Samstag, 17. Juni 2017

Wer darf am ESC teilnehmen? What is Eurovision? - Love Love Peace Peace Teil 1/4

Wie mehrfach angekündigt, werde ich in der ersten "Eurovision Post Depression" auf diesem Blog in Detail genaustens erklären was der Eurovision Song Contest ist und wie alles funktioniert, damit jeder die Berichterstattung versteht und sich daran erfreuen kann. Du wirst merken dass alles einen viel größeren Umfang hat, als du denkst. Vielleicht entdeckst du dabei ja auch deine Passion zu diesem wundervollen Fest.

Im ersten von 4 Teilen erkläre ich wie der ESC entstanden ist, wer die Entscheidungen über Regelwerk und Ähnliches trifft und wer teilnehmen darf. Dass Länder wie Israel, Georgien und Australien dabei sind, hat keinerlei politische Gründe. Überhaupt hat Politik mit dem Eurovision Song Contest wenig bis gar nichts zu tun, aber eins nach dem anderen.

Wir schreiben den 12. Februar 1950 in Torquay, England. 23 Rundfunkanstalten schließen sich zur "European Braodcasting Union" zusammen, kurz EBU. Das Ziel dieser "Europäischen Rundfunkunion" war es den Nachrichtenaustausch in Europa zu vereinfachen und technische Entwicklungen zu fördern. Außerdem wollte man eine Stadardisierung der technischen Mittel herstellen. Heute ist ebenfalls das Vergeben von Übertragungsrechten v.a. bei Sportveranstaltungen in der Hand der EBU. Wer Olympische Spiele, Fußball-WM und co. zeigen darf und wer nicht, wird am "Runden Tisch" in Genf entschieden, wo der Sitz der EBU ist.

Logo der EBU

Drei Jahre später gab es weltweit die erste internationale Livesendung; die Krönung von Elisabeth II., nur ermöglicht durch die EBU. 1956 wollte die EBU, die unter ständigem Mitgliederzuwachs stand, eine Sendung produzieren, die den Frieden in Europa fördern sollte. Wichtigstes Kriterium dieser Sendung war, dass sie vollkommen unpolitisch sein soll. Außerdem war es wichtig, dass Länder sich repräsentieren sollten, mit denen die Zuschauer der Sendung sich identifizieren können. Wie bei den Olympischen Spielen sollte es einen friedlichen Wettkampf geben, der zeigen soll, dass man sich auch gänzlich ohne Krieg miteinander messen und feiern kann. Die Vielfalt Europas sollte in glänzendem Licht präsentiert werden.

Man entwickelte den Grand Prix de la Chanson, der später in den Eurovision Song Contest umbenannt wurde. Der Name setzt sich übrigens aus den Wörtern "Europe" - Europa und "Television" - Fernsehen zusammen. Es war ein riesiger Erfolg. Keiner hätte ahnen können welche Beliebtheit und Bedeutung dieser Wettstreit des Friedens bekommen konnte.

Hauptaufgabe der EBU ist immernoch der Nachrichtenaustausch und die Förderung der technischen Entwicklung bezüglich des Rundfunks. Ohne die EBU würden Tagesschau und die Qualität des Fernsehens auf der ganzen Welt heute völlig anders sein. Es ist eine der wichtigsten Organisationen der Welt, aber dennoch unbekannt, da sie im Hintergrund arbeitet und ihre Erfolge als Gewinn der Allgemeinheit angesehen werden. Wir schauen uns nun aber den dritten großen Bereich der EBU an - den Eurovision Song Contest.

Mit diesem Bild fing alles an

Bei der ersten Ausgabe von 1956 gab es nur 7 Teilnehmerländer. Kaum vorstellbar, wenn man den Wettbewerb schon mit 43 Ländern erlebt hat. Doch wer durfte damals teilnehmen und warum? Die EBU hat beschlossen, dass aus jedem Land eine Rundfunkanstalt, die Mitglied in der EBU ist, teilnehmen darf. Deutschland wurde 1952 Mitglied der EBU. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, kurz ARD, trat der Union mit BR, hr, MDR, NDR, RB, rbb, SR, SWR, WDR, DW und DLR bei. Heute ist der NDR für den ESC zuständig. 1953 folgte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), welches bis heute keine Befugnis zum ESC hat. Es kann nicht jeder Fernsehsender einfach so Mitglied werden. Nicht nur dass eine Mitgliedsschaft dauerhaft laufende Kosten beinhaltet, die nur schwer zu bewältigen sind, eine Rundfunkanstalt muss auch alle harten Kriterien erfüllen, die die EBU vorsieht. Genau hier kommen wir zum Knackpunkt dessen, warum Aserbaidschan beim ESC ist, aber Liechtenstein nicht teilnehmen darf.

Einer der Grundvorraussetzungen für die Mitgliedsschaft, ist es innerhalb der europäischen Grenzen zu liegen. Diese hat die EBU bei der Gründung 1950 nach ganz eigenen Maßstäben festgelegt. Im Norden zählt das Europäische Nordmeer als Grenze, im Westen der Altlantische Ozean. Soweit so gut. Im Osten sind die Grenzen Europas umstritten. Alleine schon das Gebirge Ural als geographische Grenze zu zählen, macht eine genaue Linie zu ziehen unmöglich. Man hat sich darauf geeinigt 40° östliche Länge als Grenze zu nehmen. Der Ural verläuft bei etwa 50-60° östlicher Länge. Im Westen geht die geographische Grenze zwischen den türkischen und griechischen Inseln bis zu etwa 25° östlicher Länge. Die südliche Grenze der EBU muss man weiter erläutern.

