Versionen, mit denen Malta auftreten könnte, haben wohl vielen gefallen, sodass es 44 Stimmen und Platz 4 gab.

Die Niederlande hat mit der Leuchte auf dem Klavier, und dem Scheinwerfer am linken Bühnenrand, der auf Duncan gerichtet ist, für einige einen Rückschritt gemacht. Außerdem war dieses Staging schon bei der ersten Probe auf so hohem Niveau, das es schwer war, mit der zweiten Probe noch viele zu beeindrucken. Aserbaidschan hat nichts an seinem Staging verändert, nur das viele Lob über das Staging an sich, hinterlässt bei vielen einen so großen Eindruck, dass sie heute für Aserbaidschan, als das Land mit dem größten Fortschritt gestimmt haben. Russland gewinnt die Press Poll, obwohl das Staging von der ersten Probe, laut der Allgemeinheit, besser geklappt hat. Das zeigt, wie eindrucksvoll das Staging von Russland ist.

Mein Verlierer des Tages ist Albanien. Das Staging hat kaum etwas damit zu tun, was ich mir für diesen Song gewünscht habe. Ich bin davon ausgegangen, dass Albanien mit der zweiten Probe einen großen Fortschritt machen wird, deshalb ist dieser Rückschritt für mich eine Enttäuschung.

Mein Platz 3 geht an Litauen. Alleine schon, dass Jurij die hässliche Militärjacke ausgezogen hat, ist eine riesengroße Verbesserung für mich. So kann ich den Auftritt genießen, ohne dabei die ganze Zeit ein schlechtes Gefühl zu haben, dazu kommen noch wenige weitere, kleine, Verbesserungen.

Mein Platz 2 geht an Norwegen. Da uns dieses Land erst heute sein Staging so richtig gezeigt hat, und die Stagings der anderen Länder, im Großen und Ganzen, bereits bekannt waren, war diese Probe für mich der zweitgrößte Fortschritt des Jahres.

Mein Tagessieger ist die Niederlande. Nicht, weil es mein persönlicher Gesamtsieger beim ESC ist, sondern wegen den Veränderungen, von der ersten bis zur zweiten Probe. Insbesondere die super helle Beleuchtung von Duncan selbst, gefällt mir irgendwie richtig gut. Damit strahlt er in diesem dunkelblauen Ozean richtig hell. Das sieht voll schön aus.

Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 7:



Niederlande, Norwegen, Litauen

Samstag, 11. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 6: Gewinner und Verlierer

Der extra lange Probentag 6 liegt hinter uns. Schauen wir zunächst auf das Press Poll Ergebnis der Länder, die ihre zweite Probe hatten:

1. Schweden 100
2. Griechenland 60
3. Schweiz 59
4. Österreich 32
5. San Marino 18
6. Rumänien 11
6. Dänemark 11
8. Lettland 9
9. Irland 4
10. Armenien 3
11. Moldawien 0

Moldawien hat nichts am Staging verändert und damit bei keinem einzigen Journalisten groß an Zuspruch gewonnen. Armenien hat trotz des stark veränderten Stagings kaum Eindruck hinterlassen, das Gleiche gilt für Irland, wo außer den Gläsern und dem abschließenden Zwinkern, vor allem der Enthusiasmus der Künstler einen Unterschied gemacht hat. Lettland, Dänemark, Rumänien und San Marino sind größtenteils beim alten geblieben, konnten mit den Schönheits-OPs aber immerhin einige Journalisten für sich, als größter Fortschrittmacher gewinnen.

Österreich hat nach dem Ausprobieren bei der ersten Probe nun das richtige Licht gefunden und es ist unbeschreiblich schön geworden. Entsprechend wird es auch in der Press Poll honoriert. Die Schweiz hat zwar nicht wirklich etwas verändert, der große Favoritenstatus treibt sie trotzdem auf Platz drei der Press Poll. Bei Griechenland haben einige die zweite Probe für einen Rückschritt gehalten, bei vielen haben die Veränderungen aber auch für einen sehr positiven und bleibenden Eindruck gesorgt. Der ganz klare Tagessieger ist Schweden. Ich denke ein Grund dafür ist, dass Schweden bisher, nach den Melodifestivalen, sein Staging nie verändert hat. Nun arbeitet Schweden bis zur letzten Sekunde daran es immer besser, besser und besser zu machen. Das ist das Beeindruckende an den Proben von Schweden in diesem Jahr. Grund für die neue Arbeitshaltung ist der Sänger John.

Es fällt mir schwer einen Verlierer zu finden. Das einzige worin ich für mich einen kleinen Rückschritt sehe, ist Griechenland. Sie sollten den Rest der Bühne wieder ausleuchten, so wie es bei der ersten Probe war. Außerdem kann dieser Beitrag nicht "kitschig" genug sein. Wenn Griechenland das schon macht, dann richtig. Es braucht mehr Mut zu mehr, der Part mit der Lotusblume auf dem LED-Boden sollte zurückkehren.

Mein Platz 3 geht an Schweden. Der grandios veränderte Auftritt der Gospel-Sängerinnen ist eine tolle Errungenschaft, die zu Recht mit einer großen Resonanz von den Journalisten vor Ort, in der Press Poll, belohnt wurde. Sie wird auch mit Punkten beim ESC belohnt werden.

Mein Platz 2 geht an Armenien. Aus einem richtig schlechten Staging in der ersten Probe, hat Armenien mit den entscheidenden Korrekturen etwas akzeptables geschaffen. Trotzdem bin ich weiterhin richtig enttäuscht von Armenien. Ich habe so etwas erwartet wie bei Georgien 2015, das was Armenien da macht ist mir viel zu freundlich.

Mein Tagessieger ist Österreich. Was aus diesem Staging gemacht wurde ist unbeschreiblich. Dieses Staging überschreitet alles, was ich mir in meiner schönsten Fantasie hätte ausmalen können! Österreich hat zwischen der ersten und zweiten Probe großartige Arbeit geleistet.