1950, als die Grenzen festgelegt wurden, waren Algerien, Marokko und Tunesien noch Kolonien Frankreichs und gehörten somit zum Staatsgebiet der wichtigen EBU-Nation. Die Rundfunkanstalten ENTV, ENRS und TDA aus Algerien, sowie SNRT aus Marokko, gehören zu den Gründungsanstalten der EBU, somit war man bei der Entstehung doppelt gezwungen die südliche Grenze südlich genung zu legen. Man entschied sich für 30° nördliche Breite.

ehemaliges Staatsgebiet Frankreichs

Somit liegen Marokko und Tunesien, die zwei Monate vor dem ersten ESC unabhängig wurden, Algerien, das 1962 unabhängig wurde, Ägypten und Libyen innerhalb der EBU-Grenzen und sind Vollmitglieder, obwohl es sich eigentlich um afrikanische Staaten handelt. Sie alle sind beim ESC somit startberechtigt. Lediglich Marokko nahm dieses Angebot an. Mehr dazu gibt es in einem extra Post zu Marokko.

Asiatische Länder, die innerhalb der Grenzen liegen und nicht immer eindeutig zu Europa gezählt werden, sind Georgien, Jordanien, Libanon, Russland, die Türkei und Zypern. Jordanien hat nicht das Interesse dazu am ESC teilzunehmen. Libanon möchte eigentlich teilnehmen, im Grundgesetz des Landes ist es jedoch fest verankert, dass sie die Existenz von Israel nicht beachten. Somit möchten sie nicht an einem Wettbewerb teilnehmen, in dem auch Israel vertreten ist. Dazu gab es 2015 auf einer Pressekonferenz der israelischen Delegation in Wien eine herzerwärmende Szenerie mit einem libanesischen ESC-Fan und dem israelischen Sänger Nadav Guedj. Es endete damit, dass die beiden sich, mit ihren Nationalflaggen, weinend in den Armen lagen. Mehr Symbolik für Frieden gibt es kaum. Georgien, Russland, die Türkei und Zypern sind bzw. waren beim ESC dabei.

Palästina liegt ebenfalls innerhalb der Grenzen. Die Rundfunkanstalt PBC erfüllt jedoch nicht alle EBU-Normen. Früher war es assoziiertes Mitglied. Bis heute führt PBC eine der sechs Dauerbewerbungen, in die EBU als Vollmitglied aufgenommen zu werden. Ein weiteres asiatisches Land innerhalb der Grenzen ist Syrien. Sie sind mit der ORTAS als assoziiertes Mitglied in der EBU vertreten. Der Sender hat kein Interesse an einer Vollmitgliedsschaft. Auch der Irak und Saudi-Arabien liegen innerhalb der Grenzen. In beiden Nationen hat keine Rundfunkanstalt Interesse an der EBU. Israel hatte seit 1957 bis zum Finaltag des ESCs 2017, mit der IBA eine Vollmitgliedsschaft in der EBU. Der Sender wurde eingestellt. Als "Ersatz" gibt es Beitrittsverhandlungen von IPBC, das momentan nicht alle vorrausgesetzten Kriterien erfüllt. Kasachstan liegt zwar teilweise innerhalb der geographischen Grenzen Europas, allerdings außerhalb der EBU-Grenzen. Die Manschen im Land lieben den ESC und es gibt große Bemühungen am ESC teilnehmen zu dürfen. Ein kasachischer Beitrag in naher Zukunft gilt als durchaus möglich. Somit sind der Irak, Israel, Kasachstan, Palästina, Saudi-Arabien und Syrien, trotz ihrer geographischen Lage, beim ESC nicht teilnahmeberechtigt. (Stand Juni 2017)

Ihm haben Armenien und Aserbaidschan den ESC zu verdanken - der Europarat

Armenien und Aserbaidschan liegen jenseits des 40. östlichen Längengrades, sind aber trotzdem Vollmitglieder der EBU. Armenien ist mit AMPTV seit 2005 dabei. Aserbaidschan mit iCTI bzw. iTV seit 2007. 2001 wurden sie Mitglieder des Europarates und bekamen somit eine große politische Bedeutung für Europa. Da der Nachrichtenaustausch das Wichtigste in der EBU ist, gibt es eine Sonderregelung; wenn ein Land außerhalb der EBU-Grenzen Liegt, jedoch Mitglied im Europarat ist, kann es auch Mitglied der EBU werden. Dies ist für einen qualitativ hochwertigen Nachrichtenaustausch von elemantarer Bedeutung und schon fast notwendige Pflicht geworden. Eine Vollmitgliedsschaft bedeutet eine Teilnahmeberechtigung am Eurovision Song Contest. Somit sind auch Armenien und Aserbaidschan startberechtigt.

Wir verlassen die europäisch-asiatischen Grenzen und gehen nach Mitteleuropa. Genauer gesagt ins kleine Liechtenstein. Auch dieser Staat hat eine Rundfunkanstalt, die am ESC teilnehmen möchte. Sie erfüllt sogar alle vorgegebenen Auflagen der EBU und kann eine Teilnahme durchaus finanzieren. Das Problem liegt hier darin, dass 1FLTV die dauerhaft laufenden Kosten einer EBU-Vollmitgliedsschaft nicht bezahlen kann. Eben diese ist notwendig, um beim ESC dabei sein zu dürfen. Liechtenstein gilt damit als nicht startberechtigt. Der Vatikanstadt ist mit CTV und RV Gründungsmitglied der EBU, wobei CTV die Mitgliedsschaft 2012 gekündigt hat. Am Ende ist es immer die zuständige Rundfunkanstalt jeder Nation, die jährlich darüber entscheidet, ob das Land einen Beitrag zum ESC beisteuert. RV hat sich immer dagegen entschieden, somit war der Vatikanstadt nie beim ESC vertreten.

Das umstrittene Land Kosovo hat mit RTK seit 2008 eine Rundfunkanstalt, die sich sehr um eine EBU-Vollmitgliedsschaft bemüht, insbesondere die Teilnahme am ESC steht als großes Ziel dar. Serbien sieht den Kosovo als Region des eigenen Landes an. Deswegen legt der serbische EBU-Sender RTS bei jeder erneuten Beitrittsverhandlung sein Vetorecht ein und verhindert den EBU-Eintritt von RTK und gleichzeitig die Teilnahme am ESC. Unterm Strich ist die EBU somit eine der wenigen internationalen Organisationen, die Kosovo nicht als eigenständigen Staat ansehen, obwohl fast alle Mitglieder ebendies tun.

Australien - ein Land in Europa?

Fehlt nur noch Australien... Selbstverständlich liegt dies außerhalb der europäischen EBU-Grenzen und ist auch kein Mitglied im Europarat. Neben einer Vollmitgliedsschaft kann man auch Assoziiertes Mitglied der EBU werden. Mit diesem Status bezahlt man deutlich weniger Beitragsgelder, hat aber auch nur stark eingeschränkte Berechtigungen, zum Beispiel fehlt die Erlaubnis für eine ESC-Teilnahme. 34 Rundfunkanstalten aus 22 verschiedenen Ländern, aus der ganzen Welt, sind Assoziierte Mitglieder der EBU. Darunter auch ABC, Free und SBS aus Australien. SBS überträgt seit den 70er Jahren den Eurovision Song Contest. Die Australier sind so verrückt nach dem ESC, wie kaum ein anderes Land. Mitten in der Nacht stehen sie alle auf, um sich einen Musikwettbewerb in Europa anzuschauen - seit Jahrzehnten. SBS würde fast alles dafür tun, um am ESC teilnehmen zu dürfen.

2015, lange Zeit nach Fertigstellung der endgültigen Teilnehmerliste, verkündet die EBU, dass SBS unter australischer Flagge einmalig einen Beitrag für den ESC entsenden darf. Als Hauptgrund dafür wurde der Anlass des 60. Jubiläums genannt. Völlig überraschend folgte 2016 eine erneute Einladung, unter der Bedingung die eigenen hohen Teilnahmegebühren und die von drei weiteren Ländern zu bezahlen. Ohne Australien hätten diese nicht teilnehmen können. Man hätte damit nach 2009 und 2011 eigentlich zum dritten Mal die Rekordteilnehmerzahl von 43 erreicht, wenn Rumänien nicht kurzfristig disqualifiziert worden wäre. SBS nahm das Angebot selbstverständlich an und war auch 2016 dabei. Seit 2017 entscheidet die EBU Jahr für Jahr, ob Australien teilnehmen darf. Hauptfaktor, von dem dies abhängt, sind die Ergebnisse, die Australien beim ESC erzielt. Es gibt Bemühungen und Verhandlungen um einen dauerhaften Startplatz für Australien.

Love Love Peace Peace - Motto vom ESC?

Der Eurovision Song Contest ist schon längst kein rein europäischer Wettbewerb mehr. Auf der ganzen Welt wird er im Fernsehen ausgestrahlt und gesehen. Überall gibt es zahlreiche ESC-Fans. Die EBU sollte ihre Pforten weiter lockern und Ländern, wie Kasachstan, China und co., die liebendgern beim ESC dabei wären eine Chance geben. Der ESC ist dazu da um Vielfalt zu zelebrieren und den Frieden zu fördern, nicht um andere auszuschließen und kriegerische Teilnahmeverhandlungen zu führen. Der Name dieser Post-Reihe stammt aus zwei Intervalacts vom ESC 2016. What is Eurovision? - Love Love Peace Peace, also lasst uns dies auch leben. Nun regst du dich vielleicht nicht mehr über Teilnahmen von nicht europäischen Ländern auf und feierst einfach mit, ganz im Sinne von "Love Love Peace Peace".

Im zweiten Teil werfen wir einen Blick in das Regelwerk und schauen uns an, ob der ESC wirklich so viel kostet, wie es Kritiker behaupten.

Freitag, 16. Juni 2017

Enttäuschung aus Genf

In den letzten Tagen haben sich die EBU und eine Delegation von RTP in Genf getroffen, um erste Informationen auszustauschen und erste Pläne bezüglich des Ablaufes der Eurovision im kommenden Jahr zu schmieden. Bei dem "Reference Group Meeting" sollten auch über die Strafen für die Ukraine und Russland, aufgrund ihres Verhaltens und der Regelverstöße, für die Teilnahme von Russland, bzw. Julia Samoylova, am Eurovision Song Contest 2017, diskutiert und entschieden werden. Ergebnisse gibt es keine - zu mindest wurden keine Publik gemacht.

Auch der Termin wurde überraschender Weise immer noch nicht festgelegt. Normalerweise wird darüber schon vor dem Vorjahresfinale entschieden. Dabei wollte sich die EBU mit solchen Formalien, aufgrund der Erfahrungen für dieses Jahr, nicht weiter aufhalten. Das gleiche gilt für die Wahl der Statt und der Veranstaltungshalle, in der der ESC 2018 ausgetragen werden soll. Auch hier wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Insgesamt gesehen, ist man zwar mit der Planung für 2018 erheblich voran gekommen, hat aber keines der erwarteten Informationen an die Öffentlichkeit gegeben. Somit müssen wir ESC-Fans weiterhin auf Termin, Stadt und die Konsequenzen für die Ukraine und Russland warten.

Kate Ryan und Hot Chocolate im ZDF-Fernsehgarten

Letzte Woche waren Marcus & Martinus, die Spokespersons von Norwegen 2017 im Sonntag füllenden Fernsehgarten im ZDF. Dort haben sie ihren, zu dem Zeitpunkt, 2 Wochen alte Song "Like it like it" live performt. Andrea Kiewel hat sie ganz richtig als "die mega mega Popstars in ganz Skandinavien" bezeichnet.