Kommen wir zu den Ländern, die an Tag 6 das erste Mal auf der großen ESC-Bühne geprobt haben. Hier ist ihr Ergebnis in der Press Poll:

1. Frankreich 111
2. Italien 68
3. Spanien 50
4. Israel 37
5. Großbritannien und Nordirland 32
6. Deutschland 17

Dieses Ergebnis kann ich überhaupt nicht verstehen. Dass Frankreich mit diesem Staging, mit großem Vorsprung, der Tagessieger ist, ist keine Frage. Der Rest lässt bei mir tausende Fragezeichen aufkommen. Italiens Probe war eher enttäuschend, als etwas positives, trotzdem gibt es dafür Platz 2 in der Press Poll. Vielleicht liegt es daran, dass Italien weiterhin zu den Favoriten gehört. Spaniens Totalkatastrophe war bei 50 Journalisten, von diesen 6 Proben, der größte Fortschritt, und bekommt Platz drei im Ergebnis. Ich konnte nur absolute Enttäuschung und Verzweiflung über dieses Staging vernehmen. Keine Ahnung, warum es dieses Ergebnis gibt.

Israel auf Platz 4 ist für mich nachvollziehbar. Wer den Song sehr mag, wird ihn durch dieses Staging noch viel mehr mögen. Darauf kommt es an beim ESC. Die Leute, die den Song eh nicht mögen, muss man nicht mit einem guten Staging überzeugen. Großbritannien und Nordirland hat kein innovatives Staging, mein Eindruck war es aber, dass es auf jeden Fall besser vernommen wurde, als die Stagings von Italien und Spanien und vielleicht auch das von Deutschland. Deutschland scheint aber kaum jemanden mit der ersten Probe so richtig überzeugt zu haben. So schlimm ist das Staging wirklich nicht, klar hat man schon Besseres gesehen, aber das was die deutsche Delegation da entwickelt hat, ist schon echt gut.

Mein Tagesverlierer ist ganz klar Spanien. Wie kann man nur bei einem Gute-Laune-Party-Song in tristen Kostümen auftreten? Da fehlen mir alle Worte.

Mein Platz 3 geht an Großbritannien und Nordirland. Es ist kein großer Impakt für mich, aber bei dieser kleinen Auswahl an Proben, war das der drittgrößte Fortschritt für mich.

Den 2. Platz vergebe ich an Deutschland. Die Message des Songs so stark auszuweiten war eine shr gute Entscheidung, die viele Punkte bringt. Das Ganze wurde dann auch noch so professionell umgesetzt. Je länger ich über den Catwalk von S!sters nachdenke, desto mehr merke ich wie genial das ist, wie viel dieses Staging noch über den Song hinaus aussagt - großartig! Am Anfang des Songs die nötige Ruhe hereinzubringen, die die Ernsthaftigkeit und Dramatik des Songs zum Vorschein bringt, war sehr wichtig und hat richtig gut geklappt. Insgesamt ein richtig tolles Staging, mit dem wir dieses Jahr antreten.

Mein Tagessieger ist Frankreich. Obwohl ich den Song musikalisch nicht mag, bringt mich dieses Staging zum weinen. Wie ich schon schrieb, ist es viel mehr wert, als alle Punkte, Platzierungen und Erfolge beim ESC, dass dieser Beitrag einer riesigen Anzahl an (überwiegend jungen) Menschen, in ihrem Leben helfen wird, zu sich selbst zu finden, sich zu akzeptieren, stolz auf sich zu sein und dadurch ein glückliches Leben zu führen. Noch einmal vielen, vielen Dank an Bilal und die französische Delegation!

Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 6:


Freitag, 10. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 5: Gewinner und Verlierer

Hier das Ergebnis der Press Poll von Tag 5:

1. Australien 70
2. Serbien 43
3. Island 35
4. Georgien 28
5. Zypern 23
6. Ungarn 22
7. Belgien 20
8. Polen 14
9. Slowenien 11
10. Weißrussland 10
10. Tschechien 10
12. Estland 9
12. Portugal 9
14. Finnland 7
15. Montenegro 4

Die Plätze 12 - 15 sind selbsterklärend. Weißrussland, Tschechien und Slowenien haben sich laut der Allgemeinheit ein bisschen verbessert, nur nicht so sehr, wie andere. Dass das saubere Abnehmen der Schleier bei Polen jetzt zuverlässig klappt, war sehr wichtig und notwendig, deshalb hat es ein gewisses Stück dazu gewonnen. Belgien und Ungarn konnten durch das Verbessern der LED-Screen-Shows Boden gutmachen. Das Press Poll Ergebnis von Zypern fällt, angesichts des Favoritenstatus, ernüchternd aus. Georgien hat zwar nichts verändert, einige scheinen aber erst nach ein paar Mal zuschauen von dem formidablen Staging mitgerissen zu werden. Island hatte sowieso ein Top Staging. Mit den kleinen, aber feinen Änderungen ist es nun noch mal ein ganzes Stück besser geworden. Die eingebauten "Special Effects" bei Serbien scheinen beeindruckend große Wirkung zu haben. Ich freue mich schon sehr darauf sie selber zu sehen. Australien hat heute einmal mehr gezeigt, dass es das Zeug dazu hat den ESC zu gewinnen! Ein so deutlicher Sieg in der Press Poll ist ein starkes Zeichen!

Mein Verlierer des Tages ist Estland. Wenn nicht einmal der Sturm durch die Halle technisch klappen wird, gibt es eigentlich gar nichts mehr, was ich an diesem Beitrag mag.

Mein 3. Platz für den Probentag 5 geht an Island. Ich mag die neuen Kostüme noch ein ganzes Stück mehr, als die vorherigen. Auch dass der Hammer, in Form eines Stabes, zurückgekehrt ist, freut mich sehr.

Belgien bekommt von mir Platz 2 gutgeschrieben. Mit jedem Bisschen, das ich von den Proben sehe, liebe ich das Staging mehr und mehr. Die Verbesserungen, die von der ersten, bis zur zweiten Probe, vorgenommen wurden, geben dem Ganzen einen nicht geringen Mehrwert.

Mein Tagessieger ist Weißrussland. Von einem grauenvollen Staging, gab es heute den Sprung zu einem Staging, das doch ganz gut ist. Keiner hat an Tag 5, auch nur ansatzweise, so viele Punkte bei mir persönlich gewonnen, wie Weißrussland.

Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 5:


Donnerstag, 9. Mai 2019

Meine Gedanken nach dem letzten Schultag meines Lebens

Keine Sorge, die Berichte für die Proben von heute kommen alle noch. Ich hatte heute meinen letzten Schultag, was mich lange beschäftigt hat. Deshalb habe ich mich noch nicht mit den Proben in Tel Aviv auseinandergesetzt, das mache ich aber gleich, wenn ich diesen Post geschrieben habe und dann die ganze Nacht durch. Jetzt habe ich ja lange Zeit frei, auch wenn ich für organisatorische Termine und die mündliche Prüfung noch ein paar Mal zur Schule kommen muss. Unterricht habe ich nie mehr.

Bevor ich mich an die ESC-Proben setze, möchte ich diesen Blogeintrag schreiben. Das ist mein Blog, hier kann ich machen was ich möchte, und auch für Posts wie diesen, habe ich diesen Blog geschaffen. Über den ESC zu berichten ist nur ein Hobby von mir. Ich mache es weil es mich glücklich macht. Ich mache es aber auch nur wenn ich Zeit und Lust dazu habe, denn Pflichten gehen im Leben nun mal vor, sonst würde unsere Gesellschaft nicht existieren. Ich bekomme keinen Cent für all die Arbeit, die ich in Eurovision Passion stecke, also zwinge ich mich nicht selber dazu hier zu schreiben wenn ich das nicht möchte, weil mir andere Dinge wichtiger sind und das waren sie heute für mich. Außerdem laufen die Proben ja nicht weg. Es ist alles, was ich für die Berichte brauche, im World Wide Web gespeichert.

Vor drei Jahren habe ich mich ähnlich gefühlt. Damals habe ich die 10. Klasse absolviert und den Realschulabschluss geschrieben. Für die Oberstufe musste ich auf eine andere Schule wechseln, weil meine alte Schule keine Oberstufe hat. Das war auch sehr gut für mich, so konnte ich einen kompletten Neuanfang in meinem Leben starten. Mit dem bisherigen war ich auf sozialer Ebene sehr unzufrieden.

Ich habe also die Schule im Prinzip abgeschlossen. Einen Hauptschulabschluss hatte ich nie erworben, es war also mein erster Schulabschluss. Mit diesem konnte ich jetzt raus in die weite Welt gehen und machen was ich wollte. Ich war nicht mehr gezwungen, mich dem staatlichen System Schule zu unterziehen. Zwar wusste ich schon in der Grundschule, dass ich Abitur machen wollte, aber Oberstufe ist anders, als das was man vorher in der Schule gemacht hat. Außerdem gingen die Wege von mir und meinen Klassenkameraden nun auseinander. Zwei aus meiner Klasse der alten Schule, gingen in die gleiche Oberstufenklasse, wie ich. Zwei weitere gingen immerhin auf die gleiche Schule. Alle anderen sind auf andere Schulen gewechselt, oder haben eine Ausbildung angefangen. Nach meinem letzten Schultag wusste ich, dass ich diese Klasse nie wieder sehen werde, wenn man mal von der Abschlusszeugnisverleihung und dem Abschlussball absieht. Auch wenn ich nicht so wirklich Freunde in der Klasse hatte und gemobbt wurde, gab es doch ein paar Schüler, die ich sehr mochte. Nie habe ich mit denen mehr gemacht, als selten mal ein Gespräch zu führen, trotzdem war dieser Abschied des letzten Schultages sehr schwer für mich. Ich habe diese Leute verloren und wusste ganz genau, dass wir keinen Kontakt halten werden. An dem Tag und den folgenden Tagen, habe ich deshalb viel geweint. Eigentlich wollte ich nicht weg, auch wenn ich sehr froh über die guten Noten in meinem Abschluss und darüber, dass ich jetzt drei Monate Sommerferien hatte, war, und ich mich freute auf der Oberstufe endlich Unterricht auf einem wissenschaftlichen Niveau zu machen.

Heute, an meinem endgültig letzten Schultag, ist das anders. Ich bin nicht wirklich traurig, sodass ich weine. Es ist ein ganz komisches Gefühl, das durch mich geht. Zu meiner Klasse auf der Oberstufe habe ich keine großen sozialen Verbindungen. Ich habe drei Freunde in dieser Klasse, bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass wir nicht lange Kontakt halten werden. Zudem gibt es ganz wenige mit denen ich mich gut verstehe, bei dem Großteil der Klasse bin ich ganz froh, dass ich sie nicht mehr sehen muss.

Außerhalb meiner Klasse gibt es aber viele auf der Schule, die ich sehr mag und die ich nun verliere. Ich habe fast alle Pausen in einem Raum verbracht, in dem ein paar alte Sofas stehen und nur Schüler der Oberstufe rein dürfen. Dort kommen nur Leute hin, die so verrückt sind wie ich. Sonderexemplare des Typus Mensch, die nicht in diese Welt passen. Dort gibt es eine Quote an Heterosexuellen von unter 50%. Wir haben dort so viele tolle Gespräche geführt, die man mit normalen Menschen nicht führen könnte. Jeder mag jeden, je spezieller eine Person ist, desto besser. Das anders sein, sei es weil man ein Nerd, Gothik Fan, ein eigenartiges Genderkonstrukt, linksradikaler Aktivist, K-Pop, oder Anime Fanatiker, Punk, oder einfach nur sehr schüchtern, oder irgendetwas anderes ist, die Leute in diesem Raum sehen jeden als wertvolles Individuum an. Die Zeit, die ich mit diesen Leuten verbracht habe ist so wertvoll und schön! Ich weiß aber auch, dass der Kontakt mit den meisten nun vorbei ist. Ich würde sie gerne alle als Freunde halten, aber ich weiß ganz genau, dass daraus nichts wird. Freundschaften, die sich in der Schule gebildet haben, halten selten danach noch an. Richtige Freundschaften sind das alles auch gar nicht, wir mögen uns einfach nur und haben immer Spaß miteinander. Immer wenn ich in diesen Raum gegangen bin war ich glücklich und habe gelächelt, auch weil ich bis zur Oberstufe immer ganz alleine durchs Leben gegangen bin und den sozialen Kontakt deshalb sehr zu schätzen weiß. Doch das ist jetzt vorbei und das ist ein prägendes Gefühl für mich jetzt gerade. Die letzten Monate habe ich schon oft daran gedacht, dass das alles hier in Kürze vorbei ist, deshalb kommt es nicht überraschend, aber es ist schon irgendwie hart.