Diese Woche haben wir neue Eurovisionsstars im Fernsehgarten. Bei "Hot Chocolate dürfte es sich wohl eher um die britische Soul- und Funkband halten, als um die Gril Band, die 2009 beim ukrainischen Vorentscheid dabei war. Mit Kate Ryan haben wir aber eindeutig eine Sängerin, die schon auf der großen ESC-Bühne stand. 2006 vertrat sie Belgien mit dem Song "Je t'adore" und brachte ihr Land auf den 26. Platz, direkt vor dem legendären "Congratulations" von Silvia Night aus Island.

Weitere Gäste sind East 17, Natascha Wright - Ex LaBouche, Nick Straker Band, Mola Adebisi, Heike Drechsler, Aleksandra Bechtel, Whigfield und Night Fever - The Very Best Of The Bee Gees. Thema der Sendung ist, wie man es an den Gästen schon erahnen könnte, die Disco der 70er, 80er und 90er. Viel Spaß bei der Zeitreise!

Like it like it - Marcus & Martinus Live im ZDF-Fernsehgarten




Belgien 2006 - Je t'adore - Kate Ryan

Dienstag, 13. Juni 2017

Ein Monat nach Kiew - wer lässt von sich reden? Was folgt als nächstes?

Jetzt vor einem Monat fand das Finale vom 62. Eurovision Song Contest 2017 Celebrate Diversity in Kyiv statt. Zeit einmal Zurückzublicken und Bilanz zu ziehen, was einen Monat nach Ende des Wettbewerbs noch an Bedeutung hat.

Als erstes haben wir da den Sieger; Portugal. Sie haben 2018 die Ehre den ESC austragen zu dürfen. Nachdem die EBU schon überraschend früh bekannt gab, dass die Hauptstadt Lissabon Gastgeber sein wird, gab es harte Kritik dagegen. Man ist zurückgerudert und schaut sich alle Bewerbungen intensiv an. Man kann dies als fair oder einfach nur Geldverschwendung ansehen.

Sieger Salvador Sobral bei der Punktevergabe


Neben der Austragung des Folgejahres ist auch der Sänger des siegreichen Beitrags noch in aller Munde. Etwas, was nicht selbstverständlich ist. Von vielen war zwei Tage nach dem Finale nichts mehr zu hören. Allerdings sind es vor allem negative Meldungen um ihn, die fast täglich in der eurovisionären Presse auftauchen. Unter den Fans genießt er kaum noch Sympathie. Auch viele Portugiesen stellen sich bereits gegen ihn. Ob er seine Aufmerksamkeit für Manipulation nutzt, oder einfach nur seltsame moralische Grundansichten der Dinge der Welt hat, ist schwer zu sagen. Wir haben zum zweiten mal in Folge einen Sieger, über denen sich ESC-Fans sehr uneinig sind. Ob das so gut ist? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Salvador Sobral in elf Monaten Buhrufe zu hören bekommt, wenn er die ESC-Bühne betritt. Mal schauen was bis dahin noch alles mit ihm passiert.

Es gibt aber noch mehr Gesprächsthemen, als nur den Sieger. 15 Länder haben inzwischen bekundet, dass sie planen 2018 an den Start zu gehen, darunter auch Deutschland. Norwegen steckt schon mitten im Auswahlprozess. Dort gibt es jetzt schon eine Bewerbungsfrist. Von den ganz brenzligen Ländern hat man noch nichts neues erfahren. Wir werden wohl auch noch einige Zeit warten müssen, bis klar ist was 2018 mit Ländern wie San Marino, Australien, Kasachstan und Israel passiert. Eine überraschende Absage gab es glücklicherweise noch nicht. Ob die Ukraine und Russland 2018 dabei sein dürfen, oder eine Sperre bekommen, ist noch unklar.

Wie so oft in den letzten Jahren, ist der Siegersong kommerziell gesehen nicht so ganz ein Sieger. "Amar pelos dois" Macht enttäuschende Umsatzzahlen. Im Radio wurde es wohl nicht mal am Tag nach dem Finale gespielt - verständlich. Dafür stehen andere Beiträge, im Vergleich zu ihrer Platzierung, hoch im Kurs. Der größte kommerzielle Erfolg dürfte dieses Jahr bei "City Lights" von Blanche aus Belgien liegen. Keine große Überraschung, da es sich um einen sehr radiofreundlichen Song handelt. Einem Onlinevoting von Wiwibloggs, mit vielen Abstimmenden, zufolge, ist der Belgische Song auch der, der von den Fans noch am meisten gehört wird. Ähnliches kann ich persönlich auch bei mir bestätigen.

Heimliche Siegerin? Blanche für Belgien


Bei mir liegen ganz oben an der Spitze der meistgehörten Songs, einen Monat nach dem Finale, Bulgarien, Belgien und Ungarn. Anfangs pendelte Belgien bei mir zwischen dem drittletzten und letzten Platz. Später fand ich Gefallen an dem außergewöhnlichen Beitrag, sodass Belgien kurzzeitig sogar in meine Top 20 aufstieg. Am Ende landete es auf der #22 und verfehlte damit sehr knapp die bessere Hälfte. Heute höre ich den Song am Zweit häufigsten, wobei es da zwischen ihm, meinem Sieger Bulgarien und meinem Silbergewinner Ungarn nur minimale Unterschiede gibt. Andere Songs, die ich noch auffällig oft höre, sind meine Top 8, ausgenommen von dem #7. Platz Albanien, sprich Montenegro, Irland, San Marino, Lettland und die Niederlande. Unter sehr guten Umständen kann ich von meinem "Calm after the Storm"-Trauma abweichen, aber das ist ein anderes Thema und gehört, wenn überhaupt, in einen anderen Post. Selbstverständlich höre ich auch andere Songs noch sehr oft, das sind aber zu viele, um sie alle hier aufzählen zu können. Mein absoluter Favorit, der in den Vorentscheiden hängen geblieben ist, ist "Helppo elämä" von Lauri Yrjölä aus Finnland. Es wäre definitiv mindestens in meinen Top 4 gewesen.

Manche Teilnehmer haben sich zur Ruhe gesetzt und gönnen sich eine Auszeit. Andere arbeiten an einem Album, wieder andere sind fleißig auf Fan-Treffen, geben Interviews und haben einen Auftritt nach dem Anderen. So auch mein Liebling Kristian Kostov. Ich würde mich schon als Fan von ihm bezeichnen. Leider bin ich bei weitem nicht der einzige, der bzw. die mit ihm zusammen sein möchte. hihi ^^ Ich habe auch das Gefühl, dass ich die einzige männliche Person bin, die sich zum #TeamKris zählt. Natürlich ist mir bewusst, dass ich das nicht bin.

Unsere Vertreterin hat ihr Studium in London wieder aufgenommen. Nebenbei macht auch sie mächtig viel PR für ihr Album "Unexpected". Sie lässt sich von der Pleite beim ESC nicht unterkriegen, für die sie persönlich auch am wenigsten was kann. Ich befürchte allerdings, dass sie als Künstlerin einfach zu blass wirkt. Eine große Zukunft in der Musikwelt wird sie, nach meinem Betrachten, nicht haben. Dafür ist dieses Geschäft einfach zu hart.

Levina vertrat Deutschland mit "Perfect Life"


Einen Monat nach dem Finale ist die mediale Aufmerksamkeit verschwunden. In der "normalen" Bevölkerung interessiert sich keiner mehr für die größte Musikshow der Welt. Auch einige, nicht ganz so passionierte, ESC-Fans haben auf den Urlaubsmodus umgeschaltet. Die sogenannte Eurovision Post Depression hat eingesetzt. Es gibt kaum bis gar nichts bedeutendes zu berichten. Das spüren auch ESC-Nachrichtenseiten in den Aufrufzahlen, so auch ich.

Trotzdem werde ich die Zeit mit einem Programm füllen, bei dem ich dir alles auf das Genaueste erkläre, wie die ESC-Welt funktioniert. An den nächsten vier Samstagen wirst du erfahren wonach entschieden wird wer am Eurovision Song Contest teilnehmen darf, also auch warum Israel, Aserbaidschan, Australien und Co. dabei sind. Dies hat übrigens keinerlei politische Gründe. Einen tieferen Einblick in das Regelwerk, insbesondere zur Punktevergabe und wie sich diese im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, halte ich ebenfalls für dich bereit. Die einzelnen Phasen eines ESC-Jahres, was dort alles aufregendes passiert und wozu die beiden ESC-Wochen im Mai gut sind, wird dir ganz in Ruhe und verständlich erklärt. Wenn du dich schon immer gefragt hast wer eigentlich entscheidet, wer beim Eurovision Song Contest antritt und wer beim Vorentscheid teilnehmen darf, warum es in vielen Ländern keinen Vorentscheid gibt und warum die Songs nach dem Vorentscheid noch verändert oder sogar völlig ausgetauscht werden, wirst du hier alle Antworten finden und entdecken wie genial dieser friedliche Wettstreit Europas ist. Anschließend stelle ich dir die einzelnen Länder vor, die am ESC teilgenommen haben - von Marokko bis Irland und von Albanien bis Zypern.

Wenn du traurig bist, dass der ESC vorbei ist, habe ich eine schöne Nachricht für dich; in elf Monaten ist Finale!

Helppo elämä - Lauri Yrjölä (Live)

Sonntag, 11. Juni 2017

Vorschau auf Delegationstreffen und Missbrauch von Samoylova

Ab Morgen gibt es das erste Delegationstreffen für den 63. Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Dort werden viele wichtige Entscheidungen getroffen und bedeutende Informationen veröffentlicht. So wird u.a. über den Termin des Wettbewerbs entschieden. Aufgrund von Sportveranstaltungen gilt hier der 12. Mai für das Finale als wahrscheinlich. Das würde bedeuten, dass die Halbfinalshows am 08. und 10. Mai stattfinden und die ersten Jurywertungen am Abend des 07. Mai abgegeben werden. Demzufolge würde der ESC am 29. April beginnen. Welchen Zeiten wir uns im Kalender freihalten müssen, werden wir dann in Kürze erfahren. Ein erneut so früher ESC-Termin hätte auch wieder eine frühe Vorentscheidungssaison zu Folge. Ab Mitte Januar hätten wir dann viele Shows. Die letzten Vorentscheidfinals würden wieder schon am ersten Märzwochenende sein.

Die EBU hat veranlasst den Austräger dieses Jahr möglichst früh zu bestimmen. Man möchte die Fehler von diesem Jahr vermeiden. Es ist durchaus möglich, dass bereits in den nächsten Tagen entschieden wird, wo der ESC 2018 stattfindet. Dazu hatten EBU- und RTP-Mitglieder in den letzten Tagen und Wochen die Bewerberstädte besichtigt, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Beworben haben sich Faro, Braga, Guimarães, Feira und Lissabon. Die Chancen von Lissabon stehen bei nahezu 100%. Trotzdem hat man die Kritik registriert und jede Bewerbung ernst genommen.

Vergangenes Jahr wurde die Entscheidung immer wieder verschoben. Man wollte sich ganz sicher sein den besten Bewerber auszuwählen. Hinzu kamen Probleme mit der Finanzierung seitens des Parlaments der Ukraine. So war man im Zeitplan zu den schlimmsten Zeiten mehr als einen Monat in Verzug. Dass der ESC wie geplant stattfinden wird, schien fast unmöglich. Man hat es trotzdem geschafft.

Ein weiteres Leitthema werden die Strafen für die Ukraine und Russland sein. Beide haben sich bezüglich der Teilnahme und Einreise von Russlands Sängerin Julia Samoylova gegen die Regeln verhalten. Die Strafe könnte für beide im schlimmsten Fall bis zu einer Teilnahmesperre von drei Jahren ausfallen.