Ich sehe meine große Jugendliebe nun im Alltag nicht mehr. Heute habe ich mich innerlich endgültig von ihm verabschiedet. Unsere Beziehung hielt nur zwei Wochen. Ich weiß, das klingt lächerlich, aber für mich war das eine sehr große Sache. Ich habe über ein Jahr gebraucht, um darüber hinweg zu kommen. Ein bisschen Gefühle habe ich immer noch für ihn, auch wenn er mich seitdem komplett ignoriert. Vor einer Woche habe ich ihm einen Brief geschrieben, in dem ich ihm viele Sachen gesagt habe, die ihn ihm noch unbedingt sagen musste, um beruhigt weiterleben zu können. Diese Tage hat er sich mir gegenüber offener Verhalten. Blicke sagen mehr als Worte, das war zwischen uns schon immer so. Auch wenn er versucht hat mich zu ignorieren, konnte er das nicht. Mit den Blicken hat er mir die letzten Tage gesagt, dass er mir nicht mehr so negativ gegenüber steht und dass er sich sehr über den Brief und dessen Inhalt gefreut hat. Auf mein Angebot einer Kontaktaufnahme ist er leider nicht eingegangen. Mir war bewusst, dass er das wahrscheinlich nicht tun wird, aber die Hoffnung war trotzdem groß. Inzwischen wäre es kein Problem für mich, auf einer normalen Freundschaftsebene, als Tröster wenn er traurig ist, was er oft ist, oder auch als seltener Chatkontakt mit ihm zu leben. Im Nachhinein weiß ich, dass es etwas besser gewesen wäre, hätte ich ihm den Brief früher geschrieben. Ich wusste aber nicht wie er reagiert. Wenn er sauer auf mich gewesen wäre, wäre es noch schwieriger für mich gewesen, in diesem Verhältnis mit ihm zu leben. Nun musste ich endgültig Abschied von ihm nehmen, das habe ich schon letzte Woche mit dem Brief getan, ihn nun aber nicht mehr im Alltag zu sehen, ist noch mal etwas anderes. Zu wissen, dass er in Zukunft nicht schlecht über mich denkt, hilft mir sehr. Er ist der großartigste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte, ich hoffe sehr, dass er ein schönes Leben haben wird, denn das hat er verdient.

Ich bin froh, dass ich endlich nicht mehr wie ein Fünftklässler da rumsitzen muss und eine Person, die oftmals kaum älter ist als ich und meine Schwester, oder mein Bruder sein könnte, mir die Welt erklären will. Dafür habe ich mich schon lange zu alt gefühlt. 13 Jahre Schulausbildung bis zum höchsten Schulabschluss, ist schon eine sehr lange Zeit. Nun habe ich das geschafft. Ich habe 13 Jahre durchgehalten und, zu Mindest in den letzten vier Jahren, alles gegeben. Die meisten Erwachsenen sagen "ich wünschte ich hätte mich damals in der Schule mehr angestrengt". Ich weiß ganz genau, dass ich das niemals sagen werde, weil ich alles gegeben habe, was möglich war. Alleine darauf bin ich so stolz! Sich bewusst zu machen, was ich alles für die Schule und gute Noten durchgemacht habe... WOW!

In der Oberstufe war ich einige Male an einem Punkt, dass ich realisiert habe, dass ich die Oberstufe nicht schaffe, nicht weil meine Noten zu schlecht waren, sondern weil ich den Druck, den ich mir auch teilweise selbst gemacht habe, nicht ausgehalten habe. Ich bin mehrmals so sehr zusammengebrochen, dass ich beschlossen habe, mich in ein paar Tagen von der Schule abzumelden. Ich war mir mehrmals sicher, dass ich das auf keinen Fall schaffen werde. Nun sitze ich hier, hatte meinen letzten Schultag, und habe das alles geschafft. Zu realisieren was man da geschafft hat - wie hart das für mich persönlich war. Ich habe irgendwie doch nie aufgegeben und mich dadurch gefressen. Das macht mich als Person für das Leben stark. Nun weiß ich, dass ich durch alles durchkommen kann, egal wie schlimm es ist. Mir ist es inzwischen fast komplett egal, was für Noten bei den Prüfungen herausgekommen sind, für mich zählt nur, dass ich alles gegeben habe, nicht mehr möglich war, ich niemals denken werde, dass ich mich damals mal hätte mehr anstrengen sollen, dass ich das, trotz aller Rückschläge, so gut geschafft habe! Da ist es egal, welche Zahlen am Ende auf dem Papier stehen, das sage ich, obwohl es sehr gute Zahlen sind. Auch wenn das was ich geleistet habe, nur ein 4,0 Abitur wäre, wäre ich darauf genauso stolz!

Ich bin auch super glücklich über all die Sachen, die ich gelernt habe. Alleine nur dafür hat sich das alles gelohnt. Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl, immer wieder zu merken wie gut man gebildet ist. Das hilft einem im Alltag so gut weiter. Außerdem finde ich es total spannend, durch das weiterbilden, immer wieder aufs neue zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

Zu wissen dass ich jetzt (in einigen Wochen) den höchsten Schulabschluss habe, den es in Deutschland zu erwerben gibt, und das auch noch mit so guten Noten, ist etwas, was auch ein Stück weit stolz macht. Von den etwa 160 Schülern in meinem Jahrgang, sind ungefähr 20 im Laufe der Oberstufe vorzeitig ausgestiegen, weil sie es einfach nicht geschafft haben. Wer es von Natur aus überhaupt nicht kann, fünf Stunden lang einen guten Text zu einer einzigen Frage zu schreiben, der hat es auf der Oberstufe unglaublich schwer. Auch wenn das Abitur zu bestehen heutzutage viel zu einfach geworden ist, ist es für die Leute, die für dieses System untalentiert sind, dazu gehöre auch ich, unfassbar schwer, das zu schaffen. Zu sehen, wie aus den Kursen, in denen man ist, immer wieder Leute wegbrechen, von einem Tag auf den anderen die Sitznachbarin die Schule verlassen muss und man selbst bis zum Ende durchhält, ist schon eine tolle Sache. Von den etwa 140 Schülern, die es bis zu den Prüfungen geschafft haben, werden noch einmal ungefähr zehn durchfallen. Bei der Dezimierung von 160 unter den 130 zu sein, und davon dann auch noch unter den besten, da realisiert man, was für eine große Sache man da geschafft hat.

Das alles ist jetzt vorbei. Meine Schulzeit ist nun vorbei. Wahrscheinlich beginnt ich im Herbst mein Studium. Ich habe Angst davor, dass ich dabei den sozialen Anschluss, den ich in den letzten drei Jahren hatte, nicht finden werde. Was viel wichtiger im Leben ist, als irgendwelche Noten, Geld, oder solche Dinge, ist die Interaktion mit anderen Menschen. Das macht glücklich. Was ich in den letzten drei Jahren sicher hatte, wusste, dass ich in der nächsten Pause tolle Gespräche mit Leuten führen kann, die ich mag und die mich mögen, wie ich bin, das habe ich nun nicht mehr und ich weiß nicht ob das wiederkommen wird.

Ich bin so dankbar für jede tolle Person, die ich kenngelernt habe, für alles was ich mit diesen Menschen erlebt habe. Ich kann nur Hoffen, dass ich solche Begegnungen auch in Zukunft noch haben werde. Meine beste Freundin sagte mir, dass es ein komisches Gefühl ist, zum letzten Mal als Schüler durch die Flure einer Schule zu laufen. Seit heute weiß ich wie komisch dieses Gefühl ist. Jetzt folgt eine Ungewissheit, ob ich weiter im Leben glücklich sein werde. Ich bin in den letzten drei Jahren aber auf so vielen Ebenen so stark geworden, dass ich die Kraft habe, wenn ich nicht glücklich bin, alles umzustürzen und zu machen was ich möchte, was mich glücklich macht, ganz egal was andere sagen. Ich lasse mir von niemandem erzählen was für mich das Beste ist. weiß was mir gut tut und was nicht. Ich weiß worauf es für mich ankommt. Ich bin stark! Ich genieße jede schöne Sekunde meines und werde immer glücklich über mein Leben sein!

Mittwoch, 8. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 4: Gewinner und Verlierer

Wir schauen bei der Tageszusammenfassung zunächst wieder auf das Ergebnis der Press Poll:

1. Aserbaidschan 82
2. Russland 65
3. Nordmazedonien 64
4. Niederlande 45
5. Malta 28
6. Albanien 10
6. Norwegen 10
8. Kroatien 6
9. Litauen 5

Litauen und Kroatien sind die Verlierer des Tages. Albanien und Norwegen waren auch beide enttäuschend, haben aber auch beide angekündigt, dass sie am Staging noch viel ändern werden. Malta konnte bei den Journalisten im Pressezentrum dann doch weniger punkten, als ich dachte, doch auch diese Delegation hat noch nicht alle Überraschungen ausgepackt, die sie im Petto hat.

Die Niederlande kann schon als Gewinner gezählt werden. Beim Top Favoriten sind immer viele enttäuscht, ganz egal was der macht. Ich finde es beeindruckend, wie sehr Nordmazedonien beeindruckt hat. Das muss ja wirklich an Tamaras Ausstrahlung bei der Probe gelegen haben. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass es für Nordmazedonien das beste Ergebnis aller Zeiten geben könnte. Russland hat mit seiner teuren Produktion natürlich viele Anhänger. Wer aber so richtig Boden gutgemacht hat, ist Aserbaidschan. Ein klarer Sieg in der Press Poll und nicht nur die sieht die Siegeschancen von Aserbaidschan nun extrem erhöht. Ich bin wahnsinnig gespannt zu sehen, was bei diesem Staging alles passiert und wie das im Fernsehen ausschaut!

Mein Verlierer des Tages ist Litauen. Sie hätten auf der ESC-Bühne zu diesem Song so viel tolles machen können, haben von den vielen Möglichkeiten aber nichts genutzt. Ich bin enttäuscht.

Mein Platz 3 des Probentages ist Aserbaidschan. Alleine schon das Kostüm... Wenn das Staging wirklich so gut ist, wie alle sagen, wäre es vielleicht auch mein Tagessieger, aber ich habe es ja nicht gesehen und kann es deshalb auch nicht einschätzen.

Den 2. Platz gebe ich an Malta. Die Spritzigkeit dieses Stagings ist der absolute Wahnsinn! Anfangs mochte ich den Song gar nicht. Nach kurzer Zeit habe ich ihn mir schön gehört. Mit diesem Staging ist es ein richtig guter ESC-Beitrag.

Mein Tagessieg geht an die Niederlande. Nicht weil es auch mein persönlicher Gesamtsieger ist, sondern weil die Niederlande von allen heutigen Proben am stärksten bei mir hinzugewonnen hat. Das Staging ist besser als ich es mir im Idealfall erhofft habe. Dennoch freue ich mich nicht zu früh. Ich wäre auch glücklich damit wenn mein persönlicher Sieger am Ende 5. wird - oder 10.. Das ist immer noch 20 - 30 Plätze besser als meistens.

Morgen, am Mittwoch, finden, aufgrund des wichtigen Gedenktages in Israel, keine Proben statt. Ein bisschen schreiben werde ich hier trotzdem. Am Donnerstag ist einerseits der letzte Schultag meines Lebens, andererseits beginnt dann die Runde zwei der Proben. Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 4:


Dienstag, 7. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 3:Gewinner und Verlierer

Heute war ein unglaublich starker Probentag in Tel Aviv! Es gab fast nur Gewinner. Dabei war der stärkste Probentag erst für morgen prognostiziert! Beide Tage, Heute und Morgen, sind im zweiten Halbfinale und nur zehn davon kommen ins Finale! Dieser Tag war deshalb so stark, weil fast alle Außenseiter stark überrascht haben. Schauen wir auf das Ergebnis der Press Poll von Tag 3:

1. Schweiz 106
2. Schweden 104
3. Österreich 44
4. Dänemark 20
5. Armenien 14
5. Irland 14
7. Rumänien 6
8. Moldawien 5
9. Lettland 2

Die Ergebnisse der Press Poll stimmen überhaupt nicht mit den Eindrücken überein, die ich aus dem Pressezentrum gewonnen habe. Die Schweiz hat volle Kanne überzeugt, klar, was ich nicht verstehe, ist wie Schweden sich an so einen starken Tag an die Spitze setzen kann. Sie haben den Auftritt nur heller gemacht, das ist alles. Das wurde vorher sogar angekündigt. Warum sind dann so viele so beeindruckt davon? Zugegeben, der Effekt ist schon echt enorm, aber andere Länder haben uns heute etwas völlig neues geliefert, das auch beeindruckt hat.