Russland sieht sich in keiner Schuld und geht davon aus 2018 starten zu dürfen. Vor der endgültigen Entscheidung dass sie in Kiew nicht dabei sind, haben sie Julia Samoylova als Kandidatin für 2018 ausgewählt, wenn sie 2017 nicht antreten wird. Jetzt hieß es aus Russland dass man schon dabei ist nach Kandidaten für 2018 zu suchen. Julia Samoylova dürfte somit gestrichen sein. Russland hat also endgültig bewiesen, dass sie 2017 gar nicht teilnehmen, sondern nur für eine schlechte Berichterstattung über die Ukraine und den ESC sorgen wollten. Alle Angebote der EBU teilnehmen zu können haben sie abgelehnt. Der Song war für russische Verhältnisse auffällig schlecht. So schlecht wie kein anderer. Da war man sich einig. Channel One wusste, dass Julia Samoylova aufgrund von Verletzung ukrainischer Gesetze nicht einreisen darf. Jetzt will man sie doch nicht mehr haben und sucht sich einen anderen Interpreten aus. Julia Samoylova wurde benutzt und fallen gelassen, um politische Sympathiepunkte zu gewinnen und Andere, inklusive den Eurovision Song Contest, schlecht darzustellen. Fragwürdig, ob dieser Plan so gut aufgegangen ist...

Zypern beim ESC 2018 mit Vorentscheid!

Evi Papamichail bestätigte gestern Abend aus Nikosia, im Namen von CyBC, dass sie 2018 am Eurovision Song Contest teilnehmen werden. Damit haben wir wieder 15 Nationen auf der vorläufigen Teilnehmerliste. Zypern kratzt manchmal an der finanziellen Grenze. Dieses Jahr scheint der ESC im Budget zu liegen. Zuletzt setzten sie 2014 aus. CyBC hat auch gleich eine Änderung des Auswahlsystems beschlossen. In den letzten beiden Jahren haben sie den Interpreten intern ausgewählt und den schwedischen ESC-Star-Komponisten Thomas G:son angeheuert einen Song zu komponieren. Das soll sich jetzt ändern. Zypern will für 2018 wieder einen Vorentscheid veranstalten. Wie der aussehen soll, hat man noch nicht gesagt. Für 2015 gab es einen monatelangen Vorentscheid um den Sänger auszuwählen. John Karagiannis konnte diesen gewinnen. Der Song wurde nachträglich intern von CyBC komponiert.

Große Pläne beim NDR, Neues von Vorentscheiden in Norwegen und Irland

Es waren nicht mal alle Sänger ausgewählt und schon rief Norwegen dazu auf sich für den Melodi Grand Prix 2018 zu bewerben, dem Vorentscheid von Norwegen für den Eurovision Song Contest. Nun hat Norwegen alle weiteren wichtigen Informationen dazu bekannt gegeben, insbesondere die Deadline, bis wann die Demoversionen der Songs eingereicht werden können. Bis einschließlich 10. September hat man Zeit die vollständige Bewerbung an NRK zu senden. Wie immer werden nur gesamte Beiträge, also ein Song inklusive Sänger, entgegen genommen. Bewerben dürfen sich wieder nur norwegische Staatsbürger.

Zu den Kriesensitzungen, die in Kürze in Irland anstehen, gibt es nur einen Tipp, den man sehr oft hört. RTÉ sollte einen Vorentscheid veranstalten. Das haben inzwischen sogar der irische Kommentator Marty Whelan und der diesjährige Interpret Brendan Murray empfohlen.

Helene Fischer ist ständig im Fernsehen präsent. Auch wenn sie für ihr beständiges Auftreten dann auch mal ausgebuht wird, wie es beim DFB-Pokal-Finale der Fall wahr, verkauft sie viele Platten und genießt große Beliebtheit. So wurden schon vor langer Zeit Stimmen laut, dass wir sie zum Song Contest schicken sollten. Ein besseres Ergebnis als in den letzten drei Jahren würde sie sicherlich erzielen. Nun hat sich ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber dazu geäußert: "Ich bin mir nicht sicher, ob das sinnvoll wäre. Sie dürfen aber auf jeden Fall gespannt sein auf unser Konzept zum Vorentscheid." Helene Fischer dürften wir wohl eher nicht auf der ESC-Bühne sehen. Viele erfreut das sicherlich und Siegeschancen hätten wir mit ihr wohl auch nicht. Grundsätzlich haben wir die. Unser letzter Sieg liegt nur 7 Jahre zurück.

Dem zweiten Satz ist zu entnehmen dass es auch dieses Jahr wieder einen Vorentscheid geben wird. Etwas ganz neues und die Leute vom NDR scheinen von ihrem neuen Konzept begeistert und überzeugt zu sein. Ich bin sehr gespannt was da kommen wird und freue mich auf die Verkündung. Meine letzte Hoffnung, die ich nach der Veröffentlichung der diesjährigen Vorentscheidungssongs verloren hatte, ist wieder da. Wenn es sich wirklich um ein gutes Konzept handelt, können wir in den kommenden Jahren Erfolge wie in den Zeiten von ProSieben und Stefan Raab genießen!

Bulgarien zieht sich vom ESC 2018 zurück

BNT hatte der EBU bereits positiv auf die Einladung zum 63. Eurovision Song Contest 2018 geantwortet. Nun zieht Bulgarien seine vorläufige Teilnahmebestätigung zurück. Man möchte, wie immer, dem amtierenden Generaldirektor das letzte Wort überlassen. Dieser wird im August neu gewählt. Kurz darauf sollten wir dann hören, ob Bulgarien auch 2018 dabei ist, um seinen Vizetitel zu verteidigen. Bis dahin wird die Arbeit zur Beitragsauswahl in Bulgarien also stillstehen. Nun haben wir nur noch 14 Länder, die sich schon so sicher sind nächstes Jahr teilzunehmen, dass sie schon mal vorläufig zugesagt haben. Bis alle Rundfunkanstalten dies endgültig entscheiden müssen haben sie noch Zeit. Es hat sich in den letzten Jahren aber gezeigt, dass es nicht schadet schon früh am ESC-Beitrag zu arbeiten. So gesehen hat Deutschland momentan eine der größten Siegeschancen...