Österreich platziert sich auf der 3. Auch das ist eine  Überraschung für mich. Genau so etwas war doch als Staging zu erwarten. Außerdem scheinen mir die meisten vor allem enttäuscht von dem schwarz-weiß-Effekt. Vielleicht war es ihr Gesang, der so viele dazu gebracht hat den Beitrag viel mehr zu mögen, denn der klingt im kurzen Video der EBU hillarious gut!

Dänemark, Armenien und Irland gehen in die Mitte. Bei Irland kann ich das überhaupt nicht verstehen. Was sehen die Leute in diesem Staging, das ich nicht sehe? Noch viel überraschter bin ich über das schlechte Abschneiden von Rumänien und Moldawien! Rumänien hat das auf die Bühne gebracht, was alle im Vorentscheid kritisiert und sich gewünscht haben. Der Song ist auf der Bühne perfekt umgesetzt. Es ist die einzige Probe heute, bei der ich keine einzige Kritik finden konnte. Pure Begeisterung und dann nur sechs Stimmen in der Press Poll?

Moldawien tut genau das, was vor acht Jahren zum vierten Platz beim ESC geführt hat. Heute Morgen hat niemand das Wort Moldawien in den Mund genommen, jetzt reden alle darüber. Liegt es an der sehr harten Konkurrenz heute, dass es nur fünf Stimmen dafür in der Press Poll gab? Es ist die einzige Erklärung für mich. Das miserable Abschneiden von Lettland kann ich verstehen. Bei der Klasse, die wir heute erleben durften, geht das ein bisschen unter. Auch wenn dieses Staging ein Gewinner ist, sieht niemand darin einen so großen Fortschritt, wie bei anderen Ländern von Heute.

Für mich gibt es heute nur einen Verlierer, deshalb fällt mir die Entscheidung überhaupt nicht schwer, Irland als Verlierer zu benennen. Es gibt keinerlei Freude auf der Bühne, Die Kostüme und alles drumherum könnte bei dem gewählten Thema so viel besser aussehen, die Choreographie ist so ziemlich das langweiligste, was man auf der ESC-Bühne sehen kann. Dieses Staging ist eine einzige Enttäuschung, so wie der gesamte irische Beitrag in diesem Jahr.

Mein Platz 3 geht heute an Moldawien. Ich bin beeindruckt wie Moldawien jedes Jahr etwas macht, womit keiner gerechnet hat, und sich damit wieder ins Spiel bringt. Meiner Meinung nach ist es nicht so schlimm, dass sie die Ukraine 2011 kopieren. Sie setzen es ja ganz anders um. Das Gesamtstaging ist komplett anders aufgebaut und designt. Es ist etwas eigenes. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mein zehnjähriges Ich von der Sandmalerei völlig begeistert war und ich finde das, was man davon heute sehen konnte, auch richtig schön. Außerdem gehöre ich zu dieser kleinen Minderheit an, die den Song an sich richtig gut finden. Moldawien hat das beste was sie tun konnten - nein, etwas noch besseres als möglich war - getan. Dafür gibt es an diesem starken Tag Platz 3 der größten Gewinner von mir.

Mein Platz 2 geht an die Schweiz. Ganz im Gegenteil zu "Fuego", letztes Jahr, finde ich dieses Staging großartig! Es ist aufregend, sexy, hat tolle Kostüme, eine richtig gute Choreographie. Die Schweiz hat mit ihrer heutigen Probe die Chancen auf den Gesamtsieg noch weiter erhöht.

Meinen Tagessieg vergebe ich an Rumänien. Es ist ein in sich abgeschlossenes Kunstwerk in Perfektion. Das ist Entertainment pur! Genau das wollen wir beim ESC sehen. Es ist nicht einfach nur ein Musikwettbewerb, es ist ein Fernsehspektakel, das hat Rumänien verstanden und setzt es auf eine grandiose Art und Weise um!

Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf, von diesem extrem starken Probentag, mit vielen total unerwarteten Überraschungen von Ländern, die nicht so hoch im Kurs stehen:


Montag, 6. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 2: Gewinner und Verlierer

Heute gab es einige Länder, die uns mit ihren Stagings beeindruckt haben. Schauen wir aber zunächst auf das Ergebnis der Press Poll:

1. Australien 77
2. Griechenland 55
2. Island 55
4. San Marino 38
5. Georgien 30
6. Belgien 24
7. Portugal 20
8. Estland 16

Estland hat zwar den letzten Platz belegt, 16 Stimmen ist aber kein Ergebnis über das man verzweifeln muss. Auch Portugal war mit seinem neuen Outlay enttäuschend. Bei Belgien bin ich sehr überrascht über das schwache Abschneiden in der Press Poll. Der Song gewinnt durch dieses Staging meiner Meinung nach viel mehr an Form, auch die Reaktionen, die ich aus dem Pressezentrum entnehmen konnte, klangen doch eigentlich sehr positiv.

Für einen so großen Außenseiter ist der 5. Platz ein bemerkenswerter Erfolg. Das Staging von Georgien scheint ziemlich vielen Leuten richtig gut zu gefallen. Insbesondere die Berge auf dem LED-Screen sind am Ende des Tages, bei den Journalisten, im Kopf geblieben. Durch sie werde die Message des Songs großartig transportiert, was im Vorentscheid gänzlich fehlte. Meistens war die Reaktion auf den georgischen Song, dass er zwar passioniert singt, und es wohl ein ernstes Thema sei, aber von diesen Gefühlen, auch weil man überhaupt nicht versteht, worum es eigentlich geht, bei einem selbst nichts ankommt. Das ist mit diesem Staging nun anders.

Serhat hat durch sein Charisma 38 Journalisten dazu gebracht, ihre Stimme für San Marino in den Topf zu schmeißen. Viele sehen San Marino aber auch als Verlierer des Tages an, weil von der Stimmung, die der Song einem bringen soll, auf der Bühne nichts zu sehen ist. Die Verbesserungen in der Performance von Island scheinen sehr große Wirkung gehabt zu haben. Der 2. Platz von Griechenland dürfte keine Überraschung sein. Es gibt kaum jemanden, der von diesem Staging nicht begeistert ist. Australien hat zwar nicht viel geändert, es waren laut der Mehrheitsmeinung aber die entscheidenden Elemente, um die Performance nicht leicht lächerlich, sondern eindrucksvoll und edel wirken zu lassen.

Mein Verlierer des Tages ist für mich ganz klar San Marino. Das Bisschen was man an diesem Beitrag als gut bezeichnen konnte, wurde ihm durch dieses blasse und einfarbige Staging, bei dem nichts auf der Bühne passiert, gänzlich genommen.

Mein Platz 3 geht heute an Island. Anfangs fand ich den Song von Hatari schrecklich. Das Staging ist gut, aber der Song... Nachdem ich ihn oft gehört habe, mochte ich ihn irgendwann. Ich finde das gesamte Auftreten Hataris drumherum auch richtig toll. Das zaubert mir immer ein "die sind einfach geil"-Lächeln ins Gesicht. Zugegeben, macht das Staging von Hatari immer stärker auch etwas auf erotischer Ebene mit mir. Die Jungs haben es echt drauf. Heute ist der Beitrag bei mir wieder ganz stark gewachsen.

Auf Platz 2 setze ich Belgien. Ich liebe einfach den Style des Stagings. Die Idee dass Eliot die Energie hinter ihm, auf dem LED-Screen bändigt und dadurch sogar die Bewegungen der Tänzer mitsteuert, ist großartig. Er selbst war mit seinem Gesang unzufrieden und wird daran noch arbeiten, doch gerade der, lässt den Song in meinen Ohren noch viel besser erklingen, als in der Studioversion. Auf keinen Fall vergessen darf man, dass Eliot einer der süßesten Sänger ist, die jemals beim ESC angetreten sind. Mit ihm wäre ich gerne befreundet.

Mein persönlicher Tagessieger ist Griechenland. Jedes noch so kleine Detail dieses Stagings ist genial! Es sieht alles zusammen stimmig und wunderschön aus. Anders als die wenigen Kritiker, finde ich es nicht überladen, sondern geradezu lebhaft. Dieses Staging ist ein lebendes Kunstwerk. Ich bin noch am überlegen, ob ich, den von mir äußerst seltenen Begriff, des Meisterwerkes verwende.

In diesem Video siehst du noch einmal alle Proben des Tages in einem Schnelldurchlauf zusammengefasst:


Sonntag, 5. Mai 2019

Tel Aviv 2019 Tag 1: Gewinner und Verlierer

Es gibt noch die Tageszusammenfassung von gestern nachzureichen. Der erste Tag des 64. Eurovision Song Contests fiel meiner Meinung nach etwas ernüchternd aus. Die Meinungen über Tagessieger und -Verlierer gehen weit auseinander. Eine klare Haltung gibt es nur dazu dass Montenegro ein sehr schwaches Staging hat. Das sieht man auch an der Press Poll, dort hat Montenegro keine einzige Stimme erhalten.

Bei der Press Poll können jeden Tag die Journalisten im Pressezentrum eine Stimme für ihre persönliche beste Probe des Tages abgeben. Dabei soll man nicht für den besten Song, sondern für den Beitrag Voten, der durch diese Probe bei einem persönlich am meisten Boden gutgemacht hat. Diese "Press Poll" ist ein guter Anhaltspunkt, um zu schauen, wie sich der Favoritenstatus der Länder an dem jeweiligen Tag verändert hat. Das Ergebnis der Press Poll von Tag 1:

1. Zypern 72
2. Serbien 67
3. Tschechien 58
4. Ungarn 53
5. Weißrussland 28
6. Slowenien 19
7. Polen 16
8. Finnland 2
9. Montenegro 0

Neben Montenegro ist Finnland offensichtlich auch nicht gut angekommen. Die meisten scheinen das verherige Konzept mit dem Würfel wohl mehr gemocht zu haben. Weißrussland, Slowenien und Polen waren in Ordnung. Für mehr Begeisterung konnten Serbien, Tschechien und Ungarn sorgen. Zypern hat die Poll vor allem mangels starker Konkurrenz gewonnen. Tag 1 dürfte der schwächste Probentag der Saison sein. Für die nächsten Tage sind die großen Knaller zu erwarten.

Der Verlierer des Tages müsste bei mir eigentlich Montenegro sein. Leider habe ich aber schon ein solches Staging erwartet, weshalb ich nicht allzu sehr enttäuscht bin. Es fällt mir schwer mich zwischen Ungarn und Weißrussland als Tagesverlierer zu entscheiden. Das Staging von Weißrussland ist scheußlich, das von Ungarn hat mich einfach nur enttäuscht :( An die Performance von vor zwei Jahren kommt Joci bei Weitem nicht heran. Dieses Staging trägt den Song nicht so, wie es sein sollte. Das ist schade.

Mein Platz 3 des Tages ist Tschechien. Hier wurde alles richtig gemacht was hätte richtig gemacht werden können. Nur die Instagram Masche stört mich sehr.

Platz 2 geht für mich heute an Slowenien. Ich bin sehr überrascht, wie groß die Atmosphäre dieses Songs noch verstärkt werden konnte.

Mein Tagessieg geht an Polen mit den wunderschönen Kostümen. Auch dass Tulia sich auf der Bühne nicht zu viel bewegt, aber trotzdem immer etwas passiert, ist perfekt geworden. An einem stärkeren Probentag wäre das aber weit von einem Tagessieg entfernt.

So beschließe ich Tag 1 und fahre fort mit dem Überblick über Tag 2. Hier gibt es noch einen Schnelldurchlauf von Tag 1:


Sonntag, 25. November 2018

JESC 2018 - Favoriten und Außenseiter

Wer hat die besten Chancen darauf als Gewinner der Show gekürt zu werden und für wen gilt das Motto "Dabei sein ist alles"? Ich fange den Post mit dem größten Fan Voting (von My Eurovision Scoreboard) an. Die Punktewerte sind der Stand genau eine Stunde vor der Show.