Türkei kehrt zum ESC zurück?

Bülent Özveren, der türkische Kommentator vom Eurovision Song Contest, hat in einem Interview außenstehenden die Situation in der Türkei zum ESC erklärt. Vor zwei Jahren hat ihm Senol Göka, der Generaldirektor vom türkischen EBU-Rundfunk TRT, mitgeteilt, dass TRT entschieden hat wieder am ESC teilzunehmen. Später hat TRT seine Meinung dann doch wieder geändert. Bülent Özveren sieht diese Entscheidung als falsch an. Der einzige Abend im Jahr, an dem TRT die höchste Einschaltquote in der Türkei erzielen konnte, war der Abend des ESC-Finals. Er sagte dass die Türken die Eurovision lieben und versteht nicht warum TRT es nicht wenigstens zeigt, wenn sie schon nicht teilnehmen. Seinen Unmut, inklusive Begründung, habe er den Offiziellen von TRT schon mitgeteilt.

Senol Göka ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Nachfolger ist noch nicht bekannt. Die Chancen dass die Türkei zum ESC zurückkehrt ist vorhanden, aber nicht garantiert. ESC-Fans müssen hoffen und abwarten.

Die Türkei hatte 2013 eine erneute Teilnahme abgelehnt, weil sie mit einigen Regeln nicht zufrieden sind. Insbesondere geht es dabei um das Juryvoting, das abgeschafft werden soll und die Big 5-Regelung. Wenn immerhin eine der beiden Regeln gestrichen wird, würde die Türkei zum ESC zurück kehren. Ohne die Big 5-Regel kann der ESC nicht weiter existieren. Ein erneutes Abschaffen der Jury dürfte seit dem neuen Votingsystem als extrem unwahrscheinlich gelten.

Heftige Kritik an ESC-Sieger Salvador Sobral

Es ist nichts neues, dass inzwischen schon sämtliche ESC-Sänger dieses Jahres und der vergangenen Wettbewerbe seine Siegesrede auf das Schärfste kritisiert haben. Sein Verhalten gegenüber Angeboten, die er bekommt ist ebenfalls äußerst fragwürdig. So wollten die Vereinten Nationen Salvador als Botschafter für die sogenannte "Flüchtlingsproblematik" gewinnen. Das hat er abgelehnt, weil er meint nicht genug Wissen über Flüchtlingspolitik zu haben und somit nicht hinter dem stehen zu können, was er tut.

Während der Probenzeit in Kiew hat er einen "S.O.S. Refugees"-Pullover getragen und wollte ihn auch beim Einlaufen im Finale tragen. Dies wäre allerdings eine politische Botschaft gewesen und somit beim ESC strengstens untersagt. Insidern zufolge hätte er es wohl trotzdem getan und die hohen Strafen in Kauf genimmen, hätte RTP, die Rundfunkanstalt Portugals, ihm dies nicht erneut strengstens untersagt.

Des weiteren wollte er seinen Song im Finale auf Englisch singen. Auch das spricht selbstverständlich gegen die geltenden Regeln und ist als Beitragsaustausch anzusehen, was nach dem Delegationstreffen im Februar bzw. März nicht mehr erlaubt ist. Hätte er den Song auf Englisch gesungen, hätte das zur sofortigen Disqualifikation geführt und horrende Strafen für RTP gegeben.

Nun hat er sich zum Anschlag auf dem Ariana Grande Konzert in Manchester geäußert und erhält dafür ebenfalls extrem viel Kritik. Sein Zitat: "A lot of importance is given only to certain attacks, and I would like to hear about those attacks that aren’t reported about. I know that it’s very difficult, almost impossible, especially with social media, since it gives a lot of importance to them. It would be good if there was an agreement in the media about the reporting of terror attacks."

Nicht wenige Prominente Portugiesen und Bekannte der ESC-Szene haben dieses Statement als falsch angesehen und es, inklusive Salvador als Person, stark kritisiert. Die bekannte portugiesische Schauspielerin Maria Vieira ging sogar soweit dass sie ihn als "unfähigen Idiot" bezeichnet hat, der nicht weiß was er sagt oder ganz genau weiß was er sagt und seine Aufmerksamkeit als negative Beeinflussung nutzt.


Jeder ESC-Sieger hat Kritik erfahren, aber bei Salvador Sobral gibt es fast täglich einen kleinen Vorfall, bei dem man sein Verhalten als äußerst fragwürdig ansehen kann. Eins ist klar; wir haben es dieses Jahr mit einem ganz besonderen Gewinner zu tun.

Freitag, 9. Juni 2017

Der eurovisionäre Fernsehgarten

Die große "Post Eurovision Depression" setzt ein. Bis Mitte Herbst herrscht fast Totenstille in der ESC-Welt. Da kommt der Fernsehgarten gerade richtig, wenn man sich mal nach Songs, die auf der Bühne, vor großem Publikum, performt werden, sehnt, weil die Passion so groß ist. Gut, dass dabei auch einige der Fernsehgarten-Gäste auch (im weitesten Sinne) etwas mit dem ESC zu tun haben.

Den Auftakt in die (je nach Angabe) 31. oder 32. Saison gab es am 07.05. Bis zum 24.09. wird jeden Sonntag das ZDF-Tagesprogramm mit dem Fernsehgarten gefüllt. Jede Woche gibt es ein Thema, um das es sich in der Sendung dreht. Dazu werden zahlreiche Sänger eingeladen, die ihre aktuellsten und besten Songs auf der riesigen Open Air-Bühne performen - klingt schon fast nach Eurovision Song Contest.

So gibt es Übermorgen, am 11. Juni zwei ganz besondere Gäste, mit denen ich niemals gerechnet hätte und mich umso mehr drüber freue; Marcus & Martinus, die putzigen Punktesprecher für Norwegen, beim diesjährigen ESC.

Ich wurde durch die Nominierung der beiden, als Spokespersons für Norwegen 2017, auf sie aufmerksam. Bei dem Namen und Alter musste ich mir einfach mal zwei, drei Songs von ihnen anhören. Ich habe mich sofort in sie verliebt. Die Zwillingsbrüder aus Trofors in Nordnorwegen hören auf die bürgerlichen Nachnamen Gunnarsen und sind in ihrer Heimat bereits Promis. 2012 startete ihre Karriere, indem sie den Melodi Grand Prix Junior, mit dem Song "To dråper vann" gewannen. Moderiert wurde dieser von Tooji, dem Sänger von Norwegen beim ESC 2012.

Ihr Debütalbum "Hei" hielt blieb über zwei Jahre(!) lang in den norwegischen Charts. Insgesamt haben sie bereits drei Alben und sämtliche Singles. Alle Alben kamen in den norwegischen Charts auf Platz #1. Mit "Together" eroberten sie auch die Spitze der schwedischen Charts und schafften in Dänemark den #11. und in Finnland den #6. Platz in den Albumcharts. Mit den Singles konnten sie bisher nur in Norwegen und Schweden Top-Platzierungen erreichen. Zeit dass sich das ändert und Detuschland dazukommt. In diesem Jahr haben sie auch ihre ersten Musikpreisauszeichnungen erhalten. Bei den Spellmannprisen '16, die Anfang 2017 verliehen wurden, waren sie mit dem Song "Girls" in der Kategorie "Årets Låt", also Song des Jahres, nominiert. Die Kategorie "Årets Spellemann", sprich Spellemann des Jahres, konnten sie sogar gewinnen.

Ich persönlich kann dem Hype um die niedlichen Zwillinge gut nachvollziehen. Ihre Musik hat hohe Qualität. Sie haben großes gesangliches und entertainerisches Talent - Ähnlich wie Kristian Kostov, wobei der noch in einer anderen Liga spielt :D Sie sind zwar nur eineinhalb Jahre jünger als ich, aber zuckersüß und machen super gute Laune. Ich bin froh dass ich sie entdeckt habe und freue mich wenn du genauso begeistert bist wie ich.

Weitere Gäste, sind u.a. Claudia Jung, Feuerherz, Soolo, Matteo M. Bok, Amanda, Klima und der Frauenschwarm Gil Ofarim, der neben seiner musiaklischen Karriere auch Als Film- und Serienschauspieler aktiv ist, im Musical "Hair" mitspielte und Mentor bei It Takes 2 war, der Promi-Castingshow von RTL, Anfang des Jahres, in der u.a. auch Conchita Wurst in der Jury saß. Moderieren wird, wie gewohnt, Andrea Kiewel. Thema dieser Ausgabe ist "Mann gegen Frau"

Die angesprochene Ausgabe wird am 11. Juni ab 11:50 Uhr im ZDF ausgestrahlt.
 Einfach zum Knuddeln - Marcus & Martinus






Elektrisk - Marcus & Martinus

Donnerstag, 8. Juni 2017

Ein Monat Eurovision Passion

Gestern Abend, vor einem Monat habe ich meinen ersten Post geschrieben. Zeit ein erstes Fazit zu ziehen. Gerade habe ich mir noch ein mal den ersten Post durchgelesen. Das was ich mir vor einem Monat von mir erhofft habe, aber nicht sicher war, ob ich es auch wirklich tue, ist tatsächlich eingetreten. Der Blog hat auch schon eine feste Richtung, womit ich vor einem Monat noch nicht gerechnet habe.

Mir war ungewiss, ob überhaut jemand jemals meine Seite besuchen wird. Entsprechend war ich schon fast überwältigt, von den Aufrufen der ersten beiden Tage, was danach aber stetig abflachte. Wenn ich vergleichbare Seiten sehe, ist es schon ein wenig enttäuschend, auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick nach recht viel aussehen; mit meinen bisher 40 veröffentlichten Posts, habe ich in den ersten 744 Stunden bzw. 31 Tagen, 331 Aufrufe erzielt. Davon sind 258 aus Deutschland, 39 aus Belgien, 21 aus den USA und 14 aus Neuseeland. Mit 247 Posts  kommen davon 74% von dem Browser Google Chrome, 12% Safari, 11% SamsungBrowser und 2% Firefox. Bei den Betriebssystemen liegt Android mit 117 und 35% vorne, dicht gefolgt von Windows mit 115 Aufrufen, was einem Anteil von 34% entspricht. Des weiteren wurde meine Seite mit den Betriebssystemen iPhone (12%), Linux (12%) und Macintosh (5%) aufgerufen. Wenn man sich das genauer anschaut, kommt man auf gerade mal 8 Aufrufe, pro aufwendigen Post. Ich bin weiterhin am überlegen, ob ich die Seite fortführe.

Insgesamt bin ich aber dennoch ganz zufrieden mit dem was ich mir hier aufgebaut habe. Ich gebe mir große Mühe gute Arbeit zu leisten und werde mich immer weiter verbessern. Die Leser, die die Seite lediglich vom Smartphone aufrufen, sollten auch mal einen Blick auf die Web-Vollversion werfen, die momentan (nur) eine Übersicht, über die Tags und bisherigen Teilnehmerländer, sowie wichtige Termine bietet. Dieses Angebot werde ich noch erweitern. Wer die Webseite aus dem Ausland aufruft, bekommt automatisch eine übersetzte Version angezeigt. Ich schreibe die Beiträge auf Deutsch. Ich bin jedem treuen Leser dankbar und hoffe darauf ein noch größeres Publikum erreichen zu können, oder Rückmeldung z.B. in Form eines Kommentares zu erhalten und mit dir in Kontakt zu treten. Auf weitere gemeinsame Monate der Eurovision Passion!