1. Kasachstan 4.531
2. Frankreich 4.010
3. Ukraine 3.861
4. Nordmazedonien 2.723
5. Australien 2.512
6. Georgien 2.469
7. Polen 2.247
8. Albanien 1.971
9. Armenien 1.660
10. Russland 1.529
11. Niederlande 1.278
12. Weißrussland 1.238
13. Wales 1.064
14. Malta 1.001
15. Irland 904
16. Israel 791
17. Portugal 725
18. Aserbaidschan 590
19. Italien 479
20. Serbien 311

Serbien, Aserbaidschan, Portugal, Israel und Irland sind als die größten Außenseiter zu zählen. Wahrscheinlich wird einer von ihnen am Ende auf dem letzten Platz landen. Auch wenn Irland das Land ist das am häufigsten auf dem letzten Platz von persönlichen Ranglisten zu finden ist, glaube ich dass es nicht Letzter werden wird und viele mit seiner Platzierung überraschen wird. Italien, Malta, Wales und die Niederlande werden nach meiner Einschätzung von der Jury deutlich mehr Punkte bekommen als vom Onlinevoting. Entsprechend sehe ich sie irgendwo im Mittelfeld.

Weißrussland geht mit dem typischen Gastgeberstatus ins Rennen. Man ist dabei und wird einige Punkte kassieren, mehr dann aber auch nicht. Russland hat dieses Jahr zwar einen schwachen Beitrag, aber es ist Russland. Obwohl Russland in fast jeder Rangliste unter den letzten fünf Platzierungen zu finden ist, liegt es im Fan Voting auf Platz #10. Es wird wie immer ganz viele Punkte für Russland geben, einfach nur weil es Russland ist. Über eine Platzierung im Mittelfeld wird es dennoch nicht hinaus kommen.

Armenien, Albanien, Georgien und Australien sind zum erweiterten Favoritenfeld zu zählen. Vermutlich wird einer dieser vier Nationen im Voting mit um den Sieg kämpfen. Wer? Überraschung

Frankreich liegt im Fan Voting zwar auf Platz #2, im Allgemeinen werden dessen Chancen aber nicht als so hoch angesehen. Zu Frankreich möchte ich das gleiche sagen wie zu Australien; meistens schneidet das Land im Fan Voting deutlich besser ab als im offiziellen Ergebnis - meistens.

Kasachstan, Polen, die Ukraine und Mazedonien sind als die großen Favoriten zu zählen - und zwar in dieser Reihenfolge. Bei Mazedonien ist es im Vorfeld schwer einzuschätzen wie die Jury den Beitrag bewerten wird. Wenn es das Juryvoting gewinnt halte ich alles für möglich. Die Ukraine wird bei beiden Votings massenhaft Punkte einsammeln, auch wenn es eventuell weder Jury- noch Onlinevoting gewinnt, kann es insgesamt für den Sieg reichen. Es wäre nicht dass erste Mal dass das bei der Ukraine passiert...

Polen liegt im Fan Voting zwar nur auf Platz #7, nach YouTube Statistiken ist es aber der ganz klare Gewinner. Wir werden sehen was passiert. Kasachstan folgt bei YouTube Klicks (weit hinter Polen) auf Platz #2 und ist klarer Sieger des Fan Votings. Ich vermute dass diese beiden Länder die Krönung des Gewinners untereinander ausmachen werden. Aber das sind alles nur Vermutungen, Mutmaßungen, Überlegungen, wir alle wissen wie überraschend ESC-Votings sind. Erst recht wenn man das Votingsystem betrachtet.

Ich gebe nicht viel auf das Ergebnis. Für mich sind die Auftritte an sich die Highlights der Show und das Voting noch ein netter Nachschub. Jedes Jahr gibt es ein anderes Votingsystem. Mal gibt es nur Televoting, dann nur Juryvoting, dann beides gemischt, mal gibt es nur Erwachsenen Jurys, dann nur Kinderjurys, mal gemischte Jurys, mal getrennte Erwachsenen- und Kinderjurys, mal sind die Kinderjurys gleichwertig, mal zählt die Kinderjury nur so viel wie ein weiteres teilnehmendes Land. Mal gibt es Online Voting, mal nicht.

 Das Online Voting an sich ist das schlimmste daran. Manche haben herausgefunden wie man 100 mal pro Stunde abstimmen kann und nutzen das voll aus, andere geben einmalig drei Stimmen ab. Wieder andere hacken womöglich das Voting und lassen einen Computer dauerhaft abstimmen. Was ebenfalls schlecht geregelt ist, ist dass man für sein eigenes Land abstimmen darf. Das führt dazu dass viele für ihr eigenes Land und die größten Außenseiter abstimmen, also auch dazu auffordern, dass andere nicht für die guten Beiträge, sondern für die schlechten und ihr eigenes Land abstimmen sollen, damit ihr Land gewinnt. Wo ist da noch der faire Wettbewerb? Stelle dir mal vor es würde dieses Online Voting auf beim großen ESC geben und es würde die Hälfte des Ergebnisses ausmachen. Ich glaube kaum dass die Fangemeinde das gut finden würde.

Angesichts dieser ganzen Missstände ist das Ergebnis entsprechend wenig wert. Ich sehe es nur als tendenzielles Ergebnis an, doch für die Kinder die Monate lang sich auf diesen einen Auftritt vorbereitet haben ist dieses Votingsystem einfach unfair. Wenn der JESC keine Gegner mehr haben möchte muss er aufhören das Voting jedes Jahr zu ändern und ein vernünftiges und faires Voting auf die Beine stellen. So schwer kann das nicht sein, beim ESC klappt das im Großformat schließlich auch. Ich weiß dass der JESC oft als Experiment für den ESC genutzt wird, aber das Onlinevoting ist nun mal ein Experiment das misslungen ist. Schafft es also bitte ab!

Wenn du mit dem Ergebnis unzufrieden bist, ärgere dich bitte nicht zu sehr und erinnere dich daran wie wenig aussagekräftig das Ergebnis eigentlich ist.